Reise

Zadar statt Dubrovnik

Kroatien

Weit über zwei Millionen Touristen drängen sich jedes Jahr durch die engen Gassen von Dubrovnik, der sogenannten „Perle der Adria“. Zu viele, finden nicht nur die Einwohner, sondern inzwischen auch viele Gäste. Mit einem groß angelegten Programm will die Stadt das „Overtourism“-Problem in zwei bis drei Jahren in den Griff bekommen.

Wer nicht so lange warten möchte, dem sei einstweilen eine andere Perle empfohlen: die Hafenstadt Zadar, die 350 Kilometer nördlich von Dubrovnik ebenfalls direkt an der Adria liegt. Viele Jahrhunderte lang war Zadar eine venezianische Seefestung und hat daher vieles, was auch in Dubrovnik verzaubert: historisches Flair, einen großen Hafen, vier mächtige Stadttore und eine Stadtmauer – sogar mit Auszeichnung! 2017 wurde sie zum großen Stolz der Einwohner zum Unesco-Welterbe erklärt.

Seit der Renaissance ist der Volksplatz, der Narodni trg, in der Mitte der Stadt auch der Mittelpunkt des Lebens. Hier entfaltet sich zu jeder Tageszeit eine rege Geschäftigkeit, die man wunderbar von einem der vielen Straßencafés aus beobachten kann. Wie in Dubrovnik dürfen auch in Zadar keine Autos in die Altstadt, weshalb man diese ganz wunderbar zu Fuß erkunden kann. Überall in den engen Gassen und auf den lauschigen Plätzen findet man gemütliche Bars und Tavernen, Konobas genannt, wo man für kleines Geld sehr gut mediterran speisen kann. Der Höhepunkt eines Besuchs ist für die meisten jedoch ein Bummel auf der Promenade, die genauso schön ist, wie ihr Name klingt: Paseo Maritimo. Hier kann man nicht nur wunderschön flanieren und tolle Sonnenuntergänge genießen, sondern man kommt zwangsläufig auch an Sehenswürdigkeiten vorbei, mit denen Dubrovnik nicht punkten kann: Die Meeresorgel des Künstlers und Architekten Nikola Baic erzeugt sphärische Musik durch Meereswellen. Diese pressen, wenn sie ans Ufer schlagen, Luft in die an der Promenade installierten Orgelpfeifen. Gleich daneben baute Baic eine weitere spektakuläre Installation, den sogenannten Gruß an die Sonne – einen Kreis aus Glasplatten. Sobald die Sonne untergeht, beginnen LED-Lampen unter dem Glas in verschiedenen Farben zu leuchten. Das Lichtspektakel folgt ebenfalls dem Rhythmus der Wellen. Dazu spielt die Orgel meergemachte Musik, während die Sonne glutrot in der Adria versinkt.

Was will man mehr?

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