Rhein-Neckar

Neckar-Bergstraße Großer Andrang bei Jugendfeuerwehren und Einsatzabteilungen / Vor allem Räume fehlen

Aufnahmestopp und Wartelisten

Brandbekämpfung, technische Hilfeleistungen und das Retten von Menschen und Tieren in Notlagen: All das steht in der Verantwortung der Freiwilligen Feuerwehren. Das gesamte Aufgabenspektrum, von der Ausbildung über Übungen bis hin zum Einsatz wird in den Kommunen durch ehrenamtlich tätige Bürger geleistet. Aber wie sieht mit dem Nachwuchs aus? Wir haben bei den Wehren nachgefragt.

Ilvesheim

In diesem Jahr musste die Jugendfeuerwehr der Gemeinde erstmals eine Warteliste einführen, so geht es aus einer Pressemeldung der Freiwilligen Feuerwehr Ilvesheim hervor. Die Mitgliederanzahl hatte ihren Höchststand erreicht. Mittlerweile seien wieder zwei Plätze frei, erklärt Kommandant Elmar Bourdon. Die „Schmerzgrenze“ liege bei 30 Jugendlichen. Der Grund dafür sei, dass der Jugendfeuerwehr zur Zeit sechs Ausbilder zur Verfügung stehen. Dem Ausbildungskonzept liege zugrunde, dass immer zwei Betreuer für rund zehn Kinder zuständig sind. Bei mehr Mitgliedern könne die technische Ausbildung und die altersgerechte pädagogische Betreuung der Jugendlichen nicht mehr in der notwendigen Qualität vonstatten gehen.

Der Andrang sei so groß, da die Feuerwehr in den letzten Jahr gezielt um Kinder und Jugendliche geworben habe. So sind es „drei Bausteine, die verzahnt miteinander wirken und für den Anstieg an Mitgliedern verantwortlich sind“, erklärt Bourdon. Es bestehe eine Kooperation mit der Friedrich-Ebert Grundschule, dank der einmal im Jahr eine Schauübung der Jugendfeuerwehr auf dem Schulgelände stattfindet. Auch organisiert die Wehr einmal jährlich einen Tag der offenen Tür sowie ein Kinderferienprogramm, bei dem die Teilnehmer die Tätigkeiten der Feuerwehr spielerisch erleben können. Ab dem Alter von 17 Jahren können die Jugendlichen in die Einsatzabteilung wechseln. Laut Pressemeldung starten rund 90 Prozent aller Feuerwehr-Einsatzkräfte ihre Laufbahn in der Jugendfeuerwehr. Die Einsatzabteilung verzeichne inzwischen über 80 Mitglieder. Für noch mehr reichen die Kapazitäten kaum aus, wenn die ordnungsgemäße Unterbringung, Ausrüstung und Ausbildung sowie der Übungsdienst gewährleistet sein soll. „Wir müssen in der Lage sein die Freiwilligen professionell zu trainieren“, so Bourdon.

Schriesheim

22 Mitglieder sind es laut Kommandant Oliver Scherer bei der Jugendfeuerwehr in Schriesheim. Damit seien noch einige Plätze frei, bis die Grenze von 30 Jugendlichen erreicht ist. Ende der 1990er und Anfang der 2000er habe man diese zeitweise überschritten. Seitdem sei es nicht wieder dazu gekommen. Die Jugendfeuerwehr der Gemeinde stehe eben in starker Konkurrenz mit dem vielfältigen Vereinsangebot der Stadt, erklärt Scherer. Die Einsatzabteilung in Schriesheim könne momentan 73 Freiwillige verzeichnen. Die Grenze liege hier bei rund 75 Mitgliedern. Gerne würde man mehr Helfer aufnehmen, doch auch hier fehle der Platz dazu, berichtet Scherer.

Edingen-Neckarhausen

Laut Jugendwart David Heid befinden sich momentan 40 bis 45 Jugendliche bei der Jugendfeuerwehr und rund 80 Mitglieder bei der Einsatzabteilung Edingen-Neckarhausen. Grund für die hohe Anzahl ist, dass der Gemeinde zwei Gerätehäuser zur Verfügung stehen. Eins befindet sich in Edingen, das andere in Neckarhausen. Dennoch seien die Kapazitäten nahezu vollständig ausgereizt. Ein gemeinsames Gerätehaus, das beide Gruppen vollständig fusionieren soll, sei in Planung, berichtet Heid. Außerdem sei der Andrang so groß, da die Feuerwehr viel Engagement bei der Organisation von eigenen Veranstaltungen oder bei der Beteiligung an öffentlichen Festen zeige. So fand dieses Jahr beispielsweise anlässlich des 50-jährigen Bestehens der Jugendfeuerwehr ein Zeltlager statt. Auch organisiert die Feuerwehr fast jedes Jahr den Tag der Sicherheit.

Friedrichsfeld

Friedrichsfelds Jugendfeuerwehr besteht zur Zeit aus zwölf Zehn- bis 18-Jährigen. Die Zahl sei im Vergleich zu anderen Gemeinden so gering, da der Altersdurchschnitt im Stadtteil insgesamt sehr hoch liege, wie Stadtjugendwart Rouven Hübner erklärt. In Friedrichsfeld wohnten nur wenige Kinder, da es keine weiterführenden Schulen im Ort gibt. Trotzdem sei die Mitgliederanzahl im Vergleich zu den vorherigen Jahren sehr gut. Aktuell stehen der Jugendfeuerwehr zwei Betreuer zur Verfügung. Sie ermöglichen den Jugendlichen eine Ausbildung, die sowohl aus Erlebnispädagogik als auch dem Erlernen der Feuerwehrtechnik bestehe.

Heddesheim

Die Jugendfeuerwehr der Gemeinde hat seit zwei Jahren regelmäßig Aufnahmestopp, schildert Stephan Koschel, Betreuer der zwölf- bis 18-jährigen Freiwilligen. Auch zur Zeit nehme man keine weiteren Jugendliche an, da die Grenze von 25 Mitgliedern bereits erreicht sei. Die Wartezeit auf der Liste variiere ständig, könne im schlimmsten Falle aber bis zu zwei Jahren betragen. Die Kapazität reiche einfach nicht aus, um noch mehr Jugendliche auszubilden.

Ladenburg

In Ladenburg habe die Feuerwehr ausreichend Kapazitäten, um noch mehr als die aktuell 30 Mitglieder in der Jugendfeuerwehr aufzunehmen, berichtet Kommandant Harald Lange auf Nachfrage. Der Höchststand habe bisher bei 35 gelegen, ein Limit gebe es aber nicht. Die Einsatzabteilung verzeichnet momentan rund 85 Freiwillige.

Seckenheim

15 Mitglieder kann die Jugendfeuerwehr in Seckenheim momentan verzeichnen, berichtet Kommandant Stephan Seitz. Damit sei die Grenze von 18 Jugendlichen fast erreicht, denn in der Gemeinde stehe der Feuerwehr nur ein „recht kleines Gerätehaus“ zur Verfügung. In letzter Zeit habe man wieder guten Zulauf gehabt. Um den Übergang zu erleichtern, wechseln die Jugendlichen ab einem Alter von 17 Jahren zunächst in den Übungsdienst. Nach abgeschlossenem Grundlehrgang dürfen die dann 18-Jährigen in der Einsatzabteilung tätig sein. Mit 32 Mitgliedern sei auch in dieser ein sehr guter, fast zu hoher Stand erreicht worden. Auch hier herrsche „akuter Platzmangel“.

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