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Gut geschützt auf Reisen

Archivartikel

Für fremde Länder werden verschiedene Impfungen empfohlen. Wir erklären, welche Krankenkasse was bezahlt.

Beim Urlaub in den Tropen mit Malaria fiebernd im Krankenhaus landen? Das möchte man sich lieber ersparen. Dass Vorsorge billiger ist, als die Krankheitskosten durch Reiseinfektionen zu zahlen, haben inzwischen auch viele gesetzliche Krankenkassen erkannt. Was die Kassen zahlen, ist aber höchst unterschiedlich.

Von den großen Kassen kümmern sich die Techniker Krankenkasse, die Hanseatische (HEK) und neuerdings auch die Barmer am meisten um die Gesundheit ihrer reisenden Mitglieder. Sie erstatten die Kosten für die am häufigsten empfohlenen Impfungen, wenn sich der Reisende vom Vertragsarzt oder beim Gesundheitsamt impfen lässt und die Ständige Impfkommission die Impfungen empfiehlt. Und sie schließen eine Malaria-Prophylaxe mit ein. Barmer und Techniker übernehmen sogar die vollen Kosten für Reiseschutzimpfungen, die HEK zahlt das ärztliche Honorar nur in Höhe der Vertragssätze. Ähnliches gilt für die BIG direkt gesund. Sie bezahlt allerdings die ärztliche Leistung bis zum maximal 2,3-fachen Satz. Und die DAK erstattet 90 Prozent der Gesamtkosten.

Manche Kassen zahlen gar nicht für die Reiseschutzimpfung

Wenig spendabel ist unter den großen Kassen etwa die Kaufmännische Krankenkasse KKH, die sich überhaupt nicht an der Impfvorsorge für Reisen beteiligt. Oder die AOK Bayern, die höchstens 100 Euro Zuschuss gibt. Auch bei Impfungen und Malaria-Prophylaxe schränkt die AOK Bayern, wie viele andere, die Kostenerstattung ein: Sie trägt 80 Prozent der Kosten für bis zu 100 Euro Impfstoffausgaben, ohne Behandlungskosten des Arztes. Andere AOKs zahlen nur bis zu 50 Euro. Ähnlich halten es die HKK Erste Gesundheit (80 Prozent, maximal 200 Euro) und eine Reihe von Innungs- und Betriebskrankenkassen.

Das sieht auf den ersten Blick gut aus, ist aber kaum ausreichend. So kostet allein die Kombi-Impfung gegen Hepatitis A und B um 250 Euro. Bei den AOKs gibt es den generellen Vorbehalt, dass sie Impfungen für Auslandsreisen nur unter bestimmten Voraussetzungen bezahlt. Nachfragen lohnt sich. Das gilt auch für Mitglieder von Betriebskrankenkassen. Ihre Kassen sind gegenüber Impfungen für Auslandsreisen generell aufgeschlossen, aber sehr unterschiedlich geregelt. Bei fast allen Kassen gleich ist, dass Reiseimpfungen im Kostenerstattungsverfahren bezahlt werden. Der Versicherte muss das Geld also erst einmal auslegen. Wichtig ist deshalb, sich vom Arzt eine Rechnung geben zu lassen, in der der Name des Geimpften sowie die Kosten für den Impfstoff und für die Arztleistung aufgeführt sind. Die Rechnung reicht man bei seiner Kasse ein. Diese erstattet dann den Rechnungsbetrag – allerdings wie bei anderen Kassenleistungen auch abzüglich der gesetzlichen Zuzahlung. Die beträgt zehn Prozent des Impfstoffpreises, mindestens jedoch fünf und maximal zehn Euro. Die Impfkosten für berufliche Auslandsreisen werden grundsätzlich nicht bezahlt. Das ist Sache des Arbeitgebers.

Einige Kassen haben Sonderregelungen. So übernimmt die Siemens-Betriebskrankenkasse nur 70 Prozent der Kosten. Andere beschränken das Arzthonorar für die Impfung oder zahlen es gar nicht. Was genau übernommen wird, erfragt man daher am besten vor dem Arztbesuch bei seiner Krankenversicherung.

Eine tabellarische Übersicht mit den Leistungen für Reiseimpfungen bei 49 Krankenkassen hält die Stiftung Warentest auf ihrer Website www.test.de/krankenkassen bereit, der Zugriff kostet aber 3,50 Euro. Eine große Übersicht über die Impfleistungen der Krankenkassen ist auch auf der Internetseite des Centrums für Reisemedizin (www.crm.de) unter dem Stichwort „Kostenerstattung“ abrufbar. Dort findet man auch Adressen von Beratungsstellen. Diese geben Auskunft, welche Impfungen für welche Länder zu empfehlen sind. Auch das Auswärtige Amt informiert auf seiner Website (www.auswaertiges-amt.de) über Gesundheitsrisiken in Reiseländern. Vor allem bei Fernreisen in weniger besuchte Regionen sollte man jedoch nicht nur auf diese Quellen vertrauen, sondern die Schutzimpfungen in einem Gespräch mit dem Tropenarzt klären. Das gilt auch für die Malaria-Prophylaxe. Denn wegen wachsender Resistenzen wechseln die wirksamen Medikamente schnell.