Reise

Ilomantsi statt Helsinki

Finnland

Helsinki ist hip, vielsprachig und bunt. Ilomantsi gibt sich traditionsbewusst, finnisch und grün. Der Landstrich Nordkarelien gilt als das eigentliche Herz Finnlands, und im kleinen Ilomantsi schlägt es sicher am lautesten. Waffen und Kanonen längs der Straßen erinnern an die beiden Kriege gegen die Sowjetunion. Im Karelischen Zentrum steht komplett erhalten die Hütte des Generals Raappana, von der er die Bewegungen seiner Truppen organisierte. Seine Stimme dringt knisternd aus dem Radio.

Im nahen „Sängerhaus“ spielen junge Musiker für Besucher die Kantele, ein Zupfinstrument, dessen Töne einer Harfe, aber auch einer Zither ähneln. Wie ein riesiger Resonanzkörper verstärkt die hölzerne Bauernstube die perlenden Töne. „Liebchen aus Karelien“ heißen die Stücke, und „In karelischen Weiten“. Im Nebenzimmer findet sich eine beachtliche Sammlung von Ausgaben des finnischen Nationalepos, dessen Verse der Arzt Elias Lönnrot gesammelt hat.

Und im Restaurant Parppeinpirtti wartet ein karelisches Büfett: Pilzsalat, in Rote Bete mariniertes Sauerkraut, geräucherte Rotaugen und karelischer Fleischtopf stehen für das klassische Erbe, Lachs in Sahne und Ziegenkäseterrine sind Zugeständnisse an die Gegenwart.

Das eigentliche Erkennungszeichen der karelischen Küche aber sind die 20 verschiedenen Arten von Piroggen. Und natürlich Kukko, ein Brot, das mit Fisch, Fleisch oder Gemüse gefüllt wird und eine ganze Mahlzeit mit verschiedenen Gängen ersetzt. Mehr Finnland geht nicht.

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