Rhein-Neckar

15-Jähriger wird bei Kampfhund-Angriff schwer verletzt

Leimen.Ein 15-jähriger Jugendlicher ist am Montagabend in Leimen von zwei sogenannten Kampfhunden angefallen und dabei schwer verletzt worden. Wie die Polizei mitteilte, waren der junge Mann und zwei weitere Jugendliche gegen 20 Uhr auf Fahrrädern in der Karlsruher Straße unterwegs, als sie einen Mann mit zwei nicht angeleinten Hunden passierten. Die beiden Tiere, die laut Ermittlern der Rasse American Staffordshire Mix angehören, wurden von dem Hundeführer am Halsband festgehalten und wieder losgelassen, als die Fahrradgruppe sie passiert hatte.

Danach rannten die Tiere der Gruppe laut Mitteilung "sofort" hinterher und attackierten gemeinsam den 15-Jährigen. Der Hundeführer schaffte es demnach nur durch den Einsatz körperlicher Gewalt, die Hunde von ihrem Opfer zu trennen. Zu diesem Zeitpunkt hatte der Jugendliche allerdings schon so schwere Bissverletzungen an Gesicht und Körper erlitten, dass er stationär in einem Krankenhaus behandelt werden musste.

Gegen den 16-jährigen Hundeführer wird nun wegen fahrlässiger Körperverletzung ermittelt. Die Hunde, die nach Angaben der Polizei seinem Bruder gehören, wurden beschlagnahmt. Die Polizeihundestaffel aus Mannheim hat die Ermittlungen aufgenommen und nimmt unter der Rufnummer 0621/714970 Hinweise möglicher Zeugen entgegen. Zum aktuellen Gesundheitszustand des 15-Jährigen sowie zu weiteren Details des Vorfalls nahm die Polizei mit Verweis auf laufende Ermittlungen der Staatsanwaltschaft zunächst keine Stellung. 

Bei dem American Staffordshire Terrier handelt es sich um eine Hunderasse aus den USA, die in Deutschland zu den sogenannten Listenhunden gehört, bei denen eine Gefährlichkeit vermutet wird. Für den Besitz solcher Hunde gelten in Deutschland bestimmte Einschränkungen. Ob bei den Hunden im vorliegenden Fall eine Sachkundeprüfung notwendig war, oder die beiden Tiere einen Wesenstest durchlaufen mussten, wurde zunächst nicht mitgeteilt.

Der Heidelberger Staatsanwalt Jonathan Waldschmidt erklärte am Vormittag auf Anfrage, dass sich die Verletzungen des 15-Jährigen auf die Körperbereiche im Gesicht sowie an der Schulter und den Hüften beziehen. Im Krankenhaus habe eine Notoperation stattgefunden. "Wie es mit dem jungen Mann nun weitergeht, müssen die Ärzte entscheiden", so Waldschmidt. Mit der Beschlagnahmung der Tiere könnten die Ermittlungen nun beginnen, "alles andere wird sich in den kommenden Tagen weisen", wie der Staatsanwalt mitteilte. (pol/mer)

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