Reise

Karibik Die Rundreise über das kleine Eiland Antigua erlaubt einen Blick in die Geschichte von Zuckerrohrproduktion und Sklaverei

Traumausblicke auf die Trauminsel

Archivartikel

Die Karibik ist für fast jeden ein Traumziel. Barbados und Antigua gehören zu den exklusiveren Reisezielen der Karibik.

Die 281 Quadratkilometer große Insel Antigua bietet 365 öffentlich zugängliche Strände. Denn Privatstrände darf es auf Antigua nicht geben.

Antigua besteht aus zwei Inseln Antigua, der Hauptinsel, und Barbuda, der kleineren und fast unberührten Insel – nicht zu verwechseln mit Barbados. Doch wer länger bleiben kann, sollte auf jeden Fall zu mindestens einen Tagesausflug auf die Schwesterinsel Barbuda mit ihren kilometerlangen, teils pinkfarbenen feinen Sandstränden, sowie dem Vogelschutzreservat, unternehmen. Das Eiland ist nicht nur äußerst attraktiv, sondern dort sind auch Tausende von Fregattvögeln mit Flügelspannweiten bis zu zwei Metern zu beobachten.

Mit einem SUV und einem Fahrer, der gleichzeitig auch Guide ist, geht es über die Insel. Auf dem Weg zur Hauptstadt St. John’s geht es erst zu einer der rund 40 aus der Kolonialzeit stammenden Befestigungsanlagen, nach Fort James, einer alten Festungsanlage. Alte Kanonen finden sich noch immer. Und es gibt eine herrliche Aussicht aufs Meer und die gegenüber liegenden Ruinen des Forts Barrington. Fast schon ein verwunschener Ort.

In der Hauptstadt St. John’s, die von immer mehr Kreuzfahrtschiffen angelaufen wird, hat man sich an die Touristenströme gewöhnt. Dennoch atmen Einheimische auf, wenn nach ein paar Stunden die Tagesgäste zurück an Bord sind. St. John’s ist recht klein, und somit braucht man auch nicht allzu viel Zeit, um es zu erkunden.

Sehenswert sind die die Stadt überragenden Kathedrale, die Markthallen, die verschiedenen Bauten aus der Kolonialzeit, und wer shoppen möchte, die zollfreien Einkaufszentren am Hafen. Das Nationalmuseum sieht schon sehr in die Jahre gekommen aus.

Weiter geht es nach Betty’s Hope, früher einer der größeren Zuckerrohrplantagen auf Antigua. Über Jahrhunderte war die Zuckerproduktion der Wirtschaftsfaktor Nummer eins – bevor die Engländer kamen. Leider auch durch die Ausbeutung von Sklaven.

Heute gibt es hier Fundamente der ehemaligen Gebäuden, zwei schöne, restaurierte Zuckerwindmühlen und ein kleines Museum mit einer einfach gestalteten, aber eindrucksvollen Ausstellung über die mehr als 300-jährige Geschichte der einst größten Zuckerrohrplantage zu sehen. Ein beeindruckender und auch bedrückender Ort, die Unterdrückung und Qualen der Sklaven sind hier fast greifbar nachzuempfinden.

Noch mehr nachzuempfinden ist das Leid bei der weiter östlich liegenden Devil’s Bridge, einer natürlichen Brücke, die im Laufe von Millionen Jahren vom Meer geformt wurde. Es hat sich ein Blasloch gebildet, wo die Brandung des Meeres unter dem Bogen hindurch und dann meterhoch wie ein Geysir hoch geblasen wird. Hier haben sich früher viele Sklaven in ihrer Verzweiflung freiwillig in den Tod gestürzt – daher rührt auch der Name. An diese beliebte Sehenswürdigkeit zieht es nicht nur vielen Touristen, sondern auch fliegende Händler, die alle möglichen Souvenirs feilbieten – darunter auch blank polierte Conch-Muscheln, welche unter Schutz stehen und nicht ausgeführt werden dürfen.

Vorbei am Halbmondstrand und herrlichen Aussichtspunkten geht es zum ehemaligen Militäraussichtspunkt Shirley Heights. Auf dem Weg streift der Blick ein Anwesen am Strand einer Landzunge: Es gehört Eric Clapton, der hier eine verschwiegene und abgeschottete Suchtklinik für Prominente betreibt.

Von Shirley Heights aus hat man einen atemberaubenden Ausblick auf die Bucht und das historische English Harbour mit Nelson’s Dockyard, wo die Luxusjachten und Schiffe der Reichen vor Anker liegen – fast einer der schönsten Ausblicke auf der Insel.

Die restaurierte Hafenanlage Nelson’s Dockyard, die während der Kolonialzeit Englands einer der bedeutendsten Flottenstützpunkte in der Karibik war, zählt heute zum UNESCO-Weltkulturerbe und lässt Erinnerungen an die Kolonialzeit wach werden. Schön restauriert, ist es mittlerweile ein spannendes Freilichtmuseum. Im Museumsbau erfährt man vieles über Englands Nationalheld Lord Nelson (1758 bis 1805) und der Kolonialgeschichte Antiguas. Natürlich erhoffen sich die Touristen hier auch einen Blick auf Prominente und Reiche, deren Boote vor Anker liegen. Boutiquen, Souvenirshops, Cafés, Restaurants, die in den historischen Kolonialgebäude untergebracht sind, dürfen natürlich auch nicht fehlen. Über St. John’s geht es zurück zum Sandals, ein 5-Sterne-Resorts. Feiner Sand, türkisfarbenes Wasser, einsame Buchten, Wassersportmöglichkeiten aller Art, historische Sehenswürdigkeiten und ein wenig tropischer Urwald – das alles bei angenehmen Luft- und Wassertemperatur.