Rhein-Neckar

Heddesheim Gemeinderat beschließt Konzept für Neubaugebiet Mitten im Feld II / Lebensmittelmarkt und Drogerie geplant / Straßennamen einstimmig beschlossen

Baden, Odenwald und Kurpfalz stehen Pate

Archivartikel

Diesmal ging‘s ganz fix: Keine fünf Minuten hat der Heddesheimer Gemeinderat am Donnerstagabend benötigt, um einstimmig die Straßennamen für das Neubaugebiet Mitten im Feld II festzulegen: Odenwaldstraße, Kraichgaustraße, Badenerstraße, Kurpfalzstraße.

Wer sich an die Sitzung vor rund fünf Jahren erinnerte, als es um die Benennung im ersten Bauabschnitt ging, rieb sich verwundert die Augen. Gelächter auch unter den Räten: „Wir sind ja lernfähig“, feixt einer. Seinerzeit hatte es so viele unterschiedliche Vorschläge der Fraktionen gegeben, dass man sich auf keinen davon verständigen konnte. Mehrheitsfähig waren am Ende nur die Komponisten – und niemand im Rat war zunächst so richtig glücklich damit. Erst nachträglich wurde der Beschluss schließlich dahingehend geändert, dass wenigstens die Straße „Mitten im Feld“ als Namensgeberin des Gebiets noch zum Zug kam. Sie soll nun auch im zweiten Bauabschnitt die Haupterschließungsachse bilden.

Das Bebauungskonzept lehnt sich generell eng an das des ersten Abschnitts an. „Die Festlegungen für die Grundstücke waren rückblickend erfolgreich“, sagte Bürgermeister Michael Kessler bei der jüngsten Diskussion im Rat. Befreiungsanträge habe es kaum gegeben. „Ein harmonisches Bild“ ist dort nach Einschätzung von Planerin Petra Schippalies ebenfalls entstanden. Warum also das Rad neu erfinden?

Diskussion um Wohnraum

Wesentlicher Unterschied im neuen Abschnitt allerdings: In der an der Ringstraße gelegenen Kopfzone des in drei Areale gegliederten Neubaugebiets wird die Fläche für sogenannte Sondernutzungen ausgewiesen. Hier sollen ein Lebensmittelmarkt und ein Drogeriemarkt Platz finden. Nach Angaben von Bürgermeister Kessler laufen derzeit Gespräche mit möglichen Investoren. Im mittleren und südlichen Bereich ist neben Einfamilien- und Doppelhäusern jeweils ein Bereich für Mehrfamilienhäuser vorgesehen, um sowohl preisgünstigen Wohnraum als auch Angebote der Seniorenpflege zu ermöglichen.

Nach einer ersten überschlägigen Schätzung von Schippalies könnten nach diesem Konzept insgesamt rund 180 Wohneinheiten im zweiten Bauabschnitt entstehen. Da buchstäblich noch etwas draufzusatteln, forderte FDP-Gemeinderat Frank Hasselbring: „Warum sind auf den beiden Märkten keine Wohnungen geplant?“, fragte er. Wohnraum sei in dem Areal grundsätzlich möglich, betonte Kessler, vorrangig sei aber das Ziel, dort Nahversorgung zu etablieren. „Es wäre schlecht, wenn wir da ganz enge Vorgaben machen“, verwies er auf die laufenden Gespräche mit Interessenten. Zunächst müssten deren Erfordernisse geklärt werden, dann könne man schauen, ob und wie parallel eine Wohnnutzung möglich sei. Zumal dabei auch Fragen des Lärmschutzes zu klären wären. „Für mich ist Wohnraum nicht nachrangig“, zeigte Hasselbring kein Verständnis für diese Vorgehensweise: „Man muss doch ein Ziel haben.“

Letztendlich stimmte der FDP-Rat aber mit der großen Mehrheit für das Konzept und den Bebauungsplan-Vorentwurf, der nun öffentlich ausgelegt wird. Die einzige Gegenstimme kam von Grünen-Fraktionschef Günther Heinisch, der das Neubaugebiet generell ablehnt.