Rhein-Neckar

Ladenburg Erstes Internationales Filmfestival zum Thema Afghanistan ab 20. Juli / Karikaturen bereits im Rathaus zu sehen

20 Beiträge sollen aufrütteln und zur Diskussion anregen

Die Vorbereitungen für das erste Internationale Filmfestival in Ladenburg sind nahezu abgeschlossen. Alle sind gespannt auf den Start am Freitag, 20. Juli. Bis zum darauffolgenden Montag, 23. Juli, präsentiert der politische Flüchtling Hassan Nazeri als künstlerischer Kopf des Projekts an drei Spielorten ausgewählte 20 Beiträge aus neun Ländern. Bereits gestern eröffnete Bürgermeister Stefan Schmutz, der die Schirmherrschaft übernommen hat, eine öffentliche Ausstellung des preisgekrönten afghanischen Karikaturisten Nader Jalali im Rathaus der Römerstadt. Dort informierten Schmutz und Nazeri zuvor über das Programm.

„Auf der Suche nach der verlorenen Würde des Menschen“, so das Motto, dreht sich bei der Festivalpremiere alles um die Sicherheit in Afghanistan. Die Fortsetzung der Reihe mit jeweils anderen Länderschwerpunkten ist geplant. Für Schmutz ist das ehrenamtlich organisierte und sponsorenfinanzierte Festival „in diesen unruhigen Zeiten ein Signal für mehr Menschlichkeit, die wir brauchen und die in der politischen Diskussion vermisst wird“.

Acht Monate Vorarbeit

Die teils deutschsprachigen und teils mit englischen Untertiteln versehenen Beiträge aus den Kategorien Spiel-, Dokumentar-, und Animationsfilm seien keine leichte Kost. „Sie sollen dazu aufrütteln, sich mit der Situation auseinander zu setzen“, sagte Schmutz.

„Wir haben acht Monate hart gearbeitet und sind Helfern ebenso wie Sponsoren von Herzen dankbar“, erklärte Nazeri. Es sei Aufgabe der Kunst, Politikern und Gesellschaft dabei zu helfen, die Realität besser zu erkennen. Dazu solle das Programm beitragen. Als Nazeris Stellvertreterin betonte Sabine Weil, dass die Stadtverwaltung Ideen und Planungen vorbildlich mitgetragen habe. „Ohne Bürgermeister Schmutz säßen wir nicht hier“, so Weil. Schmutz stellte auch den Kontakt zum afghanischen Büro der Friedrich-Ebert-Stiftung her. Dessen Leiter Mirco Günther präsentiert persönlich die brandaktuelle Dokumentation „Return To Afghanistan“, die die Situation Geflüchteter bei ihrer Rückkehr nach Afghanistan schildert. Der Beitrag ist am Freitag um 17 Uhr im evangelischen Gemeindehaus in der Realschulstraße 7 zu sehen. Im Jugendzentrum „Kiste“ geht es ab 10 Uhr los.

Oft war es schwierig, das Programmpaket zu schnüren: So musste die Produktionsfirma des US-Filmstars Angelina Jolie davon überzeugt werden, dass man als ehrenamtliches Festival keine 1000 Dollar an Gebühren aufbringen könne. Daraufhin reichte die UN-Flüchtlingsbotschafterin den koproduzierten Animationsfilm „The Breadwinner“ von Nora Twomey doch noch ein. Er wird am Montag, 23. Juli, um 19 Uhr vor der Preisverleihung im Domhof gezeigt. Anschließend kürt eine Jury die Gewinner. Als originelle Preise dienen handgeknüpfte Mini-Teppiche aus Afghanistan. Damit unterstützt das Festival eine wertvolle Kabuler Hilfsorganisation für Straßenjugendliche.

Doch auch darum geht es: Aufzuzeigen, warum in Afghanistan kaum Frieden und Sicherheit zu finden sind, wie Mitorganisator Tom Gaisbauer gestern sagte. Das Programm ist im Rathaus erhältlich und auch in der „Ladenburg Audioguide“-App für Smartphones verfügbar.

Info: Das Filmfestival im Internet: walaiff.ladenburg.world