Reise

Vereinigte Staaten US-Museen kann man in Zeiten der Corona-Pandemie auch einen virtuellen Besuch abstatten

Vom Flugzeugfriedhof bis zu Surrealisten

Seit 1977 feiert der International Council of Museums jedes Jahr die Bedeutung und Vielfalt der Museen auf der ganzen Welt. Zum Internationalen Museumstag 2020 gibt es ein Blick auf die interessantesten Museen in den Vereinigten Staaten, die man im Hinblick auf die aktuelle Situation auch virtuell besuchen kann.

Das Pima Air & Space Museum bei Tuscon ist mehr als ein reines Luftfahrtmuseum: Über die Organisation lassen sich auch Touren über den größten Flugzeugfriedhof der Welt buchen. Über 4400 Flugzeuge und Helikopter stehen auf dem eindrucksvollen Friedhof mit dem Spitznamen „The Boneyard“ in der glühend heißen Wüstensonne Arizonas. Manche werden nur kurzfristig geparkt, dem Großteil aber droht die Verschrottung.

Mit einer Fläche von etwa 1400 Fußballfeldern ist das Gelände das weltweit Größte seiner Art und aufgrund seines morbiden Charmes ein absolutes Muss für alle Flugzeugfans. Niedrige Luftfeuchtigkeit und natürlich harter alkalischer Boden machen die Davis-Monthan Air Force Base zum perfekten Ort für die Lagerung von Flugzeugen. Auch wenn man das Museum aktuell nicht besuchen kann, so stellt das Pima Air & Space Museum verschiedene geparkte Flugzeuge in Videos auf seiner Facebook Seite vor.

Das Parrish Art Museum auf Long Island hat sich seit Mitte der 1950er Jahre von einer kleinen, dörflichen Kunstgalerie zu einem der bedeutendsten Kunstmuseen Amerikas entwickelt. Heute beherbergt es über 3000 Werke zeitgenössischer Maler und Bildhauer wie John Chamberlain, Chuck Close, Eric Fischl, April Gornik, Elizabeth Peyton sowie Meister wie Dan Flavin, Roy Lichtenstein, Jackson Pollock und Willem de Kooning. Ein besonderes Highlight ist zudem die Architektur des Gebäudes: Das innovative Design, das von Licht, Wasser und Himmel inspiriert ist, integriert das Museum auf einmalige Weise in die Landschaft. Gelegen auf einer riesigen Wiese, ehrt das von den Architekten Herzog & de Meuron entworfene und von der Kritik gefeierte Gebäude die natürliche Umgebung des East Ends von Long Island. Das Museum hat ein großes Portfolio an Online-Angeboten zusammengestellt, sodass man die facettenreiche Ausstellung in Form von Videos, virtuellen Touren und mehr von zu Hause erkunden kann.

Das Dalí Museum in St. Petersburg ist mit über 2000 Exponaten des bekannten Surrealisten die größte Dalí-Sammlung außerhalb Europas und gehört zu den obligatorischen Besuchspunkten in St. Pete/Clearwater. Neben der Dauerausstellung gibt es auch regelmäßige Sonderausstellungen rund um Dalí. Ein aktuelles Highlight ist die Ausstellung „Dalí lives“, die den Künstler mithilfe künstlicher Intelligenz wieder zum Leben erweckt. Aktuell hat das Museum einen Großteil der Ausstellungen online zugänglich gemacht: Bei der Virtual-Reality-Experience „Dreams of Dalí“ wird man beispielsweise Teil der Kunstwerke. Darüber hinaus gibt es Online-Ausstellungen mit Texten, Videos und audiovisuellen Inhalten.

Für Architektur-Interessierte gehört das Taliesin West in Scottsdale zum Pflichtprogramm. Das Gebäude ist die ehemalige Winterresidenz des Stararchitekten Frank Lloyd Wright, die erst kürzlich zusammen mit sieben weiteren Stätten des bekannten amerikanischen Architekten zum Unesco Weltkulturerbe ernannt wurde. Mit dem Taliesin West schuf Wright im Jahr 1937 nicht nur ein architektonisches Meisterwerk, sondern gleichzeitig auch einen persönlichen Rückzugsort, der heutzutage einen intimen Einblick in Wrights Leben erlaubt. Viele seiner Ideen entstanden an diesem abgeschiedenen Ort in der Wüste Arizonas. An Taliesin West wird Wrights Verständnis von organischer Architektur deutlich, die im Wechselspiel mit ihrer Umgebung steht – aus der richtigen Perspektive wirkt das Bauwerk wie die Augenbrauen des Bergs im Hintergrund. „Taliesin“ ist walisisch und bedeutet „strahlende Augenbrauen“. Aktuell bietet das architektonische Highlight diverse virtuelle Touren an.

Seit seiner Eröffnung 2018 gehört das James Museum zur vielfältigen Kunstszene in St. Pete/Clearwater. Im Mittelpunkt steht die private Kollektion des Ehepaars Mary und Tom James aus St. Pete. Fasziniert von der Landschaft, Tierwelt und den Menschen im „Wilden Westen“ der USA, begannen die beiden schon in den 1960er Jahren als Studenten, Wildwest Kunst zu sammeln. Heute umfasst die Ausstellung über 400 beeindruckende Gemälde, Skulpturen und Schmuck des traditionellen amerikanischen Westens. Derzeit präsentiert das Museum wöchentlich neue spannende Inhalte auf ihrer Website. kms