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Hello Darling!

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Durch den niedrigen Pfundkurs ist ein Urlaub auf der BrexitInsel im Moment recht günstig. Fünf Gründe, warum Südengland gerade jetzt nocheinen Besuch wert ist – vor allem mit Kindern.

1. Geschichte erleben

Der britische National Trust ist eine gemeinnützige Organisation, die sich um Gebäude und Gärten, Bauwerke, Kirchen und Schlösser kümmert. Wer Mitglied wird, bekommt ein dickes Buch mit allen sehenswerten Orten. Touristen können sich auch ein Sieben- oder 14-Tage-Touring-Pass kaufen. Schon nach drei, vier Besuchen lohnt sich das. Und zu sehen gibt es in Südengland viel. Kinder sind begeistert von Burgen wie etwa dem mittelalterlichen Wasserschloss Bodiam Castle, vor dem riesige Karpfen im Burggraben schwimmen und sie lernen, wie das mit dem Kacka funktionierte, als es noch keine Toilettenspülung gab.

Auch beispielsweise im prunkvollen Herrenhaus Kingston Lacy werden alle glücklich. Die Eltern bestaunen das Wohnzimmer à la „Downton Abbey“, das Kind kann Rätsel lösen, Zaubermasken basteln, und auf dem Waldspielplatz sind Baumstämme die Klettergerüste. Und diese Gärten... – hatten wir schon die Gärten erwähnt?

2. In der Natur campen

Das kann man im New Forest beispielweise. Wo Ponys, Kühe und Esel grasen, kann man sogar sein Zelt aufstellen. Manchmal brechen die Tiere in die Zelte ein, was aber für sie gefährlicher ist als für die Bewohner. Wenn sich die Vierbeiner etwa an Plastiktüten vergehen.

Wer England mit dem Auto und Zelt oder Wohnmobil bereist, muss sich erst einmal an den Linksverkehr gewöhnen und an die sehr engen Straßen. Aber auch im Autoverkehr sind die Engländer höflich. Für die Hipster gibt es diverse Campingunterkünfte in allen Abstufungen: von der Luxusvariante mit solarbetriebenen Handyladestationen bis zum Basiszelt mit Komposttoiletten. Im Dartmoor in der Grafschaft Devon gibt es weder Licht noch Handyempfang. Perfekt für alle, die nach „Auszeiten“ suchen. Geweckt wird man um fünf Uhr, wenn der Hahn kräht.

Aber Vorsicht: An der Südküste gibt es nicht nur das liebreizende England, sondern eben auch prollige Campingplätze mit Spielparks, auf denen schon Dreijährige an den Glücksspielautomaten stehen. Man erkennt diese Plätze an einer sehr großen Anzahl an Mobilheimen

3. Die Landschaft bestaunen

Nicht nur in Cornwall, das Menschen aus Rosemunde-Pilcher-Filmem kennen, die eigentlich solche Filme nicht schauen, ist es wirklich reizend. In Dorset an der Jurassic Coast ist man mitten im „Fünf-Freunde“-Land. In dem Dorf West Bay steht man an den Klippen, wo die wunderbare Serie „Broadchurch“ gedreht wurde. Es gibt tolle Strände, beeindruckende Steinklippen, riesige Gärten und eben die Moorlandschaften. Das Exmoor in den Grafschaften Devon und Somerset ist noch nicht so bekannt wie das Dartmoor, in dem etwa „Der Hund von Baskerville“ von Sir Arthur Conan Doyle spielt.

4. Das Essen essen

Die Zeiten, in denen man in Großbritannien nicht mal einen guten Kaffee bekam, sind schon längst vorbei. Vorurteile über die englische Küche bekommt man in den Gastropubs keineswegs bestätigt: Hier gibt es nicht nur Fish & Chips. Sonntags wird der „Sunday Roast“ gepflegt. Und mit einem „Full English Breakfast“, also einem Frühstück mit Schinken, Ei, Bohnen, Pilzen, Tomaten & Co. braucht man eigentlich den ganzen Tag nichts mehr. Aber auch gesundheitsbewusst sind die Engländer inzwischen – und kaufen regionales Fleisch und Gemüse.

Jede Region von Kent bis Cornwall hat nicht nur ihre eigene Eiscreme, sondern ganz unterschiedliche Varianten, wie man die Scones zum Cream Tea essen sollte.

5. Die Höflichkeit genießen

Brexit hin, Brexit her. Die Engländer sind genau so freundlich wie ihr Ruf. Zumindest zu Touristen aus Europa. Sie entschuldigen sich, wenn man sie anrempelt, stehen anständig Schlange und sind meist auch recht kinderfreundlich. Wenn in den Gastropubs Kinder Zugang haben (das ist nicht immer so), gibt’s Malstifte und Kindermenüs.