Reise

Nordschwarzwald Mit einer ungewöhnlichen Aktion macht die Region auf sich aufmerksam

Der Tannenduft kommt per Postkarte

Natur im Einklang mit immergrünen Wäldern und malerischen Dörfern kennzeichnet den Schwarzwald in der nördlichen Hälfte von Baden-Württemberg. Mit einer ungewöhnlichen Postkarte macht nun die Region zwischen Karlsruhe, Pforzheim, Bad Teinach und Calw auf sich aufmerksam, um eine Auszeit in der Natur mit allen Sinnen zu genießen.

Aus der Krise heraus geboren

Für den Urlaub im Ländle ist durch das Herunterfahren (shut down) des Tourismus in der Corona-Kriseein ganz besonderes Accessoire entstanden, das als Duftpostkarte mittlerweile bundesweit für große Begeisterung sorgt. Statt bunte Bilder oder bewegende Videobotschaften auf Social Media Kanälen wurde eine Postkarte entwickelt, die sowohl optisch als auch aromatisch die Sehnsucht nach Ruhe und Gelassenheit weckt. „Wir haben uns ganz bewusst auf unsere regionaltypischen Besonderheiten konzentriert“, so René Skiba, Geschäftsführer der Tourismus GmbH Nördlicher Schwarzwald, der in Kooperation mit dem Forst sprichwörtlich alles „auf eine Karte setzt“.

Und das hat seinen Grund. Mit seinen bewaldeten Berghängen und weitem Blick von den Höhen hinab ins Tal erkennt der Betrachter das Bild auf der Postkarte als typische Schwarzwaldlandschaft, wie sie auf der ganzen Welt bekannt ist. Reibt man jedoch mit dem Finger sanft an dieser Bilderbuchlandschaft, so verströmt sofort ein unverkennbarer und einzigartiger Duft, der Urlauber, Wanderer und Erholungssuchende gleichermaßen in Urlaubsstimmung versetzt.

Die Kraft der Natur

„Hier erkennt man die Kraft der Natur“, urteilt Frank Lindenberger, der an der Postkarte schnuppert und schmunzelt. Als Revierförster von Bad Teinach-Zavelstein hat er auf dem sonnig weiten Landschaftsbild schwerpunktmäßig die Weißtannen entdeckt, die sowohl in forstwirtschaftlicher, als auch in touristischer Hinsicht eine wichtige Baumart für die Region darstellen.

„Hier im Nordschwarzwald hat die Weißtanne ihr natürliches Verbreitungsgebiet – und somit ihr ökologisches Optimum. Hier fühlt sie sich daher am Wohlsten“, so der Tenor des Fachmanns,. Und Förster Lindenberger ergänzt: „Im Einzugsbereich der Teinacher Quellen sind wir darauf angewiesen, dass immer ausreichend Wassernachschub kommt.“

Der Wald, bestehend aus Weißtannen und Buchen, kann die Niederschläge filtern und das Wasser im Untergrund halten. Zudem hat diese Baumart eine wunderbare, zusätzliche Eigenschaft: sie verströmt den unnachahmlichen Tannennadelduft, den die Postkarte auf eindrucksvolle Art und Weise nach außen transportiert. „Dieser Duft hat einen ätherisch anregenden Charakter und bedient damit eine ökonomische und eine ökologische Schiene.“ Das heißt, der Tannenwald ist sowohl für den Tourismus, als auch für die Forstwirtschaft von Nutzen und daher als Naturlandschaft und Lebensgrundlage für den Menschen nutzbar.

Heilkraft des Waldes

Wer in den Wald geht, spürt es instinktiv: Wald tut gut. Wissenschaftler haben sich mit dieser Frage beschäftigt und festgestellt, dass Waldluft nicht nur 90 Prozent weniger Staubteilchen enthält als Stadtluft, sondern zudem Stoffe, die sich positiv auf unsere Gesundheit auswirken.

Für Frank Lindenberger sind die Weißtannen daher mehr als Lieferanten von Holz und Sauerstoff. Sie sind faszinierende Lebewesen mit einem erfreulichen Nebeneffekt: „Der Duft der Weißtanne beinhaltet sogenannte Terpene. Das sind pflanzliche Botenstoffe, die die Kommunikation zwischen Bäumen ermöglichen, um sich gegenseitig vor schädlichen Käfern zu warnen und zudem uns Menschen Ruhe und Entspannung bescheren. Terpene erweitern die Bronchien, was wiederum Asthmatiker zu schätzen wissen und bieten messbar positiv Erholung und Regeneration bei Stress.“

Die duftende Postkarte ist damit eine Aufforderung, etwas für die eigene Gesundheit zu tun und sein Immunsystem im Nordschwarzwald zu stärken. Wellness im Wald gibt es dazu passend im idyllisch gelegenen Landhotel Talblick zu entdecken, das auf der Hochebene des Oberen Teinachtals in Oberkollwangen liegt. Wer die Einzigartigkeit der Tier- und Pflanzenwelt erkunden möchte, ist hier zum Waldbaden eingeladen. „Wir gehen gemeinsam in den Wald, um die Natur auf uns wirken zu lassen“, beschreibt Gerhard Stoll das mittlerweile geläufige Modewort, das der modernen Gesellschaft die Legitimation gibt, sich unter Bäumen entspannen zu dürfen.

Und weil sich Bewegung und gesunde Kost stärkend auf Geist und Körper auswirken, serviert man kulinarische Besonderheiten aus dem Wald, die in Zeiten ständiger Erreichbarkeit dazu einladen, die frisch zubereiteten, regionalen Spezialitäten in Ruhe und bewusst mit allen Sinnen zu genießen.