Rhein-Neckar

Neckar-Bergstraße Schwimmbäder ziehen nach besonders heißem Juli Zwischenbilanz

Bei Hitze ins kühle Nass

So heiß wie in diesem Jahr war der Sommer noch nie. Rekorde und Temperaturen von mehr als 40 Grad Celsius zwangen die Menschen dazu, sich entweder im Keller zu verkriechen oder anderweitig abzukühlen. Viele suchten deshalb nach einer Erfrischung in einem Freibad. Auf Anfrage des „MM“ ziehen die Schwimm- und Freibäder im Verbreitungsgebiet dieser Ausgabe Zwischenbilanz.

Heddesheim: Der Badesee lockt in Spitzenzeiten bis zu 15 000 Besucher an, erzählt der Schwimmmeister Christopher Di Vita. An besonders heißen Tagen baden und sonnen sich hier sogar noch mehr Menschen aus dem weitläufigen Einzugsgebiet. Teilweise nehmen sie weite Anreisen zu früher Stunde in Kauf, um sich einen Park- und Liegeplatz zu sichern. An den besucherstärksten Tagen muss die Kommune als Betreiber des Badesees anliegende Felder von Landwirten anmieten, um zusätzliche Stellflächen für Autos zu schaffen. Die Situation haben die Betreiber gut im Griff, aber manchmal müssen die Gäste einen zehnminütigen Fußweg zum See einplanen, erklärt Di Vita.

Je höher die Temperaturen seien, desto mehr Besucher kämen und desto schwieriger sei es, die ausgeschilderte Badeordnung durchzusetzen. Zuweilen zündeten Badegäste Grills oder Wasserpfeifen an, obwohl das verboten sei. Die Polizei müsse aber selten eingreifen, die meisten Angelegenheiten hätten friedlich geklärt werden können. Di Vita will dennoch in Zukunft Sicherheitskräfte beauftragen. Diese sollen an künftigen heißen Tagen für Ordnung sorgen. Die Umsätze bei dein Eintrittskarten seien unverändert im Vergleich zum Vorjahr. 2019 sei ein gutes Badejahr, sagt Di Vita.

Schriesheim: Das Waldschwimmbad verbucht jährlich selten weniger als 50 000 Gäste. Dieses Jahr ist die durchschnittliche Besucherzahl bereits übertroffen worden, berichtet Jochen Wähling, zweiter Vorsitzende der Interessengemeinschaft Erhaltung Waldschwimmbad (IEWS), die das beliebte Bad betreibt und in Schuss hält.

Allerdings sei bereits abzusehen, dass das Rekord-Jahr 2018 mit rund 71 000 Besuchern wohl nicht übertroffen werde. Zu den Besuchern zählen neben den Tagesgästen auch die IEWS-Mitglieder, die zu den Vereinsbadezeiten (täglich zwischen 8 und 10 Uhr sowie zwischen 18.30 und 21 Uhr) kostenlos ins Wasser dürfen. Die öffentlichen Badezeiten sind täglich von 10 bis 18.30 Uhr. Insgesamt setzen sich die Besucherzahlen zu etwa zwei Dritteln aus Vereinsmitgliedern und zu einem Drittel aus Tagesgästen zusammen.

Edingen-Neckarhausen: Knut Heiler, Betriebsleiter des Freizeitbads in Neckarhausen, ist zufrieden. Das Hallenbad mit dem kleinen Freiluftbereich sei ähnlich gut besucht wie im vergangenen Jahr, in dem rund 98 000 Gäste das Bad besuchten. Täglich seien zwischen 300 und 350 Besucher da. An heißen Tagen sei natürlich vor allem der Außenbereich gefragt. „Ohne ihn sieht es im Sommer mau aus, dann leben wir vom Außenbereich“, erklärt Heiler. Besonders Kinder und Jugendliche besuchten im Sommer im Freizeitbad. Die Ferien seien ganz ohne Frage die umsatzstärkste Zeit im Jahr, so der Betriebsleiter.

Ladenburg: Die Stimmung im Ladenburger Freibad ist gut, sagt Schwimmmeister Joschka Meisner. Es hätten zwar viele Gäste bewusst wegen der großen Hitze die Sonne gemieden. Aber ebenso viele habe das gute Wetter gerade erst ins Schwimmbad gelockt.

Im vergangenen Jahr zählte die Stadtverwaltung 127 300 Besucher. In diesem Jahr erwarte man ähnliche Zahlen. Schon jetzt seien mit 530 deutlich mehr Familienkarten verkauft worden als 2018 (341). Und an diesem Freitag erwartet das Bad seinen 100 000. Besucher.

Seit diesem Jahr gibt es übrigens kostenloses Wlan für alle Besucher. Durch eine Zusammenarbeit mit einem Sitzsack-Hersteller gibt es mehr Möglichkeiten, sich in einem „Fatboy“ herumzulümmeln. Weiterhin habe man die Öffnungszeiten dank einer Zusammenarbeit mit der Nachbargemeinde Ilvesheim erweitern können. Das Freibad habe nun jeden Tag von 9 bis 20 Uhr geöffnet, sagt Meisner.