Rhein-Neckar

Ladenburg Trotz Kälte und Regen mehr als 20 Freiwillige beim zweiten „Tag der Tat“ im Römerstadion

„Eisheilige“ erschweren Einsatz

Archivartikel

Gärtner fürchten die „Eisheiligen“: Dieses Witterungsphänomen im Frühlingsmonat Mai bedroht nämlich Jungpflanzen mit Kaltluft aus dem hohen Norden. Doch selbst Regen, Wind und Temperaturen von weniger als fünf Grad hielten mehr als 20 Ladenburger nicht davon ab, am mittlerweile zweiten „Tag der Tat“ zu Werkzeugen zu greifen, um das Römerstadion fit für den Sommer zu machen. „Die Eisheiligen schlagen zu: Respekt an alle, die trotzdem gekommen sind und zeigen, dass ihnen etwas am Stadion liegt“, lobte Bürgermeister Stefan Schmutz diese Einsatzbereitschaft.

„Ob das etwas bringt bei dem Wetter?“ Das fragten sich anfangs einige, die sich gegen neun Uhr am Samstagmorgen die kalten Hände rieben und die Absage der Putzaktion erwogen. Mähen, Schneiden und Hecken von Laub befreien verboten sich nässebedingt.

„Müllsammeln geht aber immer“, fand Schmutz, als er eintraf. Mit dem anderthalbjährigen Töchterchen Anna auf dem Arm erklärte er: „Keiner soll am Montag krank sein, aber ich würde es ungern absagen, wo doch so viele gekommen sind.“ Sein Vorschlag: „Jeder gibt, was er kann, und wer bis elf Uhr aushält, bekommt beim Stadionwirt etwas Warmes. Aber wenn‘s zu kalt ist, ist es zu kalt.“

Das schien akzeptabel: So gingen die einen nach einer Runde Aufräumen und Rinnen säubern bei einsetzendem Regen lieber nach Hause. Andere blieben zum Imbiss. Von den insgesamt rund 50 Teilnehmern, die sich angemeldet hatten, kamen allerdings kaum weitere. Bei der erfolgreichen Premiere im Herbst hatte es 80 Anmeldungen gegeben.

„Ich habe später am Vormittag einen Friseurtermin, da wäre ich sowieso früher aufgestanden“, sagte die 15-jährige Amelie Jahn, die sonst ausgeschlafen hätte. Sie „fände es gut, wenn alle, die das Stadion benutzen, auch etwas dafür tun“. Auch die elfjährige Alina Besirevic, ebenso Schülerin des Carl-Benz-Gymnasium, „wollte, dass das Römerstadion mal geputzt wird“. Das hinterließ Eindruck: „Ich freue mich sehr, dass junge Leute dabei sind“, sagte Harald Kramer.

Der Chef des städtischen Bauhofs konnte Schmutz nur zustimmen, der ausgeführt hatte, dass die Stadt „personell nicht so aufgestellt ist, dass wir die Stadionpflege im Vorbeigehen mitnehmen.“ Auch Rentner Franco Marini wirkte gerne ehrenamtlich mit: „Ich freue mich, wenn die Anlage sauber ist“, sagte der Platzwart, den die Stadt 15 Stunden wöchentlich beschäftigt.

„Es ist wichtig fürs Barfußtraining, dass der Platz unkrautfrei ist“, erklärte Triathletin Jennifer Zimmermann. Auch für Jonas Sladek von der Ladenburger Sport-Vereinigung (LSV) war die Teilnahme klar: „Wir spielen hier regelmäßig Basketball.“ Marc Schuff monierte das Fehlen eines Mülleimers; sein Vater Dietmar sah das Mitmachen als „Ehrensache“: „Nur in der Gemeinschaft funktioniert es.“

Drachenboot-Chefin Tanja Gebler sagte: „Wir machen um die Halle klar Schiff.“ Vorsitzender Thomas Thieme (FV 03) betonte: „Wir empfinden das als wichtiges Signal für das Stadion.“ Selbstverständlich fand LSV-Chefin Petra Klodt die Aktion: „Es ist schön, gemeinschaftlich etwas zu bewegen.“ Michael Henn, Gerhard Müller und Uwe Obermüller von den AH-Kickern der LSV fanden: „Das ist für uns zweimal im Jahr keine große Sache.“