Reise

Allgäu Bad Hindelang feiert mit den Gästen den 29. Februar

Geburtstagsparty im „Sonnenjahr“

Archivartikel

Wer sein Leben der Astronomie widmet, weiß, warum ein Schaltjahr „Sonnenjahr“ genannt wird und weshalb drei Schaltjahre in 400 Jahren ausfallen. Wer am Samstag, 29. Februar, Geburtstag hat, sollte wissen, dass in Bad Hindelang (Allgäu) an diesem Tag die urigste Schaltjahr-Party Deutschlands stattfinden wird – eine Geburtstags-Party, an der jeder teilnehmen kann: „Wer Zeit und Lust hat und am 29. Februar geboren ist, darf mitfeiern“, sagt der Bad Hindelanger Tourismusdirektor Maximilian Hillmeier. Neben einem Drei-Gänge-Geburtstagsmenü erwartet die Gäste ein aus 29 Zutaten gebackener Kuchen mit 29 Kerzen sowie eine Pferdeschlitten- und Kutschfahrt ins Hintersteiner Tal, das im Naturschutzgebiet der Allgäuer Hochalpen liegt. Die Kosten für die Feiern am 29. Februar übernimmt die Gemeinde Bad Hindelang. Seit 1988 ist die Schaltjahr-Geburtstagsfeier ein fester Bestandteil im Kalender des bekannten Ferienorts in den Allgäuer Alpen.

„Wir freuen uns sehr darauf, nach vier Jahren Pause wieder eine Reihe von Schaltjahr-Geburtstagskindern mit ihren Angehörigen in Bad Hindelang begrüßen und mit ihnen einen unvergesslichen Tag erleben zu dürfen. Unsere Schaltjahr-Feiern sind seit jeher sehr emotional und ein Fest für alle Generationen – die Party kommt einem Familienfest gleich. Sollte es uns gelingen, neue Gäste für unsere Feier zu begeistern, wäre das wunderbar“, so Maximilian Hillmeier. Traditionell wird der Tourismusdirektor die Veranstaltung mit einer 29-Wörter-Rede eröffnen, dafür hat er exakt 29 Sekunden Zeit.

Die Bad Hindelanger Schaltjahr-Party beginnt bereits am 28. Februar: „Wir werden uns am Freitagabend zuvor zu einem Geburtstagsmenü treffen, das von der Weinsommelière Maria Großer begleitet wird. Um Mitternacht feiern wir dann mit unseren Gästen in den Geburtstag hinein, ehe wir unsere Schaltjahr-Party am Vormittag des 29. Februar im Hintersteiner Tal fortsetzen werden“, so Tourismusdirektor Hillmeier.

Verlässliche Informationen, wie viele Menschen in Deutschland am 29. Februar ihren Geburtstag feiern, gibt es kaum. Warum der 29. Februar nur alle vier Jahre im Kalender vermerkt ist, ist ein astronomisches Phänomen: Der Zusatztag ist notwendig, weil die Erde für ihre Umrundung der Sonne nicht 365 Tage benötigt, sondern 365 Tage, fünf Stunden, 48 Minuten und 46 Sekunden. Das so genannte „Sonnenjahr“ dauert also knapp sechs Stunden länger als ein normales Jahr. Gäbe es nicht (fast) alle vier Jahre am 29. Februar einen zusätzlichen Schalttag, würde unsere Zeit im Laufe eines Jahres um knapp sechs Stunden von der astronomischen Realität abweichen. Demzufolge hat das Jahr 2020 nicht 365, sondern 366 Tage.

Nach dem Gregorianischen Kalender sind immer jene Jahre Schaltjahre, deren zwei letzte Zahlen ohne Rest durch vier teilbar sind. Eine Ausnahme bilden die Jahre, die sich zwar durch 100, nicht jedoch durch 400 teilen lassen: In den Jahren 1700, 1800 und 1900 gab es somit keinen 29. Februar, anno 2000 hingegen war ein Schaltjahr. Das Jahr 2100 wird demzufolge erneut ohne 29. Februar auskommen müssen.

In Deutschland gibt es für den 29. Februar sogar eine rechtliche Regelung – diese ist im Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) festgeschrieben. Demzufolge werden am 29. Februar geborene Menschen in Nicht-Schaltjahren mit am 1. März Geborenen gleichgesetzt. Das heißt: Wer an einem 29. Februar geboren ist, seinen 18. Geburtstag jedoch in einem Nicht-Schaltjahr feiern würde, sollte dies am 1. März tun. Der Grund: Per Gesetz erreicht er erst an diesem Tag seine Volljährigkeit. dpr