Reise

Grünes Band Kampagne von Umweltministerium und Thüringer Tourismus GmbH unter dem Motto „Die Natur kennt keine Grenzen“

Biotop und lebendiges Geschichtsdenkmal

„Natur kennt keine Grenzen“ heißt eine gemeinsame Kampagne des Thüringer Umweltministeriums und der Thüringer Tourismus GmbH mit dem Ziel, das Grüne Band als Reiseziel zu entwickeln. Die ehemalige Grenze trennte von 1945 bis 1989 ganz Europa. Damit war das Gebiet über Jahrzehnte für Menschen unzugänglich, und so konnte ein spezielles Biotop entstehen, in dem seltene Arten einen Lebensraum gefunden haben. Heute ist es ein lebendiges Denkmal der Geschichte und eine Schatzkammer der Artenvielfalt. 2018 wurde das 763 Kilometer lange Grüne Band von Thüringen als erstem deutschen Bundesland zum Nationalen Naturmonument erklärt.

Mehrere Wanderrouten führen durch das Nationale Naturmonument Grünes Band und führen Besucher zu Wäldern, Wiesen, Flusstälern und Aussichtspunkten. Die einmalige Verbindung von Natur und Geschichte machen es zu einem ganz besonderen Ort. Auf einer Fläche von 6500 Hektar leben hier rund 1200 vom Aussterben bedrohte Arten. Wandertouren führen durch die Region Eichsfeld, die Thüringer Rhön und den Thüringer Wald. Auch per Rad lässt sich der Grünstreifen gut auf dem Radfernweg EuroVelo 13/Iron Curtain Trail entdecken. Egal ob zu Fuß oder mit dem Rad: Besucher erwartet eine großartige Landschaft und Grenzmuseen, die Einblicke in die Zeit der Trennung und des Lebens Deutschlands an der Grenze geben.

Mödlareuth und Eichsfeld

Mödlareuth im Thüringer Wald wird oft als „kleines Berlin“ bezeichnet. Genau wie sein viel größerer Namensvetter war es Jahrzehnte durch eine Mauer in zwei Hälften geteilt worden. Das Dorf hatte lange Zeit einen bayerischen und einen thüringischen Teil, wobei der kleine Tannbach die Grenzlinie markierte. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde dies zu einem Problem: Der bayerische Teil wurde unter amerikanische Verwaltung gestellt, während der thüringische Teil in die Sowjetzone eingegliedert wurde. Heute sind etwa 100 Meter der Mauer in „Little Berlin“ als Denkmal erhalten. Sie gehören zum Deutsch-Deutschen Museum im Dorf. Jährlich besuchen rund 80 000 Menschen Mödlareuth, in dem nur rund 40 Einwohner zu Hause sind.

Eine Terrasse inmitten eines romantischen Bauerngartens, hausgebackenen Kuchen, Gemüse und Obst aus dem Garten und dem Duft von frisch gebackenem Brot in der Luft: Hof Sickenberg im Eichsfeld ist eine ländliche Idylle. Das 200 Jahre alte Bauernhaus stand früher direkt an der Trennlinie zwischen Ost und West. Das Fachwerkhaus war lange Zeit dem Verfall überlassen worden, bis Kristina Bauer, eine Agraringenieurin aus Göttingen, nach der Vereinigung Deutschlands das Gebäude kaufte und es in eine malerische Pension mit Café verwandelte. Jetzt ist es ein Geheimtipp für Romantiker und ein wunderschöner Ort, um die Seele inmitten der Natur baumeln zu lassen. Nicht weit vom historischen Hof entfernt befindet sich das Grenzmuseum Schifflersgrund. Es zeigt alte Militärfahrzeuge und Hubschrauber aus ostdeutscher Zeit sowie den am längsten erhaltenen Teil ostdeutscher Grenzanlagen.

Der heißeste Ort im Kalten Krieg Point Alpha war der Name eines US-Beobachtungspostens im sogenannten „Fulda-Gap“. Er galt als der heißeste Punkt im Kalten Krieg, an dem die NATO erwartete, dass der Warschauer Pakt im schlimmsten Fall zuschlagen würde. Der am Grünen Band gelegene Beobachtungsposten und die alten Grenzanlagen bilden heute ein Denkmal und ein Museum. Ein Wanderweg führt die Besucher dorthin und zum Museum „Haus an der Grenze“. Die Ausstellung konzentriert sich auf den Alltag an der Grenze und zeigt Wachtürme, Grenzinstallationen, Fotografien und Dokumente. Der 14,6 Kilometer lange Wanderweg führt entlang der „Route der Hoffnung“, wo 14 monumentale Skulpturen des Künstlers Ulrich Barnickel einen Abschnitt des ehemaligen Todesstreifens zwischen Hessen und Thüringen markieren.

Schatzkammer der Natur und Denkmal für spätere Generationen: Das Grüne Band zieht vor allem Besucher an, die intensive Erlebnisse suchen, einen Dialog mit der Natur abseits des Massentourismus. Das traditionelle Agrarmanagement spielt hier eine wichtige Rolle, „grüne“ lokale Konzepte tragen zur Entwicklung eines nachhaltigen Tourismus in der Region bei. Die Natur bildet einen beruhigenden Kontrast zur Vergangenheit.

Informationen zum Grünen Band (www.gruenes-band-monumental.de) und Thüringen gibt’s bei der Thüringer Tourismus, www.thueringenentdecken.de