Reise

Lenggries Bei der Skibob-Weltmeisterschaft am Brauneck darf man nicht nur zuschauen

Mitmachen und mit den Athleten mitfiebern sind angesagt

Archivartikel

Auf der Weltcup-Strecke am Brauneck jagen 90 Athleten aus neun Nationen Richtung Sieg. Besucher können beim „Rennen für Jedermann“ selbst die Kufen glühen lassen

Zum ersten Mal nach über 20 Jahren kommen die Skibob-Weltmeisterschaften wieder nach Deutschland: Vom 1. bis 4. März jagen rund 90 Athleten aus aller Welt auf ihren Hightech-Skibobs den Weltcuphang am Brauneck hinab. Sie treten in den Kategorien Riesenslalom, Slalom, Super G und Kombination an.

Für Teilnehmer und Zuschauer wird besonders der obere Steilhang der Lenggrieser Weltcup-Strecke zum Stresstest. Immerhin erreichen Cracks mit dem schnittigen Untersatz Spitzengeschwindigkeiten von bis zu 70 Stundenkilometer. Damit geht‘s bei der Skibob-WM im oberbayerischen Wintersportparadies ähnlich rasant zu wie bei mancher Skiabfahrt.

Am Freitag, 2. März, wenn ab 17 Uhr Flutlicht die Rennstrecke erhellt, erwartet die Besucher das größte Highlight des viertägigen Events: der Nachtslalom mit seiner ganz speziellen Atmosphäre. Aber auch das „Cross-Rennen für Jedermann“ am Samstag, bei dem Abenteuerlustige selbst den Lenker in die Hand und den Bob zwischen die Beine nehmen können, verspricht eine Riesengaudi zu werden ( www.lenggries.de, www.skiclub-lenggries.de).

Topfavoritin für Deutschland ist die 20-jährige Silvia Steininger. „Sie ist unser Aushängeschild“, sagt Petra Mitschke vom Deutschen Skibobverband, der die WM gemeinsam mit dem Bayerischen Skibobverband ausrichtet. „Bei den Deutschen Meisterschaften im Januar hat Steininger bereits im Riesenslalom, Slalom und in der Kombination den Sieg geholt.“

„Für uns ist die Skibob-WM mit all den internationalen Gästen eine tolle Geschichte“, betont Ursula Dinter-Adolf, Leiterin Tourismus Lenggries. Mit dem Ski-Weltcup und seinem familienfreundlichen Skigebiet rund ums Brauneck hat sich Lenggries schon lange einen Namen als Wintersportparadies für Profis und Freizeitsportler gemacht. „Dass wir jetzt neben den Bayerischen und den Deutschen Meisterschaften nun auch die Weltmeisterschaft in einer eher ungewöhnlichen Wintersport-Spielart ausrichten dürfen, freut uns besonders“, sagt Dinter-Adolf.

Dabei ist der Skibob, auch Snowbike genannt, gar nicht mehr ganz neu: Vor bereits 130 Jahren ersetzte der fahrradbegeisterte Amerikaner John C. Stevens das Vorderrad seines Reifens durch eine Schlittenkufe und ließ das Hinterrad zwischen zwei weiteren Kufen hindurchlaufen. Und schon war Radeln auch im Winter möglich. Die erste Skibob-Weltmeisterschaft fand 1951 im bayerischen Kiefersfelden statt, von wo auch der erste deutsche Skibob stammt: das nach seinem Erbauer genannte „Gfäller-Ei“.

Wer neugierig geworden ist, sollte beim „Cross-Rennen für Jedermann“ mitmachen, das die Skischule Michi Gerg am Samstag, 3. März ab 14 Uhr auf dem Streidlhang veranstaltet. Anmeldeschluss für den Wettkampf ist Mittwoch, 28. Februar.