Reise

Triest statt Venedig

Italien

Ihren Canal Grande hat Triest auch. Müsste allerdings „Canal piccolöchen“ heißen, dieser Graben mit dümpelnden Motorbooten. Drum herum spielt die Stadt reichlich Wien: Weiße, fünf- bis siebenstöckige Palazzi, die sich über ganze Straßenzüge erstrecken, mit neoklassizistischen Säulen und Großfamilien antiker Götterstatuen oder verputzten Theatervorhängen als Fassadenschmuck. Dazwischen ebenfalls österreichisch anmutende Kirchen mit abgerundeten Türmen. Spannend und rätselhaft zugleich. Die Lösung steht auf einem kleinen Blechschild: Triest gehörte mehr als 500 Jahre zum Habsburger-Reich und wurde von Kaiserin Maria Theresias Architekten zu Österreichs einzigem Seehafen ausgebaut. Ist aber auch schmuck: Die Molo Audace, eine etwa 200 Meter in die Adria ragende Mole – ist sozusagen Triests Laufsteg, tagsüber für Sonnenanbeter und Angler, abends für Liebespaare. Hauptstadt ist Triest auch – die des Kaffees, jedenfalls in Italien, denn nirgendwo in der Stiefel-Republik wird mehr davon getrunken. Unbedingt (durch-)probieren, am besten mit dem Erklär- und Gutscheinheft „Trieste in tazzina“, zu Deutsch: Triest in der Tasse. Für drei Euro kann man damit in sechs verschiedenen Cafés eine aufgebrühte Spezialität der Stadt trinken.

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