Reise

Kreuzfahrt Rundreise mit der „Aida Nova“, dem ersten mit Flüssigerdgas betriebenen Kreuzfahrtschiff, zu den Kanarischen Inseln und nach Madeira

Vulkanlandschaft bringt Leben hervor

Die Gegensätze und die Kraft der Natur könnten nicht krasser sein: Die todbringende Lava lässt auf der Kanareninsel Lanzarote wunderbare Weinreben sprießen. Mehr als 100 Vulkane mit über 300 Kratern bestimmen das Bild der Feuerinsel.

Der kleine Teufel thront auf der Holztafel am Eingang des Nationalparks Timanfaya. Ihn müssen alle Besucher passieren und ihren Obolus entrichten, die den Vulkanen richtig nahe kommen wollen.

Sechs Jahre lang, von 1730 bis 1736, ergoss der Berg unablässig seine heiße Fracht auf die Umgebung, vernichtete alles Leben. Und noch heute sind die schrecklichen Auswirkungen zu sehen: Bizarr erkaltete Lava, Gesteinsbrocken und offene Felsen, sogenannte „Bocas“ („Münder“), aus denen die Lava heraustrat, haben rund einem Viertel der Insel einen ganz besonderen Stempel aufgedrückt. Alles Grün ist dem Grauschwarz des Gesteins gewichen. Nur selten wagen sich Pflanzen an die Oberfläche.

Die „Montañas del Fuego“, die Feuerberge, bildeten den Mittelpunkt dieser Katastrophe, die Dörfer und fruchtbares Land für immer verwüstete. Verändert hat sich in den fast 300 Jahren seit dem letzten großen Ausbruch kaum etwas. Und das sorgt bei den Besuchern des Nationalparks für großes Erstaunen. Schmale Straßen, auf denen Hunderte von Bussen täglich die Touristen in die jüngere geologische Vergangenheit befördern, wurden in die Lava geschlagen – vorbei an schroffen Lava-Abbrüchen und hoch über den Kratern, in deren Abgründe man interessiert einen Blick wirft.

Grillen auf heißen Spalten

Noch immer leben die Bewohner auf einer tickenden Zeitbombe. Das lässt sich besonders gut im Herzen des Nationalparks, am Besucherzentrum, sehen. Mit einem kalten Wasserstrahl demonstrieren Mitarbeiter die Hitze dicht unter der Oberfläche: Mit einem lauten Knall sprüht eine kochende Wasserfontäne gen Himmel. Ein Spaß für alle sind die Tonkügelchen, die aufgrund der Hitze schnell von Tourist zu Tourist weitergegeben werden. Im Restaurant wartet der besondere Kick: Hähnchen direkt über einer heißen Erdspalte gegrillt.

Der Sohn der Insel, César Manrique, hat das Restaurant inmitten der Feuerberge entworfen. Der Rundumblick auf Berge und Meer muss ihn beeindruckt haben. Doch in den Genuss kommt man nicht immer. Am Morgen ist Wind aufgekommen – mit jeder Menge Sahara-Sand im Gepäck. Es ist diesig. Der Faszination für die Vulkanlandschaft, die schon als Filmkulissen diente, ist man trotzdem schnell erlegen.

Kunstwerke von Manrique finden sich gleich mehrfach auf der Insel – nicht nur im Museum, sondern auch im Norden, am Mirando del Rio oder im Kunst- und Kulturzentrum „Jameos del Aguai“, entstanden in einem Lavatunnel.

Landwirtschaft ist nur noch in wenigen Inselbereichen zu finden. Die Trockenheit trägt ihren Teil dazu bei, nur wenige Tage im Jahr gibt es Regen. Dafür aber den Morgentau, wie Reiseführer Juan der Gruppe erzählt. Wenn Tau die Vulkanasche benetzt, reicht die Feuchtigkeit für die fruchtbare Erde darunter, um Pflanzen gedeihen zu lassen. So wird nicht nur Gemüse, sondern auch Wein kultiviert. Im Gebiet La Geria hat man eine besondere Anbaumethode. Dort wachsen die Einzelreben in kleinen Kratern, geschützt durch Steinmauern.

Lanzarote ist nur ein Halt auf der Tour der „Aida Nova“ zu den Kanarischen Inseln und Madeira. Bis Mitte April und dann wieder ab November legt das neue Kreuzfahrtschiff auf seiner achttägigen Rundreise auch auf Gran Canaria, Teneriffa und Fuerteventura an. Das milde Klima der Kanaren ist gerade in den Wintermonaten sehr angenehm.

Ewiger Frühling

Den ewigen Frühling kann man auf dem neuen Aushängeschild von Aida Cruises wunderbar genießen. Das schwimmende Hotel mit 330 Metern Länge und Platz für 6660 Passagiere wird als erstes Kreuzfahrtschiff mit Flüssigerdgas (LNG) betrieben, was Michael Stendebach, bei Aida verantwortlich für die Produktentwicklung, mit Stolz erfüllt. „Das war die richtige Entscheidung“, ist er optimistisch, dass auch die nötige Infrastruktur bald folgen wird. Bisher muss die „Nova“ per Tankschiff auf Teneriffa befüllt werden. Rauchende Schlote gibt es nicht, die Emissionen werden deutlich reduziert. Der Dieselmotor springt nur bei Störungen an. Auch für Aida-Präsident Felix Eichhorn stehen Nachhaltigkeit und Umweltschutz ganz oben auf der Agenda, „um den ökologischen Fußabdruck so gering wie möglich zu halten“.

„Wir sind reifer geworden“, sagt Stendebach über Komfort und Design des „Növchens“, wie er das Schiff mit den 20 Decks gerne nennt. Für ihn steht der Generationenurlaub an erster Stelle. Bei 17 Büfett- und Spezialitätenrestaurants, für die der Bamberger Günther Kroack als Corporate Chef für Kulinarik zuständig ist, kommt jeder auf seine Kosten.

Eigene Brauerei an Bord

Der besondere Clou: Die Nova-Mannschaft braut selbst Bier ein. Drei verschiedene Sorten mit je 800 Litern pro Sud entstehen aus Hopfen, Malz und filtriertem Meerwasser. Braumeister Fabian Gabriel zaubert gerade ein Zwickelbier. Er hat auf der Nova seinen Traumjob gefunden. Einen Tag nur an Bord zu verbringen, ist für Stendebach kein Problem. Sein Favorit auf der „Nova“ ist das „Four Elements“ mit Klettergarten, Pool und drei Wasserrutschen. Das Dach lässt sich öffnen und so noch mehr Sommerfeeling und Urlaubsatmosphäre genießen.

Und am Abend verwandelt sich der Beach-Club in eine hippige Location. Einige Decks weiter unten wartet der Minigolfplatz. Beeindruckend ist auch das Entertainmentprogramm auf dem Ozeanriesen, das mit eigenen Produktionen an Bord und ganz neuen Formaten aufwartet.