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Tipps: So sieht traditionelle Tracht aus

Archivartikel

Auch außerhalb Bayerns wird Tracht getragen: Dirndl und Lederhosen haben längst die Regionalgrenze überschritten und werden auf Festen und Geburtstagen gerne angezogen. Ein Überblick, was bei der Trachtenkleidung beachtet werden sollte.

Dirndl und Lederhose trägt Frau und Mann längst nicht mehr nur auf dem Münchner Oktoberfest. Die Tracht erfreut sich großer Beliebtheit vor allem im Rheinland und in Baden-Württemberg. Dabei gibt es Dirndl und Lederhosen in den verschiedensten Varianten - modern bis traditionell. Es gibt jedoch einige unverwechselbare Merkmale für ein bayerisches Dirndl.

Knöchellanger Rock und dezente Farben

Ein echtes traditionelles Dirndl besteht aus einem in Falten gelegten Rock, der ungefähr einen Maßkrug hoch über dem Boden lang ist - also knapp knöchellang. Dazu trägt Frau eine zwei bis drei Zentimeter kürzere Schürze sowie eine weiße oder beige Bluse. Der Stoff der Bluse kann aus Seide, Baumwolle oder feine Wolle sein. Für die gute Passform ist das Mieder wichtig. Die Größe des Maßkruges gibt zum Beispiel auch die Höhe eines Mieders vor. Ein Mieder sollte aus festem Stoff gefertigt und eng geschnürt sein. Für einen richtigen Push-up-Effekt sorgen korsage-ähnliche Stäbchen. Der Ausschnitt wird zudem durch die Borte unterstrichen. Dabei gibt es verschiedene Formen wie Froschmaul oder Herzrüschen.

Die Farbe des Dirndls kann man relativ frei wählen. Bei einem echten Gewand gibt es keine wirklichen Vorschriften. Zu vermeiden sind allerdings knallige Farben. Dezente Farben wie Rosa oder Hellgrün haben sich seit langem bewährt. Ein schwarzes Dirndl mit einer weißen Bluse ist unüblich, da dies früher die Farben von Bedienungen waren. Außerdem sollten Dirndl und Schürze nie dasselbe Muster haben. Die Schürze kann dem Anlass angepasst werden, so die Dirndl-Experten vom Alpenwelt Online-Shop. Für den Biergarten oder das Oktoberfest reicht eine Baumwollschürze. Mit einer Seidenschürze oder einer bestickten Spitzenschürze lässt sich die Tracht für einen festlichen Anlass aufpolieren.

Beim Schmuck gilt: Weniger ist oft mehr. Echte Dirndl haben ein sogenanntes "Gschnürr" am Oberteil. Das ist eine silberne Kette mit Gliedern in Erbsenform, die mit Talern und Amuletten verziert ist. Die Regeln bei der Schleifenbindung der Schürze sind ganz einfach erklärt: Sitzt die Schleife an der Schürze links, ist die Dirndlträgerin Single. Ist sie hingegen auf der rechten Seite gebunden, ist die Dame vergeben bzw. verheiratet. Wird die Schleife hinten zugeschnürt, ist die Trägerin verwitwet. Die Schleife vorne gebunden heißt, die Frau ist noch Jungfrau.

Hirschlederne Kniebundhose

Bei der Lederhose sollten die Männer einige wenige Dinge beachten: Die bayerische Lederhose ist in zwei Formen verbreitet, als Kurze oder als Kniebundhose. Während die kurze Variante bei der Arbeit und zur Jagd getragen wurde, ist die Kniebundhose eher eine Festtagshose. Typisch sind die grüne Bestickung (Eichen- oder Weinlaub) und der Hosenlatz. Seitlich rechts an der Hose ist üblicherweise eine Messertasche angebracht, die für ein Jagdmesser, das Nicker, gedacht ist.

Die perfekte Lederhose ist aus sämisch gegerbtem Hirschleder. Das ist atmungsaktiv, saugfähig und fühlt sich wie eine zweite Haut an. Außerdem entwickelt es über die Jahre den typischen speckigen Glanz. Die Knöpfe der Lederhosen sollten aus Hirschhorn sein. Hosenträger sind erlaubt, aber kein Muss.