Reise

Südtirol Vorweihnachtszeit beschaulich in Sterzing zelebrieren / Skifahren und rodeln ohne Anstehen am Lift

Schlutzkrapfen am Monte Cavallo genießen

Der erste Schnee bedeckt die Berggipfel von Sterzing. Lichterketten tauchen die Straßen bei anbrechender Dunkelheit in warmes Licht. In der Adventszeit herrscht ein anderer Rhythmus.

Direkt nach dem Skifahren oder Rodeln kann man es sich in Sterzing bei Schlutzkrapfen und Glühwein auf dem Weihnachtsmarkt gemütlich machen, denn von der Rosskopfbahn (Monte Cavallo) bis ins Herz der mittelalterlichen Fuggerstadt sind es nur ein paar Schritte.

Prächtige Bürgerhäuser

Auf diese Weise lassen sich prächtige Bürgerhäuser und mittelalterliche Plätze bestens mit dem Skigenuss verbinden und haben ein ganz anderes Flair als abgelegene Skiorte und Après-Ski-Rummel. Seit letztem Jahr führt eine herrliche Talabfahrt von 2200 Metern Höhe über fünf Kilometer direkt nach Sterzing. Und zwar nicht über monotone, wenig anspruchsvolle Ziehwege, sondern über Wiesen und Hänge, die einen herrlichen Blick auf die Alpenstadt im Eisacktal freigeben und die Vorfreude auf die Einkehr entfachen.

Außerdem wird das Gebiet zwischen Bergstation und Gipfel jetzt durch eine neue Bahn unter dem Schlagwort Telemix erschlossen: einen Sechser-Sessel-Lift und eine Achter-Kabinen-Bahn, die vor allem für Kinder mehr Sicherheit bietet. Urige Hütten laden außerdem bei Südtiroler Köstlichkeiten zum Aufwärmen ein.

Auf Rodler wartet die mit zehn Kilometern längste beschneite Rodelbahn Italiens bis hinunter nach Sterzing. Nervenkitzel und Spaß sind garantiert. Die Strecke entlang der Rodelbahn ist mit Holzplanken gesichert. Dienstags und freitags fährt die Seilbahn bis 22 Uhr. Die Rodelbahn ist sogar bis Mitternacht geöffnet und genießt bei Italienern einen ganz besonderen Stellenwert.

Der Zwölferturm als das eigentliche Wahrzeichen von Vipiteno, wie die ehemalige Fuggerstadt auf Italienisch heißt, trennt die Altstadt von der Neustadt und bietet im Winter die romantische Kulisse für den beliebten Weihnachtsmarkt auf dem Stadtplatz.

Lichtergirlanden schmücken die Straßen und Gassen und der Duft ofenfrischer Leckereien zieht durch die Altstadt. Der Sterzinger Weihnachtsmarkt bietet neben Handgemachtem auch Kutschfahrten, Fackelwanderungen, Konzerte und Führungen durch das nahegelegene Bergwerk. Und Schlutzkrapfen.! Die regionale Nudelspezialität wird manchmal mit Fleisch gefüllt, ist aber auch als vegetarische Variante mit zum Beispiel Spinat ein Gedicht.

Reich wurde Sterzing durch Erze und Silber aus dem nahegelegenen Ridnauntal in der Zeit der Handelsfamilie der Fugger. Das Stadtbild mit den herrlichen Erkern und den bunten Fassaden stammt aus dem 15. Jahrhundert, als Sterzing nach einem Brand 1443 neu aufgebaut wurde. Etwa um die gleiche Zeit entstand auch das stattliche Rathaus, dessen Sitzungssaal mit der Wandtäfelung und der Balkendecke als der schönste in Tirol gilt. Hier wird auch heute noch getagt.

Blick ins Passeiertal

Manchmal sind idyllische Winterlandschaften gar nicht so weit entfernt von den Hauptverkehrsstraßen, wie man beim Besuch des Skigebiets im Ratschingstal feststellt. Es zieht sich über 2000 Meter Höhe hinauf bis zum Jaufenpass. Der Blick geht hinunter ins Passeiertal und bei gutem Wetter bis nach Meran. Die Abfahrten sind variantenreich und es gibt – genau wie am Monte Cavallo – kein Anstehen am Lift. Das ist auch gut so, bei Sonne und minus 14 Grad ist Bewegung das Einzige, was wirklich hilft.

Wer Langlaufen oder lange Winterspaziergänge bevorzugt, findet im nahe gelegenen Ridnauntal mit bestens präparierten Loipen ideale Bedingungen. Ratschings und Ridnaun punkten im Winter mit Schneesicherheit: Die Loipen liegen auf einer Seehöhe von 1000 bis 1800 Meter. Da ist Naturschnee für pures Laufvergnügen garantiert.