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Bordeaux statt Paris

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Frankreich

Noch vor 20 Jahren war die Innenstadt schwarz verrußt, entlang des Flusses Garonne reihten sich Industriebrachen und besetzte Häuser, Prostitution und Drogenhandel blühten. Der Glanz der einst führenden Hafenstadt Frankreichs war Geschichte, sie galt als Schmuddelecke. Heute feiern die Franzosen Bordeaux als schicke In-Stadt und sie trägt ein Unesco-Siegel – unter anderem für ihre schneeweißen Prachtgebäude in der Altstadt.

Deren Großputz förderte Bürgermeister Alain Juppé mit Steuermitteln und mit Erfolg. Er gab der Stadt auch ihren Fluss zurück. Die Trostlosigkeit der verlassenen Hafenbaracken wich einer fünf Kilometer langen Promenade. Hier tanzen Kinder in den Wasserspielen, Musiker geben Ständchen, Rentner promenieren, Studenten picknicken. Man hat einen herrlichen Blick auf die Backsteinbrücke, die Napoleon für seinen Feldzug gegen Spanien bauen ließ und die so viele Bögen hat wie der Name Napoleon Buchstaben. Neben der verkehrsberuhigten Innenstadt mit den vielen Radwegen und dem reichen Angebot an Kultur, Kulinarik und Konsum lockt Bordeaux mit seinem sehr futuristisch anmutenden Weinmuseum Cité du Vin.

Am Ufer der Garonne schraubt sich ein 55 Meter hoher Turm aus der kreisförmigen Basis in den Himmel, die mit Aluminium und Glas verkleidete Fassade spiegelt Wasser und Wolken und spielt mit dem Licht. Die Bewegung des Weines im Glas bei der Verkostung soll die Architekten dazu inspiriert haben.

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