Reise

Region Leipzig Imposante Burgen und prunkvolle Schlösser, die man unbedingt gesehen haben muss

Sächsische Geschichte ganz hautnah erleben

Archivartikel

Sachsen ist ein Land der Schlösser und Burgen: Wo einst Könige residierten und Ritter rauften, kann man heute sächsische Geschichte erleben. Besonders die Region Leipzig weist eine große Dichte an imposanten Burgen, prunkvollen Schlössern und Herrenhäusern inmitten einer abwechslungsreichen Natur- und Flusslandschaft auf. Besucher können an verschiedenen Standorten den Architektur- und Kulturgeschmack der vergangenen Jahrhunderte bestaunen.

Herrschersitz, Jagdschloss, Witwenresidenz – als Wahrzeichen der gleichnamigen Stadt thront Schloss Colditz auf einem Felssporn oberhalb der Zwickauer Mulde und prägt das Stadtbild mit seiner imposanten Erscheinung. Das ursprüngliche Residenz- und Jagdschloss blickt auf eine fast 1000-jährige Geschichte zurück. Im Herzen von Sachsen gelegen, zählt es zu den ältesten Schlössern des Freistaates. Mit seinen weißen Giebeln gilt es als eines der schönsten mitteldeutschen Renaissance-Baudenkmäler des 16. Jahrhunderts und ist nicht nur bei Geschichtsinteressierten ein beliebtes Ausflugsziel. Internationale Bekanntheit erlangte das Schloss durch die Nutzung als Kriegsgefangenenlager für hochrangige Offiziere der Westalliierten während des Zweiten Weltkrieges. Über deren spektakulären Ausbruchsversuchen informiert das Fluchtmuseum im Beamtenhaus.

Inmitten der Delitzscher Seenlandschaft liegt die herrschaftliche Schlossanlage des Barockschlosses Delitzsch. Wilhelm I. von Meißen ließ das Schloss als Teil einer mittelalterlichen Wasserburg errichten. In den folgenden Jahrhunderten wurde es in Etappen mehrfach umgestaltet. Als Damenschloss aus dem 17. Jahrhundert war es lange Zeit Witwenresidenz und auch eine beliebte Reiseresidenz für sächsische Fürsten. Noch heute beeindruckt der barocke Schlossgarten, der nach französischem Vorbild liebevoll angelegt wurde. In dem ursprünglich als mittelalterlicher Wehrturm errichteten Schlossturm informiert eine Ausstellung auf mehreren Etagen über die Stadtgeschichte. Der 50 Meter hohe Turm lädt Besucher außerdem zu einer Aussicht über Stadt und Umgebung ein. Alljährlich im Mai lässt das Delitzscher Schlossfest die Geschichte des Barockschlosses wieder auferstehen.

Als einzig erhaltenes Schloss der deutschen Frührenaissance steht Schloss Hartenfels in Torgau auf einem Plateau über der Elbe. 500 Jahre Reformationsgeschichte schlummern in den Gemäuern des architektonischen Meisterwerkes, das im 15. Jahrhundert erbaut wurde und vielen sächsischen Kurfürsten als Haupt- und Nebenresidenz diente. Das Schloss beherbergt heute zahlreiche Sehenswürdigkeiten wie die Schlosskapelle, die 1544 von Martin Luther eingeweiht wurde, sowie den Wendelstein und den Hausmannsturm im Innenhof, die beide Teil der Repräsentationsarchitektur des Kurfürsten Johann Friedrich des Großmütigen sind. Auf unterhaltsame Weise illustriert eine Dauerausstellung die Geschichte des Schlosses bis ins 18. Jahrhundert und dessen militärische Nutzung im 19. Jahrhundert.

Im Erholungsort Wermsdorf inmitten des Wermsdorfer Forstes liegt das Schloss Hubertusburg als eine der größten Jagdschlossanlagen Europas. Es wurde im Jahr 1752 errichtet und stellt eine der bedeutendsten Schlossanlagen des 18. Jahrhunderts in Deutschland dar. In dem Gebäudeensemble befindet sich noch heute Sachsens einzige Rokoko-Kapelle, die von außen eher unauffällig, von innen jedoch umso prunkvoller erscheint. Im Rahmen einer öffentlichen Führung können Besucher von der dramatischen und wechselvollen Geschichte des prächtigen Schlosses erfahren und außerdem einige gut erhaltene und teils restaurierte Räume des „Sächsischen Versailles“ bestaunen.

Das im Stil eines großen Herrenhauses um 1709 errichtete Jagdhaus Kössern – oft auch als Jagdschloss bezeichnet – gilt als herausragendes Kleinod barocker Baukunst im Muldental nahe der Stadt Grimma. Schon von Weitem erblickt man das hohe Mansarddach und die reich bemalte Fassade. Das Foyer im Erdgeschoss wird von vier Säulen getragen, um den Ausblick in den Garten zu ermöglichen. Eine und weitläufige Treppe führt in das Obergeschoss, in dem ein herrschaftlicher Festsaal, üppiger Stuck und große Deckengemälde die Besucher erwarten. Führungen in historischer Kostümierung und besondere Konzerte der „BurgenLandKlänge“ zählen zum vielfältigen Programm.

Die Burg Kriebstein thront als Turmburg mit Ringwall über Kriebstein am Fluss Zschopau und wurde im 14. Jahrhundert als Wohn- und Herrschaftssitz errichtet. Sie liegt am Lutherweg Sachsen im Zentrum der Städtedreiecks Dresden-Chemnitz-Leipzig und gilt als schönste Ritterburg Sachsens. Höhepunkte bei einer Besichtigung sind der monumentale Wohnturm vom Keller bis zum historisch erhaltenen Dachgeschoss, die Burgkapelle mit wertvollen Malereien von 1440 und das „Kriebsteinzimmer“ mit seinen dekorativen Wandmalereien.

Weitere Informationen unter www.region.leipzig.travel/kultur.