Rhein-Neckar

Neckar-Bergstraße Vor den Wahllokalen zeitweise längere Wartezeiten als üblich

Bürger brauchen Geduld

Archivartikel

Nach der Kommunalwahl vom Sonntag ist auch in den Gemeinderäten unseres Verbreitungsgebiets Stühlerücken angesagt. CDU und SPD verlieren allenthalben mindestens einen Platz. Die Grünen gewinnen mindestens ein Mandat hinzu, in Ilvesheim sind es sogar drei. (Wir berichteten gestern ausführlich). An den Verlusten werden die Verlierer noch etwas knabbern, die Freude der Sieger wird noch anhalten. Die Bürger haben an der Wahl großes Interesse gezeigt und für hohe Wahlbeteiligungen zwischen 62 und 89 Prozent gesorgt.

Hier und da musste der Wähler dabei längere Wartezeiten in Kauf nehmen, so wie in Ilvesheim. Primär geduldig standen die vielen Ilvesheimer in den Schlangen vor den Klassenzimmern der Friedrich-Ebert-Schule, in denen sie ihre Kreuzchen machen oder die vorbereiteten Stimmzettel für Kreistag und Gemeinderat in die Kuverts stecken konnten. Das war die Krux, auf die auch Bürgermeister Andreas Metz bei der Sitzung des Wahlausschusses einging. Viele Bürger, so das Ortsoberhaupt, kamen unvorbereitet ins Wahllokal und beanspruchten so mehr Zeit als Wähler, die zuhause die Stimmzettel ausgefüllt hatten. Per Post war jedem Bürger ein großes Kuvert mit den amtlichen Stimmzetteln und Merkblättern geschickt worden. Darauf wies Wahlleiter Marc Schneider hin. Der eine oder andere indessen gab an, keine Post bekommen zu haben. „Niemand wurde vor 18 Uhr abgewiesen“, ging Metz auf einen Vorwurf im sozialen Netzwerk Facebook ein. Er und sein Wahlleiter hätten darauf geachtet, dass bis 18 Uhr gewählt worden konnte.

Im Eifer des Gefechts hatte Ilvesheim am Montag ein paar Wahlberechtigte zu viel berücksichtigt und eine Wahlbeteiligung von nur 52,87 Prozent errechnet. Gestern wurde die Quote auf 65 Prozent korrigiert, bei der Kreistagswahl waren es 64,8 Prozent. Exakt diese Marge hatte der „MM“ errechnet und publiziert.

Gefragt nach Staus in den Wahllokalen kam aus dem Rathaus Ladenburg die folgende Antwort: „Es gab am Wahlsonntag keine besonderen Vorkommnisse“. Achim Weitz vom Rathaus Schriesheim gab das Folgende zur Auskunft: „In manchen Wahlbezirken gab es auch in Schriesheim phasenweise großen Andrang, aber von wirklich langen Schlangen habe ich nichts gehört“.

Auch vor den Wahllokalen in Heddesheim standen die Wähler zeitweise länger als üblich, berichtet Silke Schmidt vom Ordnungsamt. „Schlangen entstehen, wenn die Wähler ihre Stimmzettel nicht zu Hause ausfüllen“, hat sie eine Erklärung, warum es gerade bei der Kommunalwahl mit ihrem vergleichsweise komplizierten System zu Wartezeiten kommen kann. „Bei anderen Wahlen haben wir das schließlich noch nicht gehabt.“ Bis zur Schließung der Wahllokale hatte sich auch diesmal der Andrang gelegt: „Um 18 Uhr hatten wir keine Probleme“, versichert Schmidt.

Ganz ähnlich verlief der Sonntag in Edingen-Neckarhausen. „Teilweise gab es schon ein paar Schlangen“, hat Bürgermeister Simon Michler beobachtet. Auch, weil die Wahlbeteiligung höher als sonst gewesen sei. Wenn dann die Stimmzettel erst in der Kabine ausgefüllt werden, müssten die Leute schon mal warten, sieht es Rathaus-Mitarbeiter Gerhard Fischer wie seine Kollegin Schmidt aus Heddesheim. Wer aber bis 18 Uhr zum Wahllokal kam, habe aber selbstverständlich noch wählen dürfen. neu/tin/kba/agö