Rhein-Neckar

Hirschberg Thimo Härter begeistert das Publikum in der Alten Synagoge / Schüler der Musikschule Schriesheim

Als Zugabe erklingt „Fluch der Karibik“

Archivartikel

In der Alten Synagoge wurde wieder etwas Besonderes geboten. Es war der Klavierabend mit Thimo Härter, 21 Jahre jung, Schüler der Musikschule Schriesheim. Nach der Begrüßung durch seine Klavierlehrerin Svetlana Klaus, stellvertretende Schulleiterin, spielte er souverän und einfühlsam sein anspruchsvolles Programm im voll besetzten Saal. Bei höchster Konzentration, auswendig und stark im Ausdruck, präsentierte er eine hervorragende Auswahl an Werken von Bach bis Gershwin.

Der gebürtige Heidelberger begann seinen Klavierunterricht im Alter von sieben Jahren bei Svetlana Klaus. „Thimo Härter hatte von der ersten Musikstunde an ein besonderes Verhältnis zum Klavier – seine erste große Liebe“, begrüßte Klaus die Zuhörer. 2016 gab Härter sein erstes Solokonzert in der Musikschule, weitere Konzerte in unterschiedlichen Besetzungen folgten. Mittlerweile studiert der Preisträger der Regional-, Landes-, und Bundeswettbewerbe „Jugend musiziert“ Jura in Tübingen. Gleichzeitig widmet sich Härter leidenschaftlich der Musik, nimmt Klavierunterricht an der Musikschule Schriesheim. Seine Vielseitigkeit zeigt auch seine erfolgreiche Tätigkeit als einer der jüngsten Chorleiter Deutschlands. Seit einiger Zeit leitet der junge Student zwei Erwachsenen-Chöre in Schwaben und bereitet mit diesen momentan Weihnachtskonzerte vor. Gleichzeitig betreut er eine Musical-AG in der Grundschule.

Der junge Pianist begann den Konzertabend mit einer der sechs virtuosen, sogenannten „Englischen Suiten“ von Johann Sebastian Bach (Nr. 3 g-Moll). Dabei setzte er elegant und gelassen Tänzerisches gegen polyfone Komplexität, entspannt Dahinfließendes gegen dramatisch Voranschreitendes. Es folgte Mozarts F-Dur-Sonate Nr. 12 mit ihrem ungewöhnlich ausgedehnten Schlusssatz in Sonatenform, der dieses Werk zu einem der virtuosesten und schwierigsten Klavierstücke Mozarts macht, sowie zwei rhythmisch markante, klanglich anspruchsvolle Präludien von Sergei Rachmaninow. Den Schluss bildeten drei Präludien von George Gershwin, die von kühnen Modulationen und erweiterter Harmonik in Form von Stilelementen des Jazz´ geprägt sind. Härter beeindruckte das begeisterte Publikum mit seinem virtuosen und einfühlsamen Klavierspiel. Dabei gelang es ihm, ohne Noten und ohne Pause den Spannungsbogen über fast 300 Jahre Musikgeschichte mit gleichbleibend hoher Intensität zu halten. Nach dem Applaus unterstrich er nochmals seine musikalische Experimentierfreude und spielte die Filmmelodie „Fluch der Karibik“ (Hans Zimmer).

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