Reise

Allgemein Barrierefreier Tourismus für die Generation 60plus bietet eine große Vielfalt

Im Rollstuhl durch das Wattenmeer

Nie waren Senioren aktiver und reisefreudiger als heute. Und nie waren barrierefreie Urlaubsangebote vielfältiger. Aus Anlass des Deutschen Seniorentages stellen die Vorreiterregionen im Barrierefreien Tourismus in Deutschland einige Reiseideen für die Generation 60plus vor.

Ob sonnenverwohnte Weinregionen, historische Innenstädte oder echte Wildnis: Die Arbeitsgemeinschaft Barrierefreie Reiseziele in Deutschland vereint einige der schönsten Flecken der Bundesrepublik. Seit Jahren bauen die Vorreiterregionen im Tourismus für alle ihre Angebote für die Generation 60plus aus. Auf dem Deutschen Seniorentag vom 28. bis 30. Mai in Dortmund zeigen sie, wie bunt und vielfältig barrierefreies Reisen ist.

Im Südwesten Deutschlands, im Süden der Pfalz, ist das Klima so mild, dass hier nicht nur Wein hervorragend gedeiht, sondern auch Zitronen, Feigen und Kiwis wachsen: Die Südliche Weinstraße ist deshalb beliebt bei Genießern und Gourmets. Sie ist, nicht zuletzt dank der guten Erreichbarkeit, ein Reiseziel für alle Generationen. Den Saisonauftakt geben traditionell die Pfälzer Mandelwochen. Bis Ende April führen Fahrten im Oldtimerbus durch die malerischen Weindörfer vorbei an der rosafarbenen Blutenpracht. Wanderungen und Genusstouren entlang des Pfälzer Mandelpfads sind ein Fest für die Sinne. Ein besonders kulturvolles Wandererlebnis bietet der neu eröffnete Slevogtweg in Leinsweiler, der an das Wirken des Impressionisten Max Slevogt erinnert. An zwölf Stationen, verteilt über neun Kilometer, zeigen Tafeln seine Gemälde an den Orten ihrer Entstehung. Elf Originalwerke des Künstlers sind im Schloss Villa Ludwigshöhe zu sehen.

Weiter im Norden wird mediterrane Lebensart vom großen Naturerlebnis abgelost. Der Nationalpark Eifel befindet sich nur etwa 65 Kilometer südwestlich von Köln und ist doch eine ganz andere Welt. Bemerkenswert sind die Anstrengungen der Nationalparkverwaltung, das Erlebnis der einmaligen Landschaft und ihrer vielfaltigen Flora und Fauna möglichst allen zugänglich zu machen. Zu den wichtigsten barrierefreien Angeboten gehört die umfangreiche Erlebnisausstellung „Wildnis(t)räume“. Beliebt ist auch der Naturerlebnisraum Wilder Kermeter, ein über sechs Kilometer langes, barrierefreies Wanderwegenetz mit Sinnesliegen sowie einer einmaligen Aussicht auf den Rursee. Direkt angeschlossen ist der 1,5 Kilometer lange Naturerkundungspfad „Der Wilde Weg“ mit zehn interaktiven Stationen. Jeden Sonntag führen Ranger kostenfrei durch den Wald. Sie können auch auf Demenzkranke eingehen. Schwerhörige Gäste können für die Tour im Vorfeld mobile Hörverstärker ausleihen.

Junge Seehunde in ihrem neuen Zuhause besuchen oder im Teemuseum durch Jahrtausende alte Weltkultur wandeln: Ostfriesland hält nicht nur eine belebende Brise salzige Nordseeluft, sondern auch spannende Geschichten bereit. Die Region zählt zu den Pionieren auf dem Gebiet des barrierefreien Tourismus. So können Gäste mit Gehbehinderungen an einigen Küstenorten wie Dornumersiel und Wilhelmshaven und auf einigen Inseln wie Langeoog und Norderney Strandrollstühle mit großen Reifen ausleihen, um auch durch feinen Sand oder das Watt fahren zu können. Auch im Ostfriesischen Teemuseum in Norden kommen Rolli-Fahrer gut zurecht. Ebenso wie in der Seehundstation Norddeich, wo verwaiste Seehunde aufgenommen und auf ihr Leben in der Nordsee vorbereitet werden. Und im „Park der Gärten“ in Bad Zwischenahn gibt es Erlebnisse und Führungen für alle Sinne: einen Tastgarten mit Informationen in Brailleschrift, eine Duftarena, Duftpflanzen und eine Duftorgel.

Auch Erfurt im Herzen von Thüringen ist auf aktive Senioren eingestellt. Für Menschen im Rollstuhl oder mit Gehschwierigkeiten gibt es spezielle Stadtführungen, Electro-Scooter können ausgeliehen werden.

Infos untere www.barrierefreie-reiseziele.de im Internet. tpr