Rhein-Neckar

Seckenheim „Zabbe“ werden in dieser Kampagne von Ilvesheim aus regiert

Fahne im fremden Gebiet

Von Residenzpflicht halten die „Zabbe“ gar nichts. Bei den Karnevalisten des Sängerbunds 1865 Seckenheim gab es schon Prinzessinnen, die von Friedrichsfeld und Neckarhausen aus regierten. Dieses Mal werden sie sogar aus Ilvesheim „ferngeleitet“ – na und? Damit haben die Seckenheimer Narren nicht erst zum „Närrischen-Insel-Fasnachtszug“, der am Sonntag, 23. Februar, in Ilvesheim-City abläuft, ihren Fuß auf benachbartes Territorium gesetzt. Sie hissten schon zum Jahresbeginn auf fremdem Gebiet die Narren-Fahne.

Das machten sie zwar zeitgleich mit den Insulana-Narren, aber anders als diese nicht auf der „Insel“: Die Seckenheimer Zabbe hatten Nord-Ilvesheim im Visier, wohin sie über die Seckenheimer Straße gelangten und das offenbar völlig unbemerkt. Denn an der Residenz des amtierenden Seckenheimer Prinzenpaars „Nathalie I. von Frohsinn und der Narretei“ sowie „Dennis I. vom närrischen Rat“ am Rande des Ilvesheimer Mahrgrund-Neubaugebietes in der Erbacher Straße fanden sich unter freiem Himmel viele Fremde ein. Da machte zunächst die Delegation der „Hellesema Grumbe“ ihre Aufwartung, schließlich hat der Zabbe-Prinz Kontakte bis in die höchsten Kreise des Heddesheimer Vereins.

Stets allerengste Tuchfühlung hält die Vorsitzende des Sängerbunds 1865, Daniela Petzinger, zudem mit dem Präsidenten der Schlabbdewel-Fasnachter vom Gesangverein Frohsinn aus Friedrichsfeld. Elmar Petzinger hatte zur Verstärkung Senator und Stadtrat Alexander Fleck, IGF-Vorstand Reinhold Schatz und einen schweigenden Ehrenbüttenredner mitgebracht. In stattlicher Zahl traten die Seckenheimer Zabbe an – aber nicht nur Elferräte, sondern auch zahlreicher „Ehrenschrott“ mit Altpräsident Jürgen Zink an der Spitze war gekommen.

Rot-weißes Wappentuch

Wer erwartet hatte, dass bei diesem Narrenauflauf die Nachbarn die Fenster aufreißen oder sich zumindest an der Scheibe die Nasen plattdrücken würden, sah sich getäuscht. Da bewegte sich keine Gardine. Dennoch nutzten Nathalie und Dennis die Gelegenheit, ihr Motto auf heimischem Refugium bravourös und sicher zu präsentieren. Was die doch nun zahlreichen Gäste ferner erlebten, war ein mit der Begrüßung durch Zabbe-Präsident Andreas Eder verbundener allgemeiner und herzlicher Glückwunsch zum neuen Jahr.

Darauf folgten auch schon die ersten drei donnernden Zabbe-Ahoi-Rufe am wenige Stunden alten Neujahrstag. Eder verband mit dem Startschuss in die Zwanziger Jahre des 21. Jahrhunderts auch die Gelegenheit sowohl für die Prunksitzung zu werben als auch zum Rosenmontagsball ins „Mallorca-Schloss“ einzuladen. Er dankte dem Prinzenpaar, dessen Freunden und der Familie für die Ausrichtung der Fahnenhissung, die daraufhin erfolgte.

Mangels einer Fahnenhülse am Haus wählten die Zabbe eine topmoderne Variante: Plötzlich erhob sich zur Verwunderung der Gäste im Vorgarten eine Teleskop-Fahnenstange, die sich inklusive rot-weißen Wappentuchs nach und nach nach oben schob. Die beeindruckten Gäste spendeten heftig Applaus und machten sich dann gut gelaunt über heiße Würstchen, Punsch und weitere Getränke her. hat

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