Reise

Dallas und Fort Worth Die „Stadt der Cowboys“ und „Big D“ haben auch viel architektonische Glanzpunkte zu bieten

Kulturbauten von Rang erschaffen

Wenn man „The Big D“ und die „Stadt der Cowboys und Kultur“ einmal näher betrachtet, gibt es jede Menge architektonische Highlights zu entdecken – denn eine gewisse Rivalität hat sich in den letzten Jahrzehnten positiv auf den Städtebau ausgewirkt und lässt Dallas und Fort Worth heute in neuem Licht erstrahlen.

So beauftragte Fort Worth – nachdem Dallas eine Philharmonie von Ieoh Ming Pei hatte errichten lassen – den Japaner Tadao Ando mit dem Bau eines Museums für moderne Kunst. Und während Dallas mit einem neuen Theater und einer neuen Oper aufwarten konnte, entstand in der Nachbarstadt ein Naturkundemuseum nach den Plänen des Mexikaners Ricardo Legorreta. Initiiert worden war dieser Wettkampf im Herbst 1966, als Louis Kahn den Auftrag für das Kimbell Art Museum in Fort Worth erhielt – ein noch immer unerreichtes Meisterwerk.

Dallas wird mit seinen Wolkenkratzern gern als Hauptstadt der Öl-Barone porträtiert. Ganz im Gegensatz zu diesem Klischee hat der ölbedingte Reichtum aus Dallas in den letzten Jahren zunehmend eine Kulturstadt gemacht. Nicht erst mit dem Meyerson Symphony Center von 1989, entworfen von I. M. Pei, oder dem Nasher Sculpture Center von Renzo Piano hat sich Dallas Kulturbauten von Rang erkauft.

Mit dem Wyly-Theater und der neuen Oper wird die neue Architektur auch auf den Bereich der darstellenden und musikalischen Künste ausgedehnt. Sie liegen entlang der Flora Street einander gegenüber und bilden ein räumlich spannendes Tor. Architektonisch könnten sie kaum unterschiedlicher sein: Während das Wyly-Theater von Rem Kohlhaas – ein schlanker, hoher Turm – betont cool und experimentell daherkommt, stellt Norman Fosters Winspear Opera House die traditionelle Form einer Oper in einer modernen Verpackung dar.

Historisch betrachtet wurde in Dallas mit dem 15-stöckigen Praetorian Building von 1905-09 das erste Hochhaus im Westen der USA errichtet. Zwischen 1910 und 1930 erlebte Dallas eine erste Blütezeit und einen Bauboom. Viele historische Gebäude in der Innenstadt, die heute unter Denkmalschutz stehen, entstanden in dieser Zeit.

Der Architekt George Dahl prägte das Stadtbild von Dallas wie kein zweiter – zwischen 1927 und 1971 entwarf er zahlreiche bedeutende Gebäude, wobei er sich stilistisch von historischer Neorenaissance über Art déco bis zu internationaler Moderne entwickelte. Zwei Beispiele: Das im Neorenaissance-Stil gehaltene Majestic Theatre mit 2800 Plätzen wurde 1921 eröffnet. Hier traten Houdini, Mae West und Bob Hope auf, John Wayne, James Stewart und Gregory Peck besuchten Filmpremieren, die Big Bands von Duke Ellington und Cab Calloway musizierten hier. Es war das prachtvollste Theater in Dallas’ Theatre Row entlang der Elm Street. Die übrigen wurden in den 1970er-Jahren abgerissen, um Wolkenkratzern Platz zu machen – nur das Majestic steht unter Denkmalschutz und blieb erhalten. Das eindrucksvolle, 22-stöckige Adolphus Hotel, 1912 im Beaux-Arts-Stil errichtet, war lange Zeit das renommierteste Hotel der Stadt. Heute steht es ebenfalls unter Denkmalschutz, ist aber weiterhin ein nobles Vier-Sterne-Hotel mit 422 Zimmern.

Ein erstklassiges Beispiel für die klare, elegante und symmetrische Bauweise der Art Déco Architektur kann man nur wenige Kilometer von Dallas entfernt in Fort Worth bewundern: das 16-stöckige Sinclair Building, das im Jahr 1930 von Wiley G. Clarkson entworfen und von Harry B. Friedman erbaut wurde. Das Gebäude gilt nicht nur von außen, sondern auch von innen als Highlight des Art Deco Stils, ganz besonders die malerische Lobby, in der darüber hinaus interessante Artefakte und Bilder zur Geschichte des Hauses sowie der 1990 durchgeführten Restaurierung des Gebäudes zu sehen sind.

Infos gibt es unter www.visitdallas.com/things-to-do/trip-ideas/dallas-architecture-tour.html.