Rhein-Neckar

Ladenburg Jetzt Schutz der Äcker vor Überschwemmung

Biber-Familie baut immer weiter aus

Das Corona-Virus lässt Familie Biber kalt: Die unter Naturschutz stehenden Nager, die seit 2018 in der Bacherlebnisstation heimisch sind, haben in den letzten Tagen einen Damm im Losgraben massiv ausgebaut. Rund 1,70 Meter Höhe misst das Bauwerk. Doch was den Tieren als Schutz ihrer Baue und Holzvorräte dient, das lässt bachaufwärts liegende Äcker, auf denen gerade Winterweizen und Luzerne eingesät worden sind, unter Wasser stehen.

„Da musste Abhilfe geschaffen werden“, erklärt der Biologe Dieter Nährig. Der vom Landratsamt bestellte Biberberater ist zugleich Chef der Ortsgruppe des Bunds für Umwelt- und Naturschutz (BUND). Die einfache Lösung, die dem Biber nicht schadet und drei betroffenen Landwirten hilft, besteht aus handelsüblichen Drainage-Rohren, die dafür sorgen, dass mehr Wasser durch den Damm abfließt und so weniger Rückstau entsteht.

Ökologisch verträgliche Lösung

„Das ist eine gute Sache und hat schon einmal gut geklappt“, sagt Steffen Linnenbach, der Chef des Ladenburger Bauernverbands. Da in der BUND-Bachstation zwei Bachläufe zusammenfließen, erfolgte eine solche Maßnahme bereits im Mai am Biberbauwerk im Rombach. Wie damals packten jetzt auch Stadtrat Alexander Spangenberg als Stationsmanager und Ulrich Weinhold, Biberbeauftragte des Regierungspräsidiums Karlsruhe, erneut mit an.

Ihr Gemeinschaftswerk nahm neben Bürgermeister Stefan Schmutz auch Bianca Räpple in Augenschein: „Toll, dass der Biber wieder da ist“, findet die Geschäftsführerin des BUND Rhein-Neckar-Odenwald.

Von Fachmann Weinhold erfuhr sie, dass sich die Zuwachsrate an neuen Revieren in Ladenburg verlangsamt. „Wir laufen so langsam auf eine Sättigungskurve zu.“ Man werde aber immer wieder winterliche Picknickgäste haben wie zu Jahresbeginn in der Bachauenlandschaft und Durchwanderer oder wie in letzter Zeit hinter den Tennisplätzen. Ein gewisses Revierpotenzial sei noch am Kandelbach in Richtung Rosenhof zu sehen.

Räpple hat in der Forschung zu Fließgewässern und Auen gearbeitet und promoviert. Von daher kann sie die Bedeutung der Erlebnisstation gut ermessen: „Da können Kinder Natur erleben, und das ist heutzutage ganz wichtig, denn was man nicht kennt, schützt man auch nicht.“

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