Reise

Französische Alpen Der Vercors mit seinen eigenartig geformten Bergen ist eine Welt für sich

Wandern und biken mit zahlreichen Traumaussichten

Archivartikel

Der Vercors ist eine Welt für sich, wo absolute Natürlichkeit den Alltag gestaltet. Wie eine Bergfestung präsentiert sich das Massiv an den Ausläufern der französischen Alpen. Vermutlich sind es die außergewöhnlichen Felsformationen, die einem vermitteln, in eine andere Welt abzutauchen, wenn man dorthin geht. Jedenfalls sind hier die Berge Mythos: beim Wandern, Radeln, Gleitschirmfliegen oder Klettern.

Die eigenartig geformten Berge des Vercors haben etwas Heiliges an sich. Dem Keltenstamm der Vertacomicori boten sie Heimat. Sie schrieben Tourismusgeschichte als Antoine de Ville im Auftrag Karls VIII. den Olymp des Vercors, den Mont Aiguille, bezwang, womit er das alpine Bergsteigen begründete. Und dieselben beschützten im Zweiten Weltkrieg eine wichtige Keimzelle der Résistance.

Als regionaler Naturpark verheißt der Vercors eine bunte Flora und Fauna. Hauptdarsteller der Tiere sind vier Geier-Arten – alle die es in Europa überhaupt gibt. Der seltene Apollofalter und Eulen sind auch rege anzutreffen. Selbst die Vielfalt der Pflanzen ist beeindruckend. Wobei der einzigartige Reichtum an etwa 60 Orchideenarten besonders hervorsticht. Als abgeschlossenes Bergmassiv bietet der Vercors zudem traumhafte Aussichten, insbesondere auf die Chartreuse und den Mont Blanc. Wer will diese Landschaft nicht zu Fuß entdecken? Dafür gibt es über 4000 Kilometer ausgeschilderte Wege. Ob Rundtour, Fernwandern, von Hütte zu Hütte oder mit dem Esel als Sherpa, die Möglichkeiten sind vielfältig. Um sich vorzubereiten, gibt es diverse Dokumentationen – allen voran die „Grande Traversée du Vercors“. Quasi die Durchquerung des gesamten Naturparks von Nord nach Süd auf 410 Kilometern. Für Tageswanderungen gibt es über 200 Wanderungen. Die Webseite weißt auf 100 Wanderungen und 300 Sehenswürdigkeiten unter www.rando.parc-du-Vercors.fr hin.

Im bergigen Vercors sind Mountain-Biker gut aufgehoben. Es gibt etwa 2000 Kilometer ausgeschilderte MTB-Strecken. Sechs Gebiete mit mehreren Rundstrecken hat die FFC (Fédération Française du Cyclisme) mit dem entsprechenden Label versehen. Für den Adrenalinkick gibt es 30 Kilometer Downhill-Strecken. Seit 2018 unterhält Villard de Lans sogar einen Pumptrack. Aber auch beim Radeln ist die „Grande Traversée du Vercors“ bevorzugte Strecke. Sie umfasst rund 230 Kilometer von Norden nach Süden. Mit zehn Passstraßen ist das Vercors auch für Rennradler ein Traum. Die Strecken bezaubern mit ungewöhnlichen Verläufen und Aussichtspunkten. Meist wenig befahrene Straßen, die in den Felsen gehauen sind, erfüllen sie alle Ansprüche um dem Attribut schwindelerregend gerecht zu werden. Wer Angst vor Höhenunterschieden hat, dem bieten sich Touren mit dem E-Bike an. Neben Mietservice gibt es inzwischen auch viele Ladestationen.

Wer das Tüpfelchen auf dem i sucht, dem wird es hier nicht langweilig. Der Vercors als Kalksteinmassiv eignet sich hervorragend zum Klettern. Etwa 150 Klettergebiete findet man im Naturpark, wovon 31 vor allem der Schulung vorbehalten sind. Höhepunkte sind sicherlich der Aufstieg zum Mont Aiguille, die Falaise de Presles oder die Arêtes du Gerbier. Wer die Verbindung zur Erde kappen möchte, wird sich einen Flug mit dem Gleitschirm oder Heißluftballon gönnen. Die südliche Lage des Vercors begünstigt ein sonniges Klima und die Aussicht aufs Massiv kann grandioser nicht sein. (www.inspiration-vercors.com/en)