Reise

Flensburger Förde Im nördlichsten Teil der Republik lohnt es sich, auf Entdecker- und Genießertour zu gehen / Die Stadt und die Region haben allerhand im Angebot

Dänischer Einschlag wird überall spürbar

Archivartikel

Die Flensburger Förde hat in touristischer Hinsicht sehr viel zu bieten. Ganz hoch im Kurse steht der schöne Hafen an deren schmalen Ende. Er versprüht seinen ganz eigenen Reiz.

Millionen Deutsche kennen die drittgrößte Stadt Schleswig-Holsteins, direkt an der Ostsee gelegen, in erster Linie durch das Kraftfahrtbundesamt. Dies ist aber nicht viel mehr als eine Randerscheinung in einer Gegend im nördlichsten Teil der Republik, die mit vielen anderen Pfunden wuchern kann. Nicht nur wegen des dänischen Lebensgefühls, die Grenze liegt lediglich wenige Kilometer entfernt, lohnt es sich, auf große Entdeckungs- und Genießertour zu gehen.

Dänischer Einschlag

Ein ganz besonderes Flair versprüht die Flensburger City mit ihren zahlreichen historischen Kaufmannsgebäuden. Kopfsteinpflaster in vielen Gassen versetzen den Besucher in längst vergangene Zeiten. In schnuckeligen Hinterhöfen – sie versprühen eine große Eleganz – steppt bis weit in die Nacht förmlich der Bär. Ja, der dänische Einschlag ist auf Schritt und Tritt zu spüren – nicht nur kulinarisch, sondern auch kulturell.

In der Fördestadt selbst reicht ein Tag nicht aus, um alle Sehenswürdigkeiten zu erkunden. Hierzu gehört zweifellos die Museumswerft im historischen Hafen. Hier werden Segler nach altem Vorbild zusammengebaut oder historische Schiffe restauriert, damit sie danach wieder in See stechen können.

Ebenso empfehlenswert ist ein Besuch im benachbarten Schifffahrtsmuseum. Hier wird die lange Historie Flensburgs als Hafen- und Handelsstadt lebendig. Wer weiß zum Beispiel schon, dass einst der Handel mit Rum einen ganz hohen Stellenwert hatte und der Ostseemetropole über lange Zeit zu großem Ruhm und Reichtum verhalf. Doch auch das Nordertor, die Heiliggeistkirche, der Nordermarkt, die Rote Straße oder die Phänomenta sind es wert, unter die Lupe genommen zu werden.

Wasserschloss als Wahrzeichen

Befindet sich Flensburg bereits ganz oben im Norden, gibt es mit dem benachbarten Glücksburg eine Kommune, die sogar noch ein Stückchen weiter nördlich liegt. Das dortige Wasserschloss, ein Wahrzeichen des Bundeslandes Schleswig-Holstein, wird gerne auch als die „Wiege der europäischen Königshäuser“ bezeichnet. Und dies trifft den Nagel auf den Kopf. Denn die „Blaublütigen“ in den meisten Monarchien des Kontinents haben ihren Ursprung hier an der Förde.

Idyllisch ist der Anblick des Bauwerks, das im Übrigen komplett von einem Teich umgeben ist und sich bis auf den heutigen Tag im Besitz der Adelsfamilie Schleswig-Holstein-Sonderburg-Glücksburg.

Die gesamte Anlage kann besichtigt werden, und bei den mit vielen interessanten Informationen gespickten Führungen erfahren die Besucher unter anderem, dass in dem Schloss aus der Zeit der Renaissance die letzte deutsche Kaiserin Auguste Viktoria regelmäßig residierte und einen Teil ihrer Freizeit verbrachte.

Und wer schon mal da ist, geht nur einige wenige Schritte – und landet im Glücksburger Rosarium. Vor allen Dingen im Frühling und im Frühsommer bietet sich dem Blumenfreund ein wahres Eldorado an herrlich duftenden Rosen.

Mehr als 500 verschiedene Arten, darunter historische, moderne, aber auch Wild- und Kletterrosen, sind hier zu bestaunen. Nicht zu vergessen: Hier gibt es die voraussichtlich größte Sammlung englischer Rosen in Deutschland.

Die Gemeinde Unewatt hat rund 75 Einwohner. Das Besondere: Ihre Privatsphäre wird zwar jederzeit respektiert. Aber den Alltag verbringen sie dennoch nicht allein. Sie sind nämlich wichtiger Bestandteil des Landschaftsmuseums Angeln/Unewatt.

Bereits in den 80er Jahren war es das Bestreben des Landkreises Schleswig-Flensburg, den kompletten Wiederaufbau des Marxenhauses in ein gesamtheitliches museales Konzept zu integrieren. Ein Plan, der voll aufgegangen ist, wie die große Zahl begeisterter Besucher zeigt.

Spuren freigelegt

In der folgenden Zeit wurde der gesamte Ort in das Museum eingegliedert. Sämtliche Spuren längst vergangenen landwirtschaftlichen Lebens und Wirkens wurden freigelegt, um sie aufzuzeigen und für die Nachwelt zu bewahren. Insgesamt darf man sich auf fünf „Museumsinseln“ freuen. Marxenhof, Räucherei, wasserbetriebene Buttermühle, Windmühle „Fortuna“ sowie Christesen-Scheune entführen in die gute alte Zeit, in der sich vieles weitaus schwieriger als heute darstellte, die aber auch viele schöne Seiten bot, die im Jetzt und Hier von manchem vermisst werden.

Viele schöne Strände

Eine Visite ohne ein Bad in der Ostsee – das geht mal gar nicht. Die Förde hat eine große Fülle an schönsten Sand- und Naturstränden im Angebot, die skandinavischen Flair bieten und vom Panoramablick auf die gegenüberliegende dänische Küste geprägt sind.

Ob im Ostseebad Glücksburg, in Drei/Holnis, in Solitüde, Langballigau oder Wassersleben – überall warten auf den Urlauber feinsandige Strandabschnitte, die nicht überlaufen sind und an denen man sich eine leichte Brise um die Nase wehen lassen kann.

Und was wäre eine Stippvisite am Strand ohne kulinarischen Fischgenuss? Zum Beispiel in Odins Fischhaus in Langballigau – frisch aus dem Meer direkt auf den Teller. Ein echter Geheimtipp!

Wenn es am schönsten ist, geht jeder Urlaub (leider) mal zu Ende. Mit vielen tollen Eindrücken geht es schließlich wieder, schweren Herzens, in Richtung Heimat. Allerdings: Es gibt bestimmt ein Wiedersehen, denn der hohe Norden ist viel zu schön, um nicht wiederzukommen.