Rhein-Neckar

Edingen-Neckarhausen Gespräch im Rathaus über Baugebiet

Bäko und Gemeinde nähern sich an

Archivartikel

Die Bebauung der Wiese gegenüber des Unternehmens Bäko in Neckarhausen ist umstritten. Die Gemeinde will in der bestehenden Lücke den Bau von 24 Häusern ermöglichen, die Bäko fürchtet wegen der herannahenden Bebauung über kurz oder lang um ihre Existenz. Gestern nun haben sich beide Seiten an einen Tisch gesetzt und miteinander gesprochen.

„Wir sind auf einem guten Weg“, zieht Bürgermeister Simon Michler auf Anfrage des „MM“ Bilanz nach der Unterredung, an der auch Vertreter der Fraktionen teilgenommen hatten. „Wir haben klar gesagt, dass wir auf die Wohnbebauung nicht verzichten können“, berichtet Michler. Zugleich erkennt er an, dass Bäko Rechtssicherheit will. Wie dieses Ziel zu erreichen ist, darüber sollen jetzt noch einmal die Anwälte beider Seiten sprechen.

Unterdessen will die Gemeinde laut Michler auch die Vermarktung des knapp ein Hektar großen Areals vorantreiben. Mit einem Investorenauswahlverfahren sollten geeignete Bewerber gefunden werden. „Wir haben bestimmt 20 Interessenten. Die rennen uns förmlich die Türen ein“, erklärt Michler. Für denkbar hält er auch ein Mischmodell, bei dem ein Teil der Grundstücke in Erbpacht vergeben wird: „Das hat nur den Nachteil, dass wir Geld, das wir dringend brauchen, nicht in einer Summe erhalten.“

Über die Frage der Vermarktung der allesamt gemeindeeigenen Grundstücke müsse der Gemeinderat spätestens im Oktober sprechen. Bei den Gesprächen mit möglichen Investoren dürfe die Bäko gerne mit am Tisch sitzen, signalisiert der Bürgermeister Offenheit.

Ein Signal, das offenbar angekommen ist. „Wir sind verhalten optimistisch“, erklärt Bäko-Vorstandsmitglied Jochen Früauff nach dem Gespräch auf Anfrage: „Wir haben die Hoffnung, dass wir zusammen mit der Gemeinde einen Weg finden.“ Entscheidend sei für Bäko eine dauerhafte rechtliche Sicherheit. Im Juni hatten Früauff und sein Kollege Reiner Jung erklärt, notfalls auch gegen das Vorhaben zu klagen. Nun sieht es so aus, als könnten anstehende Millioneninvestitionen bei Bäko ebenso realisiert werden wie die Wohnbebauung in einer seit Jahrzehnten bestehenden Brache. „Wir kennen die Nöte auf dem Wohnungsmarkt auch von unseren Mitarbeitern“, zeigt Früauff Verständnis für die Position der Gemeinde.