Rhein-Neckar

Ladenburg/Ilvesheim Feuerwehr mit vier Booten im Einsatz / Havarierte Yacht befreit

Ausgedehnter Ölfilm auf dem Neckar

Ein Helikopter in der Luft, vier Boote im Wasser, neun Fahrzeuge an Land, und 47 Frauen und Männer im Einsatz: Ein riesiger Ölfilm auf dem Neckar hat am späten Dienstagnachmittag die Feuerwehren aus Ilvesheim, Ladenburg und Mannheim auf den Plan gerufen.

Wie der Kommandant der Ilvesheimer Wehr, Elmar Bourdon, am Abend mitteilte, war die Alarmierung um 16.48 Uhr erfolgt. Aus der Luft ermittelte die Wasserschutzpolizei die Ausdehnung des Ölfilms. Dieser erstreckte sich von der Kanalbrücke in Ilvesheim bis hin zum Industriehafen in Ladenburg. Wer dafür verantwortlich war, werde noch ermittelt, sagte Bourdon. Als mögliche Verursacher gelten ein Tankmotorschiff, das am Hafen angelegt hatte, aber auch eine Motoryacht, die zwischen Fähre Neckarhausen und Eisenbahnbrücke Ladenburg havariert war.

Um größere Schäden für die Umwelt zu verhindern, brachte die Feuerwehr in Ilvesheim eine Ölsperre aufs Wasser. Der Schiffsverkehr wurde vorübergehend eingestellt. Nach Einschätzung von Bourdon war der Ölfilm „extrem dünn“, die ausgelaufene Menge also eher gering. Ob das Öl entfernt werden muss oder von selbst verdunstet, sollten Proben durch die Wasserschutzpolizei klären. Diese entschied am späten Abend, dass die Sperre wieder abgebaut werden kann und das Öl seinem natürlichen Abbau überlassen wird. Kurz vor 21 Uhr war das erledigt. Für alle Fälle hatte die Feuerwehr Mannheim den Kameraden aus Ilvesheim Super-Absorber gebracht, ein extrem saugfähiges Material, mit dem sich der Gefahrstoff von der Wasseroberfläche hätte abnehmen lassen. Den Öl-Einsatz leitete der stellvertretende Ilvesheimer Kommandant Thomas Jakoby.

Unterdessen waren die Ladenburger damit beschäftigt, den Kapitän der havarierten Yacht aus seiner misslichen Lage zu befreien. Offenbar habe er sich mit seinem Boot bei einem Ausweichmanöver auf der Neckarhäuser Seite festgefahren, wie der Vizekommandant Pascal Löffelhardt dieser Redaktion berichtete. An dieser Stelle befinden sich Wellenbrecher aus Beton auf dem Grund des Flusses, auf denen der Skipper mit seiner Yacht buchstäblich aufsetzte: „Der saß da wie auf einem Bock.“

Das Mehrzweckboot aus Ladenburg schaffte es allerdings nicht, das Schiff wegzuschleppen. Erst mit Unterstützung eines weiteren Bootes aus Ilvesheim gelang die Befreiung. Und das beste: Die Yacht blieb dabei unbeschädigt. Nach rund eineinhalb Stunden war auch dieser Teil des Einsatzes erledigt. Weil eine solche Pannenhilfe auf dem Wasser eigentlich keine Aufgabe der Feuerwehr ist, wird der Unglückskapitän für die unbürokratische Hilfe nun eine Rechnung erhalten.

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