Rhein-Neckar

Ein Ereignis für alle

Mehr als ein Jahrhundert lang haben Menschen auf diese zusätzliche Querung des Neckars gewartet, nun also soll ihr Bau beginnen. Baden-Württembergs Verkehrsminister Winfried Hermann bemüht sich aus diesem Anlass persönlich nach Ladenburg, um den ersten Spatenstich vorzunehmen. Ein wichtiges Ereignis für die ganze Region – sollte man meinen. Doch die Öffentlichkeitsarbeit von Regierungspräsidium und Ministerium spricht eine andere Sprache.

Da erfahren die Bürgermeister Metz (Ilvesheim) und Michler (Edingen-Neckarhausen) von ihrem Ladenburger Kollegen Schmutz, dass der Spatenstich angesetzt ist. Und ausgerechnet der Bürgermeister jener Gemeinde, die am meisten für den Bau gekämpft hat und sich die größte Entlastung davon erhofft, erhält nur die Rolle des Statisten. Da schieben sich die Pressestellen von Ministerium und Regierungspräsidium die Zuständigkeit für die Einladung an die Presse munter hin und her. Und da soll die Zahl der Teilnehmer in den Delegationen der betroffenen Kommunen auf ein Dutzend beschränkt werden.

Kein Gespür

Offenbar hat man in Stuttgart und Karlsruhe kein Gespür dafür, von welcher Bedeutung dieses Projekt ist. Viele Generationen haben darüber diskutiert, dagegen protestiert, dafür gekämpft. Am Ende dieser jahrzehntelangen Vorgeschichte wird mit dem Spatenstich offiziell der Bau des Projektes gestartet. Das ist für Befürworter und vom Verkehr geplagte Anwohner ein Grund zum Feiern und selbst für die Gegner ein denkwürdiger Termin. So etwas darf nicht unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden, sondern muss eine Veranstaltung für alle Bürger sein. Angesichts der Baukosten von 36 Millionen Euro darf die Einladung an die Bürger auch nicht daran scheitern, dass vielleicht ein paar Hunderter für Häppchen und Getränke ausgegeben werden müssen.