Rhein-Neckar

Neckar-Bergstraße Gewitter und Starkregen sorgen in der Nacht zum Mittwoch für zahlreiche Einsätze der Freiwilligen Feuerwehren

Bäume entwurzelt, Äste abgerissen, Ziegel abgetragen

Archivartikel

Das heftige Unwetter am späten Dienstagabend hat nicht nur in Mannheim, sondern auch im Umland für etliche Einsätze der Feuerwehren gesorgt. Allerdings blieben die Schäden hier deutlich geringer. Betroffen waren unter anderem Edingen, Heddesheim, Ilvesheim, Ladenburg und Schriesheim.

Edingen: Die abgebrochene Spitze eines Baumes rief die Feuerwehr in Edingen auf den Plan. Die Einsatzkräfte rückten im Lerchenweg mit der Drehleiter an und kappten den Stamm, der bereits auf dem Dach eines angrenzenden Hauses lag. Ein Schaden sei nicht entstanden, berichtet Pressesprecher Jeremy Eckstein. „Uns hat nur der Ausläufer der Gewitterzelle erreicht“, erläuterte er weiter. Trotzdem waren auch hier 17 Aktive und drei Fahrzeuge im Einsatz.

Heddesheim: Sofort nach dem Unwetter wurde die Feuerwehr über die Leitstelle alarmiert, um das Gerätehaus zu besetzen und erwartete Notrufe bearbeiten zu können. „Im Gegensatz zu unseren Nachbargemeinden haben wir (Stand 23.40 Uhr) glücklicherweise nur eine Einsatzstelle abzuarbeiten“, meldete die Feuerwehr auf Facebook. Demnach gab es in der Memelstraße Wassereinbruch in einen Keller. Die Besatzung des Löschgruppenfahrzeuges war mehr als eine Stunde damit beschäftigt, die Wassermassen mit dem Sauger ins Freie zu befördern. Die restliche Mannschaft und Fahrzeuge blieben in Bereitschaft, wurden aber bis 0.15 Uhr nicht mehr benötigt.

Ilvesheim: Vergleichsweise heftig traf es die Gemeinde Ilvesheim. Hier notierte Kommandant Elmar Bourdon insgesamt zwölf Einsätze. In zwei Fällen stürzten Bäume auf die Straße, in drei weiteren wurden Autos getroffen. „Zum Glück ohne Personenschäden“, wie der Feuerwehrchef ergänzt. „Das war örtlich sehr konzentriert“, erläutert er und gibt den Schwerpunkt mit dem Bereich zwischen Mehrzweckhalle und Feldwegbrücke an: „Hier muss es eine sehr starke Windböe gegeben haben.“ Bäume seien dabei samt Wurzelteller aus dem Boden gerissen worden. Insgesamt waren rund 30 Aktive mit sechs Fahrzeugen im Einsatz. In zwei Fällen mussten sie sich um Dächer kümmern, an denen Ziegel abgetragen worden waren, in drei Fällen wurde Wasser aus dem Keller gepumpt und gesaugt.

Ladenburg: Der Sturm entwurzelte einen Baum neben dem Ankerplatz auf der Neckarwiese, informierte Nicole Hoffmann von der Verwaltung: „Mehrere Äste sind abgeknickt, sie werden vom Bauhof entfernt.“ Die Arbeiter kümmerten sich zudem um eine weitere „Baustelle“: Die Bühne auf der Festwiese sah nämlich nach dem Unwetter ebenfalls ziemlich lädiert aus. Hier wurde ein Stahlpfosten aus der Unterkonstruktion abgeknickt, das Sonnensegel kam mit herunter.

Schriesheim: Um 21.24 Uhr wurde die Freiwillige Feuerwehr zum ersten Einsatz gerufen. Ein Keller in der Panoramastraße war voll gelaufen, berichtet Kommandant Oliver Scherer: „Das hat uns lange beschäftigt.“ Denn kaum war das Untergeschoss trocken, kam auch schon ein zweiter Starkregen herunter. „Wir hatten schon zusammen gepackt, dann war der Keller wieder voll“, erklärt er: Um 0.30 Uhr wurde die Pumpe erneut angeworfen. Eine Leitung am Treppenaufgang war verstopft, mit Sandsäcken wurde der Keller gesichert. In der Wormser Straße hatten die Einsatzkräfte ab 21.52 Uhr zu tun, auch hier war Wasser im Keller. Zuvor wurden die Helfer noch in die Steinachstraße gerufen. Ein Dach war hier wegen Bauarbeiten abgedeckt und provisorisch mit einer Plane geschützt worden, so Scherer: „Sie war undicht, und auch hier mussten wir zweimal ausrücken.“ Um 23.15 Uhr gab es dann noch Arbeit im Ortsteil Altenbach, wo die Hauptstraße zwischen Härtweg und Rathausstraße verunreinigt war.

Vier weitere Einsätze warteten in Dossenheim auf die Wehr, jedes Mal mussten Keller leer gepumpt werden. Insgesamt waren 27 Mann, sechs Fahrzeuge sowie ein Stromanhänger bis zwei Uhr Nachts in Sachen Hilfeleistung unterwegs. Angesichts der Schäden in der Nachbarschaft bilanziert Scherer: „Wir sind hier relativ glimpflich davon gekommen. Wir haben schon andere Szenarien erlebt.“ stk/hje

Info: Fotostrecke unter morgenweb.de/edingen