Rhein-Neckar

Neckar-Bergstraße Serie „Mutmacher“ / Andrea Gernold leitet die Kinderkrippe Postillion in Hirschberg

Durchhalten – und anderen ein Lächeln schenken

Archivartikel

„Home-Office, die Betreuung kleiner Kinder samt der Hausarbeit, das ist eine schwierige Angelegenheit. Da wird schon mal eine Nachtschicht eingelegt, um alles auf die Reihe zu bringen“, weiß Andrea Gernold aus Gesprächen mit Eltern. Unsere heutige Mutmacherin ist Leiterin der Kinderkrippe „Postillion“ in Hirschberg-Großsachsen. In der Einrichtung werden Kinder ab zwei Monaten bis drei Jahre betreut. Aktuell findet eine Notbetreuung statt. Abstand halten im Umgang mit den Kleinen geht nicht, dafür wird Hygiene großgeschrieben.

„Wir hatten fünf Wochen ganz geschlossen, momentan betreuen wir zwei zweijährige Jungs“, erzählt Andrea Gernold. Deren Eltern beziehungsweise die alleinerziehende Mutter arbeiten entweder in systemrelevanten Berufen oder sind arbeitsplatzpflichtig, beispielsweise in der Produktion. „Wir rechnen damit, dass nach und nach weitere Zugänge dazukommen, für Juni und Juli haben wir bereits Anmeldungen von Personen, die berechtigt sind, ihre Kinder zu uns zu bringen“, lässt die Krippenleiterin wissen.

In der Zeit vor Corona bestand eine reguläre Gruppe aus zehn, künftig werden es nur aus fünf Kinder sein. Kommt ein sechstes Kind dazu, wird die zweite Gruppe aufgemacht, so dass die Einrichtung nur zu 50 Prozent ausgelastet sein wird. Die Jungs genießen jedenfalls die volle Aufmerksamkeit und sie sind froh, auch wieder einen Gleichaltrigen als Gesellschafter zu haben. Klar, dass auch die beiden Knirpse schon fleißig das Händewaschen einüben. „Außerdem werden regelmäßig die Oberflächen gereinigt, mit denen die Kinder in Kontakt kommen, und weitere Vorkehrungen getroffen“, erklärt Andrea Gernold.

Hat sie trotz aller Vorsichtsmaßnahmen Angst vor einer möglichen Ansteckung? „Wir haben eine unglaublich verantwortungsvolle Elternschaft, die weder sich noch andere gefährden will“, ist sie überzeugt und macht den Eltern Mut: „Wir müssen durchhalten, gemeinsam schaffen wir das.“ Auch wenn mit der Zeit wieder mehr Kinder in die Krippe kommen, auf die „Vorlese-Oma“ aus einer benachbarten Pflegeeinrichtung müssen die Kleinen vorerst verzichten. „Es besteht eine wunderschöne Kooperation mit der Einrichtung, aber das gegenseitige Besuchen ist in diesen Zeiten leider nicht möglich. Wenn wir wieder mehr sind, werden wir uns aber mal an den Zaun stellen und ein bisschen Frohsinn verbreiten“, kündigte die Krippenleiterin an. Anderen ein Lächeln zu schenken, das ist ihr gerade in diesen Zeiten wichtig.

Vielleicht lehre uns Corona auch, wieder mehr auf Natur und Umwelt zu achten, hofft Andrea Gernold auf ein Umdenken im Umgang mit der Schöpfung. Die Naturfreundin engagiert sich als „Mädchen für alles“ bei den Schriesheimer Naturfreunden. Ihr Ehemann Sascha Gernold ist dort Chef des Ortsvereins. Wann seine Gattin ihre selbstgekochte indische Linsensuppe, im Naturfreundehaus „Schriesheimer Hütte“ wieder servieren kann, ist allerdings noch ungewiss.

Info: Sie kennen einen Mutmacher? Mail an: leseraktion@mamo.de 

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