Rhein-Neckar

Ladenburg Ausstellung von Rudolf Klee im Lobdengau-Museum

Er malt, spielt Klavier und will ein Buch schreiben

Archivartikel

„Eigentlich wollte ich nach dem Tod meiner Frau Gudrun gar keine Ausstellung mehr machen“, gesteht der Ladenburger Künstler Rudolf Klee dem „MM“-Reporter. Da sei Hans Rein auf ihn zugekommen und habe gesagt: „Wir müssen unbedingt etwas machen“.

Das erzählt der bald 81-Jährige schmunzelnd und betont, dass er dann doch gerne mitgewirkt habe bei der Werkschau im Lobdengau-Museum. „Ich bin heilfroh, dass es geklappt hat“, sagt Initiator Rein, der seit rund 40 Jahren Klee-Anhänger sei und „einiges von ihm“ besitze.

„Er ist nie stehen geblieben, sondern hat immer neue Ideen, großartig“, schwärmt Irene Habel als eine von mehr als 50 begeisterten Besucherinnen und Besuchern der Ausstellungseröffnung am Freitag.

„Ich bin voller Schaffenskraft, mache Musik und schreibe Gedichte“, bestätigt Klee den Eindruck, den viele gewinnen, als sie dem Künstler zur faszinierenden Schau mit Grafiken, Malereien und Plastiken von 1958 bis 2018 gratulieren.

Der 1938 in Bingen-Sponsheim geborene ehemalige Lehrer freut sich und berichtet: „Alle sagen, ich soll ein Buch machen – vielleicht mache ich das auch noch.“ „Ich bin stolz darauf, wie er seine Arbeiten macht“, sagt Klees 55-jähriger Sohn Uli. Vieles, was lange in Schubladen gelegen hat, ist nun zu sehen. „Vor allem Zeichnungen in bester technischer Ausfertigung“, so Rein.

Zweifellos sei der 1995 verstorbene deutsche Zeichner Horst Janssen ein großes Vorbild. Das zeige sich bei Klees Feder- und Kugelschreiberzeichnungen. Doch auch Textkunst, Gemälde und Plastiken seien hervorragend, schnalzt Hausherr Andreas Hensen, der Reins Plan unterstützt hatte, mit der Zunge und würdigt die Vielseitigkeit Klees.

Der bedient eingangs wie zum Beweis swingend das E-Piano im Jazztrio mit seiner Schwester, Sängerin Maria Hanf und Bassist Jürgen Gohde. Fürs gekonnte Ausleuchten und Arrangieren der Werke hören Museumsmitarbeiterin Erika Duske und Praktikantin Beate Mitko Lob.

Die Ausstellung ist noch bis zum 13. Oktober im Lobdengau-Museum zu sehen; die Öffnungszeiten sind mittwochs von 15 bis 18 Uhr, samstags von 14 bis 17 Uhr sowie sonntags von 11 bis 17 Uhr. Am 30. Mai (Himmelfahrtstag), 10. Juni (Pfingstmontag) und 20. Juni (Fronleichnam) ist das Museum von 14 bis 17 Uhr geöffnet. pj