Reise

Nürnberger Land Kulinarisches im Advent

Springerle in Handarbeit

Archivartikel

Wer sich im Nürnberger Land mit Leckereien für die Adventszeit eindeckt, der kommt um Kalorien nicht drum rum. Da gibt es die sogenannten Springerle aus Eiern, Mehl und Zucker, bei denen verschiedene Motive mit Holzformen in den Teig gedrückt werden. Sie werden bei „Art und Delikat“ in Handarbeit wie anno dazumal gefertigt. Liebevolle Leckereien stehen auch beim „Schokoladenmund“ im Vordergrund, der für seine Trüffelherstellung auf hochwertige Zutaten und Selbstgemachtes setzt. Origineller als Glühwein kommt der „Schokobär“ der Hopferei Hertrich daher, der dank Schoko- und Röstmalznoten wunderbar zu den süßen Sünden passt. Die kann man sich zum Beispiel am „Kalorienweg“ wieder ablaufen. Denn das Nürnberger Land ist eine Ganzjahres-Wanderdestination. (www.urlaub.nuernberger-land.de).

Angefangen hat alles mit einem Koffer mit altem Weihnachtsschmuck, den Gisela Asseraf-Schulz von ihrer Mutter geschenkt bekam. Darin lagen unter anderem bunt bemalte „Springerle“. „Dieses Gebäck, auch Eierzucker genannt, durften wir uns als Kinder immer auf dem Christkindlesmarkt aussuchen“, erinnert sich die Besitzerin der Lebzelterei Art & Delikat aus Offenhausen im Nürnberger Land. „Die alten Springerle waren natürlich steinhart, neue nirgends mehr aufzutreiben – sie waren einfach aus der Mode gekommen.“ Das „Bildgebäck“ stammt ursprünglich aus dem Mittelalter, ist in Süddeutschland und der Schweiz zuhause.

Um ihren Baum traditionell schmücken zu können, wurde die heute 64-Jährige selbst aktiv. Sie stöberte die zur Herstellung benötigten „Model“ auf – das sind Holzformen mit Motiven, die auf den Teig gedrückt werden. Und bot die fertigen, handgearbeiteten Kunstwerke auch auf ihrem Stand am Nürnberger Christkindlesmarkt an. In ihrem Laden werden nicht nur bemalter Baumschmuck, sondern auch Eierzucker zum Essen angeboten. „Da viele Menschen den Anis-Geschmack nicht mögen, verfeinere ich die Springerle auch mit Vanille, Ingwer oder italienischem Grappa“. Das Gebäck heißt übrigens so, weil der Teig im Ofen plötzlich nach oben geht, also aufspringt. Weil die Bäckerin immer wieder auf die Model angesprochen wurde, hat sie diese auch im Sortiment: Aus Ahorn- und Kirschholz, mit unterschiedlichsten Motiven. Gefertigt werden sie im Nürnberger Land in Offenhausen mit moderner Lasertechnik. Auf Anfrage gibt sie Back- und Bemalkurse und stellt individuelle Motivmodel her (www.artunddelikat.com).

Viele Bäckereien im Nürnberger Land stellen selbst nach ihrer eigenen Rezeptur Lebkuchen her. Wandertipps, wie man die kulinarischen Stationen am besten miteinander verbindet, gibt es in den jeweiligen Tourismusbüros.