Rhein-Neckar

Schriesheim Musik, Stimmung und Glühwein bei der Altenbacher Kerwe / Geschliffene Rede von Ann-Christin Kress / Heute Ausklang auf dem Buswendeplatz

Der „Kerweschlump“ heißt Hans-Jörg

Archivartikel

„Der Kerweschlump heißt Hans-Jörg mit Bindestrich“, verkündete Ortsvorsteher Herbert Kraus: Jede Ähnlichkeit mit lebenden Personen sei rein zufällig. Das entlockte dem Namensvetter des braun gebrannten Schönen, Schriesheims Bürgermeister Hansjörg Höfer, ein Grinsen. Immerhin, das Geschlecht des Kerwe-Maskottchens ist ein Zugeständnis an „Parrerin“ Ann-Christin Kress, die seit drei Jahren über das Kerwevolk herrscht. Den Auftakt zum Volksfest, das Ausgraben der Kerwe, übernahm am Freitagabend allerdings Kerweborscht Melvin.

Er musste nicht lange im kleinen Beet graben, um die Weinflasche zutage zu fördern; dann war Partystimmung angesagt. Der Wirt des Restaurants Sonus hatte Tische und Bänke aufgestellt, auf dem Grill brutzelten Steaks, Bier floss in Strömen. Für die passende Stimmung sorgten die „Golden Boys“ mit ihren Schlagern.

Schnell war der Kerwekuchen angeschnitten, so konnte der erste Kerwe-Abend beginnen. Weiter ging‘s am nächsten Morgen mit dem Flohmarkt, der bei Wind, Regen und sogar ein paar Schneeflocken nicht gerade von der Sonne verwöhnt wurde.

La-Ola-Welle für den Busfahrer

Da kam die „Warm-Up“-Party um die Mittagszeit gerade recht; Stimmungsmusik und Glühwein, passend zum Wetter, lockten auf den Buswendeplatz. Unter den Gästen, die Kraus begrüßte, waren Höfer, Gemeinde- wie auch Ortschaftsräte und Weinprinzessin Nadja Grittmann, Lützelsachsens Winzerprinzessin Jennifer sowie Weinkönigin Elena II. aus Hemsbach mit ihrem Gefolge. Es war der Moment, den Namen der neuen Kochlöffelkönigin bekannt zu geben: Anna Zeberer wird ein Jahr lang gemeinsam mit ihrer Prinzessin Rebecca die Altenbacher Herrschaftsinsignien tragen.

Nach einer kurzen Andacht mit der „Parrerin“ hätte die Festgesellschaft nun eigentlich den Umzug beginnen können – fehlten nur die Böllerschüsse vom Schützenverein. Weil das Pulver nass war, blieb es erstmal still auf der Sportanlage. Dann knallte es schließlich, doch nun musste die Kerwegemeinde auf den Bus aus Wilhelmsfeld warten. Der ließ sich Zeit, und so übte Moderator Hans-Peter Pröll mit den Besuchern eine La-Ola- Welle ein, mit der der schließlich eintreffende Bus begrüßt wurde. Ein freundliches Nicken des Fahrers, und dann konnte der Zug endlich starten. Auf dem Weg zum Kerweplatz wurde „Hans-Jörg“ immer wieder zum Tanzen geholt. Möglich, dass er die anschließende „Kerweredd“ verschlief. Schade, denn die hatte es in sich.

Ann-Christin nahm nämlich kein Blatt vor den Mund, Bürgermeister und Kommunalpolitik bekamen gehörig ihr Fett weg. Während 40 Millionen für „des schee Gymnasium“ ausgegeben würden, spare man an „Aldebach“ und lasse den Dorfplatzbrunnen „verkumme“. Die Prunksitzung habe wegen „zu viel Ufflage und Gebühre“ ausfallen müssen, außerdem sei man der Volksbank beraubt worden: „Wenn man durchs Dörfle läuft, welch eine Stille.“ Passend dazu erklang der Westernklassiker „Spiel mir das Lied vom Tod“.

Kommunalpolitik aufgespießt

Klar, dass auch die unendliche Geschichte der Treppe bei der Verwaltungsstelle nicht fehlen durfte: „Do hot ma e falschi Trepp eigebaut, un‘ dafür hawwe se anderthalb Johr gebraucht“. Schadenfroh gab Kress auch die Episode um den Durchgang in der KSV-Halle wieder, die erst zugemauert und dann wieder geöffnet wurde, um dort den Kinderfasching zu feiern. „Des soll mol ohner noch verstehe“, schüttelte sie ungläubig den Kopf. Sie endete mit der Bitte „seid nett zu einander“, bevor „Thousands Years Later“ das Mikro übernahmen und für Stimmung auf dem Platz sorgten.

Zwar immer noch frisch, aber schon freundlicher begann das Fest gestern: Nach dem Gottesdienst genehmigten sich die Erwachsenen einen Frühschoppen, während die Grundschüler zum traditionellen Sponsorenlauf starteten. Am Nachmittag traten die Tänzer von Blau-Silber Ladenburg auf, „Ela‘s Modeatelier“ zeigte mit ihren Models die neuesten Sommertrends. Den Abend beschloss die Trachtengruppe aus Heiligkreuzsteinach.

Heute gegen 18.45 Uhr wird der Schlump am Buswendeplatz in den Kerwehimmel befördert, danach geht es mit den Musikern von „Garden-Party“ zum „Leichenschmaus“.