Rhein-Neckar

Ilvesheim Ratsmehrheit steht hinter Kombibad und stimmt für Bauantrag / Kommunalrechtsamt versagt Kreditaufnahme

Finanzierung weiter ungewiss

Archivartikel

Die Anfänge des „mit Abstand größten und wichtigsten Projekts der Gemeinde“, so Ilvesheims Bürgermeister Andreas Metz am 4. Juli bei einer Bürgerbeteiligung in der Mehrzweckhalle, gehen zehn Jahre zurück. In dieser Zeit wird für das Kombibad viel unternommen, doch um dessen Zukunft wird es eigentlich immer ungewisser – wenngleich eine Ratsmehrheit von Freien Wählern (sechs Räte) und SPD (fünf Räte) am Neubau noch festhält.

Am 17. Dezember stimmt der Gemeinderat einem modifizierten Entwurf mit Kosten in Höhe von 14,6 Millionen Euro zu und erteilt der Verwaltung den Auftrag, ein Baugenehmigungsverfahren einzuleiten. Zudem gibt es ein Ja für den Abbruch des Freibades, an dessen Standort das neue Bad geplant ist.

CDU steigt aus

Die Zahl der Befürworter im Gemeinderat ist seit dem 17. Mai um fünf Stimmen kleiner. Die CDU-Fraktion lehnt das Bad zu diesem Zeitpunkt aus finanziellen Gründen ab. Die beiden Grünen versagen der Einrichtung von Beginn an ihre Zustimmung. Aber auch mit einer Mehrheit kann das Projekt zum Scheitern gebracht werden. Im Juli flattert eine Hiobsbotschaft vom Rhein-Neckar-Kreis auf den Tisch des Bürgermeisters. Das Kommunalrechtsamt kritisiert den Haushalt der Kommune und versagt die Kreditaufnahme in Höhe von 15 Millionen Euro.

Mit dem Veto der Kontrollbehörde steht die Einrichtung vor dem Aus. Doch der Bürgermeister will die Pläne fürs Bad noch nicht zerreißen. Das Ortsoberhaupt erhofft Schützenhilfe von der Landespolitik. Metz moniert einen Systemfehler in der Doppik, die es einer Kommune nahezu unmöglich mache, größere Investitionen zu tätigen. (Die Gemeinde hat in diesem Jahr auf das neue System Doppik mit der doppelten Buchung sämtlicher Geschäftsvorgänge umgestellt.)

Etwas Hoffnung gibt das Bundesprogramm „Sanierung kommunaler Einrichtungen in den Bereichen Sport, Jugend und Kultur“. Die Gemeinde Ilvesheim bewirbt sich. Die Entscheidung, ob Ilvesheim zum Zug kommt und vier Millionen Euro einstreichen kann, wird verschoben. Die Frist für die Einreichung von Projekten wird verlängert, die Fördermittel in Höhe von 100 Millionen um 100 Millionen Euro erhöht. „Die Förderprojekte werden voraussichtlich im Februar/März 2019 ausgewählt“, stellt das Bundesministerium des Innern, Bau und Heimat in Aussicht.

Seit zehn Jahren ein Thema

Zehn Jahre beschäftigt das Projekt die Kommune. Im Jahre 2008 konstatiert der Gemeinderat großen Sanierungsbedarf sowohl beim Hallen- als auch beim Freibad. Beim Bürgerbeteiligungsprozess im selben Jahr wird der Wunsch eines kombinierten Bads im Schlossfeld im Leitbild 2020 aufgenommen. Eine Konzeptstudie aus dem Jahr 2014 erwähnt Kosten für ein Kombibad in einer Höhe von zehn Millionen Euro. Am 23. Juli 2015 fällt der Gemeinderat den Grundsatzbeschluss für den Neubau eines Kombibads.

Dieser wird am 13. Dezember 2015 durch einen Bürgerentscheid bestätigt: 2049 Einwohner (28 Prozent) sind für die Einrichtung, 1060 (15 Prozent) dagegen. Im November 2016 erteilt der Gemeinderat dem Büro kplan den Auftrag für die Planung des Kombibads.