Reise

Pilsen statt Prag

Tschechien

Nein, eine XXL-Burg wie den Hradschin haben die Pilsener nicht, dafür aber einen XXL-Marktplatz: gute Stube? Glatte Untertreibung! Eher ein Open-Air-Ballsaal mit 193 mal 139 Metern, eingerahmt von farbenfrohen Treppengiebel-Fassaden und Bürger-Palais, quasi den VIP-Logen der Stadt, ist der Platz der Republik, wie er korrekt heißt.

Hier begann Pilsens Biertradition – mit einer Überschwemmung: Wütend über die miese Plörre hiesiger Brauer kippen Bürger 36 Fässer aus. Der Magistrat versteht ihren Groll, holt einen gleichnamigen bayerischen Biertüftler: Johannes Groll erfindet 1842 das Pils und beschert der Stadt ihr Gerstensaft-Image – bis heute. Weshalb es in den Läden auch so naheliegende Souvenirs gibt wie Bier-Handcreme, Bier-Aftershave und Bier-Shampoo.

Unbedingt im Alfa oder einem der anderen Pilsener Puppenspielhäuser vorbeischauen, in denen gewitzte Theaterleute ihre Stücke inszenieren. Oder selbst Hand anlegen an Handpuppen, Marionetten und sogenannten Mannequins – die größten, bis zu lebensgroßen Puppen. 300 von ihnen, von fingerklein bis lebensgroß, hängen ständig nur ab – an Haken im Marionettenmuseum, auf Besucher wartend, die sie auf kleiner Bühne ausprobieren.

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