Rhein-Neckar

Drei Festnahmen bei Großeinsatz gegen kriminelles Netzwerk

Rhein-Neckar.Bei einem Großeinsatz von rund 600 Sicherheitskräften mit Schwerpunkt Ludwigshafen/Mannheim hat die Polizei 70 Geschäfts- und Privaträume durchsucht und drei Verdächtige festgenommen. Der Schlag galt den Behörden zufolge einer international operierenden Bande, die unter anderem mit Geldwäsche, Steuerhinterziehung und Urkundenfälschung einen hohen siebenstelligen Schaden verursacht haben soll. Der Razzia war die Festnahme von vier Verdächtigen Ende Februar vorausgegangen, denen Drogenschmuggel vorgeworfen wird, teilte die Polizei in Ludwigshafen am Mittwoch mit.

Durch diesen Zugriff waren die Ermittler demnach auf die Spur der Gruppe gekommen. Zudem wurden fünf Kilogramm Kokain beschlagnahmt. Hier dauern die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Landau an.

Bei den Festgenommenen handelt es sich der Staatsanwaltschaft Kaiserslautern zufolge um einen 49-jährigen und zwei 31-jährige Männer aus Ludwigshafen. Durchsuchungen fanden am Mittwoch außer in Rheinland-Pfalz auch in Baden-Württemberg, Hessen und Nordrhein-Westfalen statt, wie die Behörden mitteilten. Auch Behörden aus dem Saarland waren daran beteiligt. Umfangreiche Beweise seien gesichert worden, hieß es. Der Staatsanwaltschaft zufolge handelt es sich unter anderem um Bargeld in Höhe von etwa 250 000 Euro sowie um zwei Schusswaffen.

Die Ermittler vermuten ein Netzwerk, das auch für Schwarzarbeit und Verstöße gegen das Markengesetz verantwortlich sein soll. Es geht um Kleidungsstücke. Die Polizei geht davon aus, dass die Gruppe seit etwa 2013 mit hochwertigen Fälschungen gehandelt haben soll.

"Aufgrund der bisherigen Erkenntnisse ist von einem hohen siebenstelligen Schaden insbesondere für Fiskus und Sozialversicherungsträger auszugehen", teilten die Ermittler mit. Grund für den Großeinsatz ist ein Verfahren bei der Zentralstelle für Wirtschaftsstrafsachen der Staatsanwaltschaft Kaiserslautern.

Geleitet wurden die Durchsuchungen vom Polizeipräsidium Rheinpfalz in Ludwigshafen sowie von der Steuerfahndung und dem Zoll unter Führung des Zollkriminalamtes. Beteiligt waren auch das Finanzamt in Neustadt (Weinstraße) und das Zollfahndungsamt Frankfurt am Main sowie die Hauptzollämter Karlsruhe, Darmstadt, Koblenz und Saarbrücken. (lsw)