Rhein-Neckar

Zug-Aufstellung Bei der Sicherheitsprüfung kommt die Absage

Aktive der Vereine haben „einen dicken Hals“

Archivartikel

Der Mathaisemarktumzug steht unter keinem guten Stern. Zuerst sind die Vereine über die schlechte Kommunikation bezüglich der verschärften Sicherheitsmaßnahmen verärgert und beschließen einmütig, ein Exempel zu statuieren und, falls nur ein Wagen die letzte Abnahme nicht bekommt, den Zug solidarisch abzusagen. Gestern Mittag nun kommt kurz vor 12 Uhr die Nachricht, dass auf Grund von Orkanböen von bis zu 110 Stundenkilometern der Zug abgesagt werden muss.

Rückblende: Gegen 11 Uhr stehen die meisten Umzugswagen bereit, um auf die offizielle Abnahme zu warten. Da sind noch alle optimistisch. „Wir haben alle Vorschriften erfüllt, da dürfte es keine Beanstandung geben“, zeigt sich der Vorsitzende des Schützenvereins, Georg Berg, zuversichtlich.

Bei Problemen gleich umdrehen

Ebenso optimistisch gibt sich Marc Hartmann, Abteilungsleiter der Ringer: „Wir haben alles so wie in den letzten Jahren auch gemacht“, sagt er und betont: „Wenn es was zu beanstanden gibt, dann drehen wir in der Passein und fahren zurück.“

Doch dann bleibt allen das Lachen im Halse stecken, als erst das Gerücht und dann die Gewissheit die Runde macht, dass der Umzug ausfällt. „Klar haben wir jetzt einen dicken Hals, aber was sollen wir machen“, versucht Vorsitzender Thomas Buchwald die Gefährten zu beruhigen, die alle recht ratlos um den Wagen des Obst-, Wein- und Gartenbauvereins stehen; Kritik wird laut. „Wir wissen so gut wie nichts, denn von den Verantwortlichen ist niemand da“, schimpft einer.

Weitz überbringt Nachricht

Dann macht noch ein weiteres Gerücht die Runde: Der Umzug sei zwar für diesen Sonntag abgesagt, er soll aber am nächsten Sonntag gemeinsam mit dem Fanfarenumzug nachgeholt werden. Nun treten die ersten Teilnehmer den Rückweg an, während andere noch abwartend auf eine offizielle Stellungnahme warten. Die kommt dann von Ornungsamtleiter Achim Weitz.

Gemeinsam mit der Polizei überbringt er den vor ihren geschmückten Festwagen wartenden Vereinsaktiven die traurige Nachricht. „Es ist eine Entscheidung, die mir gerade, weil ich neu im Amt bin, sehr schwer gefallen ist“, bedauert er.

Jetzt ist es also offiziell und die Stimmung unter den Vereinsmitglieder gereizt. Es fallen Äußerungen wie „Das ist ein Treppenwitz“. Die Entscheidung sei eine „übertriebene Sicherheitsmaßnahme“.

Der Gesangverein „Eintracht“ steht vor einem ganz speziellen Problem: Die Sänger haben Würstchen und 300 frische Brötchen besorgt, die jetzt weggeworfen werden müssten. „Wer bezahlt das?“ fragt einer der Aktiven: „Etwa die Stadt?“