Rhein-Neckar

Ladenburg Die evangelische Kirchengemeinde hat ihre Ältesten gewählt / Amtseinführung am 19. Januar 2020 / Elke Haneklaus mit der größten Erfahrung

Beteiligung liegt bei 20,1 Prozent

Ladenburg.„Mithelfen, dass die Kirche lebendig bleibt“, will Mathias Weber. Der Ladenburger Illustrator, Grafikdesigner und Hobby-Rockbassist hat bei der Wahl zum evangelischen Kirchengemeinderat die meisten Stimmen geholt. Man nahm Weber offensichtlich ab, dass ihm Musik, Gemeinschaft und Kreativität am Herzen liegen, wie er auf dem Infoblatt zur Wahl geschrieben hatte. Auf den 51-Jährigen, der 2018 in das ehrenamtliche Gremium nachgerückt war, entfielen 54,1 Prozent, also mehr als die Hälfte, der 650 abgegebenen Stimmen.

Mehr jüngere Wähler gewünscht

Dies gab Diakon Thomas Pilz nach der Auszählung am Sonntagabend im Martin Luther-Gemeindehaus bekannt. Rund jeder Fünfte oder 20,1 Prozent aller insgesamt 3226 Wahlberechtigten ab 14 hatten Stimmen abgegeben. „Das ist okay“, ordnete Pilz den zunächst schwach erscheinenden Wert ein. Nur bei den 14- bis 19-Jährigen hätte man sich mehr als 14,4 Prozent Beteiligung gewünscht. Im Jahr 2007 habe man bei rund 3500 Stimmberechtigten noch eine Gesamtquote von 24 Prozent erzielt. Bei der vorletzten Wahl 2013 habe der gesamtbadische Durchschnitt bereits bei 20 Prozent gelegen.

Zu berücksichtigen ist auch, dass es für die zehn zur Verfügung stehenden Plätze nur neun Kandidaten gab: „Man wünscht sich mehr Stimmen, aber es war ja auch von vorne herein klar, dass alle gewinnen“, sagte Pfarrer David Reichert. „Gebt unseren Ältesten Rückenwind“, hatte er deshalb vor der jüngsten Wahl als Motto ausgegeben. Hier gab es allerdings auch wieder einige Veränderungen.

Aus der bisherigen Riege waren neben Weber nur zwei weitere erneut angetreten: Ärztin Katrin Dederer, die vor zwei Jahren nachgerückt war, und Elke Haneklaus. Hinter der Steuerfachangestellten liegt immerhin eine volle Amtszeit. Dementsprechend hatte sie bereits im Vorfeld allen Wahlberechtigten mitgeteilt: „Ich will mit meiner Erfahrung als bisherige Kirchenälteste weiter dazu beitragen, dass viele unterschiedliche Menschen aus unserer Stadt Kirche erfahren und leben können.“ Das Gremium, das am Sonntag, 19. Januar, feierlich in das Ehrenamt eingeführt wird, besteht also aus sechs Neuen: Klaus-Dieter Block lebt erst seit April dieses Jahres in der Stadt. Er stelle sich „gerne den Herausforderungen in seiner neuen Gemeinde, die ihm offen und lebendig begegnet“ sei. „Menschen helfen“ möchte Sozialarbeiterin Masoumeh Hozeifi. Fred Hammerschlag sieht die „Chance, den großen Herausforderungen, vor denen Gesellschaft und Kirche stehen, mit christlichen Werten zukunftsfähig, friedensstiftend und gerecht“ zu begegnen. Dieter Niefnecker wünscht sich, dass das Evangelium durch vielfaches Engagement Kreise zieht. Christoph Penshorn möchte seine „Erfahrungen mit Organisationsentwicklung einbringen“ und Harald von Campenhausen „Hilfe vor Ort leisten“. Pfarrer Reichert würdigte die Arbeit der bisherigen Ältesten, die mit ihm und Pilz die Geschäfte bis zu ihrer Verabschiedung am Sonntag, 12. Januar, weiterführen

Zum Thema