Rhein-Neckar

Hirschberg Konzert der Morning Star Singers in der evangelischen Kirche Leutershausen

Besinnung nach Weihnachten

Archivartikel

„Die Tage werden kürzer, die Nächte kühler, Advent und Weihnachten rücken näher“ – das schreiben die Morning Star Singers im Programm zu ihrer kleinen Konzertreihe. Die Einstimmung kommt etwas spät, was aber daran liegt, dass zwei der vier Abende noch vor dem Fest der Liebe angesetzt waren. Beim vorletzten Auftritt in der evangelischen Kirche Leutershausen kann man sich jedoch angesichts der überstandenen Vorweihnachtszeit zurücklehnen und der Aufforderung des Sextetts, Trubel und Hektik zu vergessen und besinnliche Klänge zu genießen, auch wirklich folgen.

Mit dem Choral „Macht hoch die Tür“ steigen die Sechs ein, und ihre Stimmen hallen durch das kalte Gotteshaus wie bei einem gregorianischen Choral. Die „Morgenstern-Sänger“, so ihr Name auf Deutsch, haben sich einiges vorgenommen: Bis zum Schlussapplaus sind es 16 Stücke, alle a cappella und infolgedessen mit vollem Stimmeinsatz gesungen, in großer thematischer und sprachlicher Vielfalt.

Latein ist zu hören, Englisch, Französisch und Spanisch, die Lieder stammen aus verschiedenen Jahrhunderten, angefangen mit dem frühbarocken Komponisten Michael Praetorius und einem Werk seines Zeitgenossen Heinrich Schütz. Sorgfältig aufbereitet, anspruchsvoll arrangiert, gibt es den Zuhörern Gelegenheit, sich ganz auf die Harmonien und vielfältig verschlungenen Melodien einzulassen.

Dann ist erst einmal nur Sopranistin Eva-Katharina Well zu hören: Mit ihrer klaren Stimme singt sie die ersten Verse von „Maria durch ein’ Dornwald ging“ in völliger Stille. Sogar die kleinen Kinder und der Säugling im Publikum lauschen schweigend, auch noch, als die Männer – die Tenöre Otmar Wiedenmann-Montgomery, Thomas Steffen, Simon Layer (Bass) und Bariton Moritz Nocher – eine leise Begleitung dazu geben. Behutsam singen die beiden Frauen darüber; es ist einer der schönsten Momente im Konzert.

Ein anderer ist Kim Boyne zu verdanken: Bei den „Singers“ übernimmt sie den Mezzosopran. Ganz langsam und meditativ klingt sie an, der jüngste Zuhörer bekommt große, runde Augen und staunt.

Immer wieder übernimmt die Komponistin auch selbst Soli, etwa beim englischen „Away In A Manger“, das den offiziellen Teil des Abends beschließt: Die Männer beschränken sich auf eine sehr tief angesetzte Untermalung, darüber erklingt der wunderbare Alt. Die Zuhörer haben noch das französische, sehr stimmig gesungene „Il Est Né, Le Divin Enfant“ im Ohr, dann gibt es noch zwei Zugaben.

Und Dankesworte von Well: Dafür, dass die Gemeinde dem Ensemble ihre Räumlichkeiten zur Verfügung gestellt hat. Und dafür, dass das Publikum auch „zwischen den Jahren“ hierher gefunden hat.