Reise

Was hilft gegen Jetlag?

Archivartikel

Um die Symptome des Zeitzonenkaters zu lindern, muss es nicht immer die Chemiekeule sein.; Auch Homöopathie kann gute Dienste leisten, den Körper auf Reisen umzustellen.

Bei einer langen Flugreise durchquert man mehrere Zeitzonen in wenigen Stunden. Dadurch gerät die innere Uhr aus dem Gleichgewicht, denn der Körper hat keine Zeit, sich dem neuen Tag-Nacht-Rhythmus anzupassen. Dies äußert sich durch Tagesmüdigkeit, Ein- und Durchschlafstörungen, Erschöpfung, Gereiztheit, Irritationen des Magen-Darm-Trakts und Konzentrationsstörungen. Jetlag ist also eine Art „Zeitzonenkater“.

Immer mehr Menschen wollen keine Chemie mehr zu sich nehmen und setzen auf homöopathische Mittel. Und das ergibt Sinn, denn viele Experten sind sich sicher, dass sich bei der Behandlung kleinerer medizinischer Probleme, und dazu zählt der Jetlag, homöopathische Mittel erfolgreich anwenden lassen.

„Das Problem von herkömmlichen Medikamenten ist: Durch die Einnahme wird die Fähigkeit unseres Organismus zur Selbstregulation häufig behindert“, sagt Peter Tilmann, Heilpraktiker und Psychologe in München, der sich seit mehr als zwei Jahrzehnten mit Naturheilkunde beschäftigt. „Jedes Arzneimittel hat eine Wirkung und eine Nebenwirkung. Eine homöopathische Behandlung dagegen stellt einen ganzheitlichen Behandlungsansatz dar.“

Wem die Symptome der Reisekrankheit bereits in der Vergangenheit Probleme bereitet haben, sollte vor Antritt der Reise einen Homöopathen aufzusuchen, der die geeigneten Mittel findet. In einer ausführlichen Anamnese werden Körper und Psyche, der ganze Mensch eben, mit in die Arzneiwahl einbezogen. So brauchen Kopfschmerzen, die nach einem Langstreckenflug auftreten können, beispielsweise ein anderes Mittel als Kopfschmerzen bei einer Erkältung.

Doch welche Globuli eignen sich auf Reisen gegen welche Beschwerden? „Häufig angezeigte Mittel sind Cocculus, Zincum metallicum, Nux vomica und Tabacum“, sagt Tilmann. „Nux vomica beispielsweise hilft bei innerer Angespanntheit und Tagesmüdigkeit, Zincum metallicum bei Ohrgeräuschen, Kopfschmerzen und Übelkeit, Cocculus bei Drehschwindel. Tabacum eignet sich zum Beispiel bei Übelkeit durch Turbulenzen.“ Bei Selbstverschreibung empfiehlt Tilmann als Potenz D12 bei einer Dosierung von drei Globuli dreimal täglich - und das von einem Tag vor dem Flug bis drei Tage danach.

Unterstützend zu homöopathischen Mitteln empfiehlt der Heilpraktiker besonders bei Langstreckenflügen, den Körper bereits vor der Reise auf die neuen Umstände vorzubereiten.

Schlaf und Schonung verbessern die Symptome

„Bei einem Flug in Richtung Westen sollte man am Abend vorher später ins Bett gehen und im Flugzeug schlafen. Das erleichtert das Einschlafen am Reiseziel“, sagt Tilmann. „Bei einem Flug in Richtung Osten empfiehlt es sich, am Abend zuvor etwas früher ins Bett zu gehen, im Flugzeug hingegen wach zu bleiben.“ Am Ziel sollte man den persönlichen Schlaf-wach-Rhythmus möglichst bald dem örtlichen Rhythmus anpassen, so der Heilpraktiker.

Außerdem gilt: Ausreichend Schlaf und Schonung verbessern die Symptome, genauso übrigens wie Bewegung im Freien und ausreichendes Trinken. Einen Jetlag mit Schlafmitteln zu behandeln ist zwar möglich, aber nicht empfehlenswert. Auch die Verwendung von Melatonin ist unter Fachleuten umstritten. Eine falsche Einnahme verschlechtert die Symptome unter Umständen.

Homöopathie ist rational nicht erklärbar. Homöopathen schwören trotzdem darauf, dass Globuli helfen. „Die Homöopathie hat eine lange Tradition und wird weltweit erfolgreich angewendet“, sagt Tilmann. „Ich selbst behandle seit mehr als 20 Jahren nach den Regeln der klassischen Homöopathie viele verschiedene Krankheitsbilder in meiner Praxis. Wenn ich ein falsches Mittel wähle, findet keine Besserung der Symptome statt. Wähle ich dagegen ein geeignetes Mittel, bessern sich die Symptome des Patienten in der Regel schnell.“