Rhein-Neckar

Hirschberg Kreisbauernverband organisiert Planwagenfahrt zum Thema Bienen-Volksbegehren

Auf die Bedenken hingewiesen

Archivartikel

Die Bauern an der Bergstraße setzen ihren Protest gegen das Bienen-Volksbegehren mit Informationsveranstaltungen fort (wir berichteten). Der Kreisbauernverband organisierte hierzu ein Gespräch mit Bürgermeistern, Abgeordneten, Vertretern der Kreisbehörden sowie Vertretern der Bauernverbände aus Großsachsen, Leutershausen, Weinheim, Heddesheim und Laudenbach.

Zu diesem Zweck fuhren die Landwirte auch mit dem Planwagen durch die Gemarkung Hirschbergs und Schriesheims. Zunächst traf man sich auf dem Hof von Hermann Reisig in Großsachsen.

Wichtig war den Bauern nach Angaben des stellvertretenden Großsachsener Ortsverbandsvorsitzenden Sven Stein, darauf hinzuweisen, welche Gefahren für ihren Berufsstand von dem Volksbegehren ausgehen und was die Landwirte bereits für die Umwelt tun. Kleinere Obst- und Weinbauern fürchten um ihre Existenz, sollten die Vorgaben bei den Pflanzenschutzmitteln so umgesetzt werden. Steins Fazit des Treffens fiel durchaus positiv aus: Alle Teilnehmer waren sehr interessiert und konnten die Bedenken der Landwirtschaft nachvollziehen. Nur gemeinsam könne man erfolgreich sein.

„Kulturlandschaft in Gefahr“

„Unsere Kulturlandschaft entstand nun mal durch Wein- und Obstbau und diese ist jetzt in Gefahr“, mahnte Stein, bei dem selbst seit Jahren ein Pilotprojekt zur Bekämpfung der Kirschessigfliege läuft. Seine Süßkirschen sind seit zwei Jahren überdacht und eingenetzt. Betreut und begleitet wird das Projekt vom Julius-Kühn-Institut (Bundesforschungsinstitut für Kulturpflanzen) in Dossenheim.

Zu den Aktionen seiner Kollegen für die Umwelt zählt Stein etwa die Beteiligung der Bauern am ILEK-Projekt. „Wenn in den Steillagen zwei Jahre nichts passiert, sind die dortigen Grundstücke wieder zugewuchert.“

Tim Ochssner, Weinbauexperte des Kreises und Winzer, wies bei der Rundfahrt oberhalb der B3 auf die robustere Weinsorte Regent hin, die weniger Pflanzenschutzmittel benötigt. „Wir haben ja die widerstandsfähigeren Sorten, aber der Verbraucher will sie nicht kaufen“, erzählte Ochssner. Der Markt dafür sei einfach nicht vorhanden, sagte er und spielte damit auf den geringen Absatz beim Regent an. Auch beim Bioobst sei es nicht so einfach, die Ware an den Mann zu bringen. Die ZG Raiffeisen Heddesheim beispielsweise halte es für sehr schwer, noch mehr Bioware zu vermarkten und zu verkaufen.

Fortgesetzt wurde die Planwagenfahrt in Richtung Leutershausen nach Schriesheim. Das Wasserschutzreservat unterhalb der B 3 wurde ebenso befahren, und auch den Schwanenstein besuchte man.

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