Reise

Betrügereien im Urlaub

Archivartikel

Die Reise hat gerade angefangen und schon ist das Geld weg. Taschendiebe und Trickbetrüger setzen auf die entspannte Stimmung und Sorglosigkeit in der schönsten Zeit des Jahres Wir stellen ein paar der neuesten, aber auch die altbewährten Tricks der Taschendiebe und Trickbetrüger vor.

Armer Beraubter

Zu den Ankunftszeiten internationaler Züge kann es passieren, dass ein aufgelöster Reisender gezielt auf einen Passagier zueilt und ihm in dessen Muttersprache und dramatisch gestikulierend eine schauerliche Geschichte erzählt. Dass er all seines Hab und Guts beraubt worden sei und nun mit nichts dastünde und nicht mal mehr Geld für eine Fahrkarte in die Heimat habe. Ob man wohl ein paar Münzen oder kleine Scheine erübrigen könnte? Geld, Ticket und Ausweis, natürlich auch alle Karten seien ja nun weg. Spätestens wenn man denselben Mann bei der Abreise wiedersieht, wird klar: Es war alles nur ein Trick.

Platzanweiser

Zugreisende an großen Bahnhöfen werden vielleicht auf besonders hilfsbereite Menschen treffen, die sie zu ihren reservierten Plätzen im Zug führen. Das ist zum einen meist unnötig, denn Zug- und Platznummer stehen auf dem Ticket, zum anderen kann es teuer werden, denn die Helfer lassen sich ihre Dienste entlohnen. Natürlich muss niemand bezahlen, aber der Ärger, dem lautstark Luft gemacht wird, ist sicherlich kein angenehmer Start in die Reise.

Der Schmutztrick

Am Bahnhof oder auch auf der Straße läuft einem jemand hinterher und macht auf Flecken am Rücken aufmerksam. Dreht man sich um oder zieht die Jacke aus, sind Geld oder Tasche auch schon weg. Bietet der hilfsbereite Freund gar an, einen in seine Wohnung in der Nähe mitzunehmen, damit man es auswäscht, ist allerhöchste Vorsicht geboten.

Der Unfall oder Sturz

Auf einmal ist mit viel Getöse ein dramatischer Sturz zu sehen und zu hören. Es ist auch möglich, dass jemand ruft, er sei bestohlen worden. Instinktiv dreht man sich um, wobei die Komplizen des vermeintlich Gestürzten blitzschnell Geld oder Tasche ergreifen und gemeinsam mit dem Opfer davonrennen. Natürlich sollte das nicht zu Gleichgültigkeit gegenüber Hilfsbedürftigen führen. Geld und Wertsachen sollten jedoch immer im Auge behalten werden.

Durchsichtige Becher

In Großstädten wie Paris oder Rom, wo die Straßen oft eng und das Gedränge groß ist, ist dieser Trick momentan sehr beliebt: An einer unübersichtlichen Stelle wird ein durchsichtiger Becher mit ein paar Münzen so platziert, dass ihn Passanten leicht übersehen und umstoßen. Der Besitzer des Bechers wehklagt laut, der unachtsame Rempler schämt sich und hilft, die Münzen aufzusammeln. Während dieser Ablenkung nimmt ein Komplize Portemonnaie, Handy oder gleich die ganze Tasche an sich. Am besten freundlich entschuldigen, Tasche festhalten und weitergehen.

Der verlorene Ring

Dieser Trick zielt, wie die meisten, auf eine menschliche Schwäche. Der ahnungslose Städtebummler wird von einer aufgeregten Person angehalten, die ihm einen Ring zeigt, den man angeblich verloren hat. Der Ring ist meist schwer und goldfarben. Eventuell nimmt der so überrumpelte scheinbare Glückspilz den Ring in dem Gedanken, dass der Besitzer sich in dem Gedränge sowieso nicht mehr ausfindig machen ließe, oder um ihn bei der Polizei abzugeben. Damit rechnen die Finder und lassen sich einen ordentlichen Finderlohn bezahlen.

Unterschriften sammeln

An Gruppen meist junger, freundlich lächelnder Mädchen sind Bewohner von Großstädten längst gewöhnt. Oft wird ein Pappkarton mit einer handgeschriebenen Bitte oder einer Unterschriftenliste vor den Bauch gehalten, so dass das Sichtfeld eingeschränkt wird. Während man versucht, das Geschriebene zu verstehen oder die Unterschrift leistet, wird die Gürteltasche aufgeschlitzt oder die Handtasche geleert. Neuerdings geben sich Trickbetrüger auch als Touristen aus und halten einem rat- und scheinbar orientierungslos einen Stadtplan vor. Der Rest des Manövers bleibt derselbe.

Hütchenspieler

Ein kleiner Gegenstand verschwindet unter einem der drei Becher. Diese werden blitzschnell hin und her geschoben und dann muss erraten werden, unter welchem der Gegenstand ist. Aus dem Publikum meldet sich ein Zuschauer, zeigt auf einen Becher und hat recht. Scheinbar ärgerlich übergibt ihm der Spieler den Wetteinsatz in respektabler Höhe. Das passiert auch beim zweiten Mal, der Spieler ist scheinbar verzweifelt. Möchte man dann selbst mitspielen, ist es erstaunlicherweise immer der falsche Becher. Kein Wunder, die Spieler arbeiten meist mit ein oder zwei Komplizen, die scheinbar interessiert stehen bleiben und ihr Glück versuchen.

Massagen oder Fußball

Am Strand einfach ins Meer gehen und Wertsachen auf dem Handtuch liegen lassen werden wohl die wenigsten. Was aber passiert, wenn ein Ball übers Handtuch rollt und eine nette Truppe zum Mitspielen auffordert? So verlockend das Angebot sein mag, es könnte sich genauso gut um einen Trick handeln, um Handtuch oder Liege zu verlassen. Anschließend kann es sein, dass Handy und Geld weg sind. Vorsicht ist ebenfalls bei Angeboten zu Massagen geboten, bei denen man vor Entspannung einschläft.