Rhein-Neckar

Neckar-Bergstraße Ökumenische Trauer- und Hospizbegleitung besteht seit 20 Jahren / Corona erschwert derzeit ihre Arbeit

Bis zuletzt Geborgenheit geben

Archivartikel

Seit 20 Jahren gibt es den Ökumenischen Arbeitskreis Trauer- und Hospizbegleitung der katholischen Seelsorgeeinheit Mannheim St. Martin. Doch die Feier dieses Jubiläums muss seine Sprecherin Barbara Wlk absagen. „Ja, es ist schade“, räumt sie ein, „aber bei allen Lockerungen konnten wir uns einen feierlichen Gottesdienst ohne Gesang und eine anschließende Veranstaltung auf Abstand nicht vorstellen.“

Corona hat nicht nur die Trauer- und Hospizarbeit erschwert, ja fast zum Erliegen gebracht. Auch ein würdiges Jubiläumsfest ist nicht möglich. Aber Schwierigkeiten und Rückschläge sind für Elisabeth Breitkopf und ihr Team nichts Außergewöhnliches und daher kein Grund zur Entmutigung.

Angefangen hat alles im Jahr 2000 auf Initiative von Krankenschwester Brigitte Wörner und Diakon Gerhard Jürgens-Tatje. Pfarrer Georg Schmitt und seine evangelischen Kollegen griffen die Idee auf und stellten sie in Edingen-Neckarhausen auf eine ökumenische Basis. Von Anfang an bis heute dabei sind neben Elisabeth Breitkopf auch Annegret Blümel, Ursula Hoffmann, Elisabeth Kollnig, Anne von Lucke und Rita Saenger.

Hospizarbeit ist die Antwort auf eine Gesellschaft, die das Sterben und die Sterbenden an den Rand drängt. Hauptziel des Arbeitskreises ist es daher, das Sterben wieder als wichtigen Teil des Lebens ins öffentliche Bewusstsein zu rufen, Sterbende und Angehörige angemessen zu unterstützen. Dazu dient die Sterbebegleitung, die einsetzt, wenn medizinisch keine Hilfe mehr möglich ist.

Aus England übernommen

Daran erinnert auch die Bedeutung des mittelalterlichen Wortes „Hospiz“ – kein Ort medizinischer Heilung, sondern der Pflege und Betreuung. Die Hospizbewegung ging in den 1960er Jahren von England aus. Mehr als 120 000 Menschen engagieren sich knapp 50 Jahre später in Deutschland ehren- sowie hauptamtlich und unterstützen die Arbeit für schwerstkranke und sterbende Menschen. Diese sollen während ihrer letzten Lebensphase nicht auf die Geborgenheit einer vertrauensvollen Begleitung verzichten müsse.

Glaube als Beweggrund

Wenn es ihr Wunsch ist, sollen die Sterbenden, soweit wie möglich, im gewohnten häuslichen Umfeld versorgt werden. Hierbei muss auch die Schmerztherapie zur Linderung schwerer Symptome den kranken Menschen zugute kommen.

Über diese mitmenschlichen Beweggründe hinaus ist es die christliche Barmherzigkeit, welche die Mitarbeiter des Arbeitskreises antreibt. Jesus habe Hungernde, Arme, Fremde, Gefangene und eben auch Kranke, Sterbende und Trauernde in die Mitte seines Handelns und seiner Verkündigung gestellt: „Was Ihr dem geringsten meiner Brüder und Schwestern getan habt, das habt Ihr mir getan“, heißt es in Matthäus 25, 40. „Wer diesen Aufruf versteht, hat den Kern des Glaubens begriffen“, sagt Elisabeth Breitkopf.

Wann die Pandemie eine geordnete Hospiz- und Trauerarbeit wieder zulässt, steht in den Sternen. Der Zugang zu den Alten- und Pflegeheimen steht den Mitarbeitern unter den Schutzvorkehrungen zwar offen, aber die Nachfrage von Heimen und Privatpersonen ist noch gering.

Auch über das Jubiläum muss sich der Sprecherkreis auf seiner ersten Sitzung nach dem Höhepunkt der Pandemie Gedanken machen. Die steigenden Fallzahlen von Covid 19 sorgen hier für Verunsicherung.

Jedes ehrenamtliche Engagement lebt von Menschen, die nach gründlicher Aus- und Fortbildung bereit sind, mitzuarbeiten. So freut sich auch der ökumenische Arbeitskreis über jeden Interessenten, der bereit ist, sich auf die Aufgabe der Begleitung von Menschen im Angesicht des Todes einzulassen. Wer Begleitung im Trauerfall oder von kranken Angehörigen sucht, erreicht den Arbeitskreis jederzeit telefonisch.

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