Rhein-Neckar

Edingen-Neckarhausen NABU nimmt bei Exkursion über die Feldflur die Artenvielfalt unter die Lupe

Für Erhalt des alten Aserdamms

Der Naturschutzbund (NABU) Edingen-Neckarhausen hat gemeinsam mit den Botanikern des NABU Heidelberg bei einer Exkursion über die Feldflur von Seckenheim nach Neckarhausen den Aserdamm unter die Lupe genommen. Anlass für den Ausflug war die Rodung und Neubepflanzung des letzten Teils des Damms in Neckarhausen, nahe den Bahnschienen.

„Den Beschluss zur Maßnahme hat niemand mitbekommen“, erklärt Birgit Jänicke, Mitglied des NABU-Vorstands und künftige Gemeinderätin der Offenen Grünen Liste. Deshalb habe der NABU auch erst im Nachhinein reagieren könnnen, erzählt sie. Damit den Leuten klar werde, welche Artenvielfalt auf dem Spiel stehe, wenn nun auch die anderen Teile des Aserdamms gerodet würden, hat sie gemeinsam mit dem Vorstandsmitglied Stefan Brendel die Botaniker aus Heidelberg eingeladen. „Uns fehlt hier die Expertise, die Heidelberger haben für die verschiedenen Pflanzenarten ein besseres Auge“, sagt Brendel.

Brutmöglichkeiten fehlen

Für die direkten Anwohner sei der neue Ausblick natürlich schön, so Jänicke. Durch die Abholzung der Gebüsche (wie etwa Mirabellen- oder Holunderpflanzen) wurde Platz für bunte Feldblumen gemacht, die zwar einige Insekten anziehen, jedoch keine Brutmöglichkeiten für Vögel bieten. Auch die Entastung bekomme den dort wachsenden Maulbeer- und Sauerkirschbäumen nicht gut. „Wird auch noch der andere Teil vernichtet, bleibt kein Habitat mehr für die Vögel“, klagt Volker Violet vom Arbeitskreis Botanik des NABU Heidelberg.

Auf den ersten Blick sehe die neue Maßnahme schön aus, doch für die Lebewesen, die in den Büschen zuhause sind, sei es eine Katastrophe. „Einige der Anwohner fanden die Rohdung erschreckend“, weiß Joachim Franz vom NABU Edingen-Neckarhausen. Aber natürlich gebe es auch andere Stimmen, die den neuen Schritt begrüßten.

Gerade für das nahegelegene Altenheim sei die mit der Maßnahme einhergehende Verbreiterung des Weges von Vorteil, erklärt Jänicke. Doch die kritischen Stimmen überwiegen bei der Exkursion. „Dass der Damm parkähnlich angelegt werden soll, missfällt den Leuten“, sagt die selbstständige Floristin Heike Dehoust.

Am Ende der Exkursion zieht Violet das Fazit, dass die neue Maßnahme von botanischer Seite gesehen „in Ordnung“ sei. Denn solange der neue Abschnitt nicht gepflegt werde, wachse dort in drei Jahren wieder Gestrüpp. „Man sollte aber auf keinen Fall mit der Maßnahme weitermachen, und noch mehr abholzen“, fordert er.