Reise

Wie man Ärger mit dem Mietwagen vermeidet

Günstig und ohne Ärger ein Auto leihen– diese neun Tipps helfen.

1. In Deutschland buchen

So schön es im Hotel auch ist, nach ein paar Tagen Entspannung merkt man oft, dass man das Urlaubsland auch fernab von Zimmer und Hotelpool erkunden möchte. Wozu gibt es schließlich Mietwagen? Aber bei Buchungen im Urlaubsland ist Vorsicht gefragt, warnen Verbraucherschützer.

An lokale Anbieter sollte man sich etwa nur wenden, wenn man die Sprache, in der die Mietverträge abgeschlossen werden, perfekt beherrscht. Denn steht erst einmal eine Unterschrift auf dem Vertrag, kann es im Schadenfall unter Umständen teuer werden, wenn man nicht alle Klauseln verstanden hat.

Selbst am Urlaubsort ist eine solche deutsche Buchung aber noch möglich: Buchungsportale wie billiger-mietwagen.de oder check24.de lassen sich auch für spontane Buchungen im Ausland nutzen – indem man den Filter „sofort verfügbar“ bei der Wahl des Autos setzt. Das Buchen über eine deutsche Plattform hat noch einen Vorteil: Dann gilt bei eventuellen Streitigkeiten deutsches Recht und ein Verfahren wird auf Deutsch geführt, so die Verbraucherzentrale Baden-Württemberg.

2. Portal nutzen

Die Stiftung Warentest hat 2016 verschiedene Buchungsportale für Leihwagen unter die Lupe genommen. Das Fazit des Tests: Die besten Angebote auf den Portalen stammen meist von sogenannten Vermittlern – wie den beiden Testsiegern billiger-mietwagen.de und check24.de. Sie haben keine eigene Wagenflotte, sondern vermitteln Autos von verschiedenen Vermietern am Urlaubsort – aber zu meist günstigeren Konditionen, als wenn man direkt dort bucht. Dazu hat man den Vorteil, übersichtlich vergleichen zu können und gezielt Filter für Optionen wie „Klimaanlage“ oder „alle Kilometer frei“ setzen kann. Die Angebote, die bei den Portalen als vermeintlich billigste oben gelistet werden, sind allerdings mit Vorsicht zu genießen: Den Testern zufolge bezahlen Kunden die Schnäppchen oft mit höheren Nebenkosten wie der ersten Tankfüllung oder einem Kilometerlimit. Kommt es zu Problemen, kann man das beim deutschsprachigen Kundenservice immerhin in der Muttersprache klären.

3. Erst der Mietvertrag gilt

Buchungsportale sind nur Vermittler, ähnlich wie Reisebüros. Der tatsächliche Vertrag kommt erst mit dem Mietwagenanbieter vor Ort zustande, wie die europäische Verbraucherzentrale hinweist. Man sollte deshalb immer prüfen, ob dieser Mietvertrag mit dem übereinstimmt, was man beim Buchungsportal reserviert hat – und keine unerwünschten Zusatzleistungen enthält. „Das kommt leider häufig vor“, sagt Frieder Bechtel von billiger-mietwagen.de. Eine aktuelle Auswertung des Portals ergab, dass es in 30 Prozent aller Kunden-Reklamationen um unnötige Zusatzversicherungen geht. „Das umgeht, wer die Reservierungsunterlagen genau liest, bevor er an den Mietwagenschalter geht“, sagt Frieder Bechtel.

4. Die richtige Versicherung

Verbraucherschützer empfehlen eine Vollkaskoversicherung, am besten ohne Selbstbeteiligung. Sie sollte nach Möglichkeit alle Schäden an Reifen, Unterboden, Glas abdecken sowie bei Diebstahl greifen. Der Haftpflichtschutz soll zudem Deckungssummen von 50 Millionen Euro für Sachschäden und mindestens 7,5 Millionen Euro für Personenschäden haben, empfiehlt die Stiftung Warentest.

5. Die Höhe der Kaution

Bei der Kaution lohnt sich ein Blick in die Mietbedingungen. Denn sie könne bis zu 2500 Euro betragen, sagt Frieder Bechtel von billiger-mietwagen.de. „Bei guten, empfohlenen Vermietern liegt sie dagegen bei etwa 200 Euro. Es lohnt sich also, darauf zu achten“, sagt Bechtel. Meist wird dieser Betrag für die Mietdauer auf der Kreditkarte geblockt, das heißt er wird nicht abgebucht, ist aber auch nicht verfügbar. Man sollte also darauf achten, dass der Verfügungsrahmen auf der Kreditkarte für den Rest des Urlaubs noch ausreichend ist.

6. Vorschäden fotografieren

Rund 20 Prozent der Beschwerden beim Portal billiger-mietwagen.de drehen sich um einen schlechten Zustand des Mietwagens – sei es, weil er nicht sauber war oder kleine Kratzer und Beulen hatte. „Damit es bei der Fahrzeugrückgabe nicht zu bösen Überraschungen kommt, sollten alle vorhandenen Schäden auf jeden Fall in den Mietvertrag mit aufgenommen werden“, sagt Frieder Bechtel von billiger-mietwagen.de. Zusätzlich sollte der Kunde Fotos von solchen Schäden machen. Gleiches gilt für die Rückgabe. Hier lassen sich Urlauber am besten die unfallfreie Abgabe bescheinigen. Wer das Auto einfach abstellt und den Schlüssel in einen Briefkasten wirft, muss damit rechnen, dass der Vermieter hohe Kosten dafür verlangt – weil ein gemeinsamer Kontrollgang wegfällt.

7. Auf Tankregelung achten

Wer beim Tank die Option „voll/leer“ bucht, holt ein vollgetanktes Auto ab und gibt es leer wieder zurück. Da es sich meist nicht gut abschätzen lässt, wie viel Benzin am Ende noch im Tank bleibt, fahren Kunden mit der Regelung „voll/voll“ besser, geben also ein vollgetanktes Auto zurück. Wichtig ist es, das nicht zu vergessen, denn die meisten Vermieter stellen hohe Kosten in Rechnung, wenn sie das Tanken übernehmen müssen. Auf Nummer sicher geht, wer den Tankbeleg aufhebt und die Tankanzeige vor der Abgabe fotografiert.

8. Kein Unfall ohne Polizei

Bei einem Unfall sollte immer die Polizei gerufen werden, selbst wenn kein anderes Fahrzeug beteiligt ist, rät das europäische Verbraucherzentrum. Gleiches gilt für Diebstahl. „Man sollte sich in solchen Fällen immer an die Bedingungen des Autovermieters halten, damit es nicht zu Ärger bei der Kostenerstattung kommt“, sagt Frieder Bechtel von billiger-mietwagen.de. Zudem gilt: EU-Unfallbericht aus dem Handschuhfach ausfüllen, Polizeibericht mitnehmen, Fotos machen und Kontaktdaten von möglichen Zeugen und Beteiligten notieren. Wer den Mietwagen über einen Vermittler in Deutschland gebucht hat, wickelt den Schaden auch über diesen ab.

9. Problemlos stornieren

Wer seinen Mietwagen über ein Vergleichsportal bucht, kann ihn fast immer unkompliziert wieder stornieren – und zwar meist bis 24 beziehungsweise 48 Stunden vor Mietbeginn. Es lohnt sich also, frühzeitig zu buchen und gegebenenfalls wieder zu stornieren, falls die Reise doch nicht stattfinden kann oder noch ein günstigeres Mietwagenangebot auftaucht. Denn statt Frühbucherrabatte finden sich auf den Portalen häufiger gute Last-Minute-Preise.